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André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

1395 posts

Posts by André Pitz

Gesehen: The Creator (2023)

Gesehen: The Creator (2023)
(c) Walt Disney, Leonine

Das fühlt sich sehr an nach Christopher Nolans TENET – oder eben den Filmen, die Patrick Willens als Vibes Movies bezeichnet – meets Simon Stålenhags Werke und die später daraus entstandene Amazon-Serie Tales from the Loop meets Ridley Scotts BLADE RUNNER meets auch ein bisschen Francis Ford Coppolas APOCALYPSE NOW. Gareth Edwards ist ein ziemlich guter Kurator von Sujets und Ästhetiken. Und natürlich, Kunst steht immer zu einem gewissen Teil auf den Schultern Anderer. Aber THE CREATOR macht es wirklich schwer, eine eigene Handschrift zu erkennen. Zu sehr drängen die Stimmen seiner offensichtlichen Einflüsse in den Vordergrund. Dazu auch noch eine derart dünne Geschichte zu erzählen, hilft auch nicht wirklich. Der mangelt es an angemessener Komplexität und politischer Dimension, an zu vielen Stellen wird psychologisiert.

Zu welcher Erkenntnis mich THE CREATOR jedoch gebracht hat: Ich glaube, ich möchte mehr Allison Janney in Filmen dieser Art sehen. Die Chemie hat für mich irgendwie gestimmt.

★★★☆☆

CA/US, R: Gareth Edwards, D: John David Washington, Madeleine Yuna Voyles, Gemma Chan, Allison Janney, Ken Watanabe, Trailer, Wikipedia
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Folding Ideas: This is Financial Advice

Folding Ideas: This is Financial Advice
Foto: Folding Ideas

Holy shit, ich hatte ja keine Ahnung! Aus der aus meiner Laiensicht doch sehr lustigen Nummer um die GameStop-Aktie und dem Krachengehen von Hedgefonds hat sich tatsächlich ein sektenartiger Kult gebildet, der letztlich ähnlich manisch (und gefährlich) wie die QAnon-Anhänger:innen agiert.

(Das Video ist zweieinhalb Stunden extrem dicht geschriebenes Material. Aber es lohnt sich wirklich.)

Gesehen: Alle Anderen (2009) - Beziehung als Home-Invasion

Maren Ade gelingt, woran ihrer Kolleg:innen scheiterten: Lars Eidinger im Zaum zu halten.

Gesehen: Alle Anderen (2009) - Beziehung als Home-Invasion
Foto: Prokino, Eurovideo Medien

Beziehung, aber als permanente Home-Invasion.

Vieles ließe sich über das Beziehungsgeflecht zwischen den Figuren von Birgit Minichmayr und Lars Eidinger schreiben. Über seinen manipulativen Charakter. Über gute, schlechte und notwendige Kommunikation. Über die Tragik der Liebe. Über Narzissmus. Über Schein und Sein. Über Authentizität.

Aber es ist vor allem ein Sache, die ich unbedingt festhalten möchte: Maren Ade ist eine brutal gute Filmemacherin. Denn ihr gelingt mit ALLE ANDEREN, woran nach ihr zahlreiche ihrer Kolleg:innen scheiterten: Lars Eidinger im Zaum zu halten. Sie verwehrt ihm konsequent Momente des Ausbruchs und orchestriert dadurch eine brodelnde Grundstimmung, die das zunehmende Laufen wie auf Eierschalen von Minichmayrs Figur elegant unterstreicht.

★★★★☆

🇩🇪, R: Maren Ade, D: Birgit Minichmayr, Lars Eidinger, Hans-Jochen Wagner, Nicole Marischka, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Prokino, Eurovideo Medien

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A ★★★★ review of Everyone Else (2009)
Beziehung, aber als permanente Home-Invasion. Vieles ließe sich über das Beziehungsgeflecht zwischen den Figuren von Birgit Minichmayr und Lars Eidinger schreiben. Über seinen manipulativen Charakter. Über gute, schlechte und notwendige Kommunikation. Über die Tragik der Liebe. Über Narzissmus. Über Schein und Sein. Über Authentizität. Aber es ist vor allem ein Sache, die ich unbedingt festhalten möchte: Maren Ade ist eine brutal gute Filmemacherin. Denn ihr gelingt mit ALLE ANDEREN, woran nach ihr zahlreiche ihrer Kolleg*innen scheiterten: Lars Eidinger im Zaum zu halten. Sie verwehrt ihm konsequent Momente des Ausbruchs und orchestriert dadurch eine brodelnde Grundstimmung, die das zunehmende Laufen wie

Anybody can play, but no one can play like this

Anybody can play, but no one can play like this
Foto: Samu Lopez / Unsplash
@the.hives

Replying to @Kim ⚭ he eats alot actually! #rock #altmusic #thehives

♬ Two Kinds Of Trouble - The Hives

Ich war privat™ nie wirklich auf Konzerten. Aber für The Hives würde ich tatsächlich nochmal ein paar Scheine auf den Tisch legen. Also für so einen netten Platz am Rand. Weil ich alt bin.

Gesehen: The Flavor of Green Tea Over Rice (1952) - Lügen für die Freiheit

Herrlich, mit wie viel Witz, Charme, Tempo und Schlagfertigkeit Yasujirō Ozu die Kräfteverhältnisse innerhalb einer Ehe verhandelt.

Gesehen: The Flavor of Green Tea Over Rice (1952) - Lügen für die Freiheit
Foto: Shochiku

Herrlich, mit wie viel Witz, Charme, Tempo und Schlagfertigkeit Yasujirō Ozu die Kräfteverhältnisse innerhalb einer Ehe verhandelt. Dass die ziemliche Schlagseite haben, wird schnell klar. Die Frauen müssen ein elaboriertes Lügenkonstrukt errichten, nur um mal ungestört mit ihren Freundinnen auf Tour gehen zu können. Währenddessen wähnen sich die Männer als über den Dingen stehende Taktangeber, verspielen aber gleichzeitig bei Hunderennen und Pachinko ihr Geld und denken, „Peanut“ ist das englische Wort für „Wanze“. Was sich jedoch immer deutlicher hervortut: Es sind die Frauen, die das Kartenhaus vorm Einsturz bewahren und den Laden am Laufen halten – sei es in der Ehe oder als Hausbedienstete, ohne die die Männer wohl verhungern würden.

Was mich angesichts der Entstehungszeit und dem gesellschaftlichen Kontext des Films sehr beeindruckt hat: Ozu bringt hier extrem vage angedeutet eine Affäre der Frau ins Spiel – also jedenfalls einen Moment, der sich so lesen lässt. Jedoch verweigert sich Ozu einem Moralurteil und verwebt den Moment der scheinbaren Untreue elegant mit dem Erkenntnisprozess der Figuren, macht ihn zu einer wichtigen Zwischenetappe auf dem Weg zu einem verständnisvolleren Miteinander.

Als Zuschauer:in ist es zudem unmöglich, sich nicht zu den Themen des Films zu verhalten. Denn Ozu lässt in Dialogen viele Figuren direkt in die Kamera blicken und so die eigentlich an das Gegenüber gerichteten Fragen direkt an das Publikum richten. Die Figuren hinterfragen das Verständnis von Geschlechtergerechtigkeit und Verhalten innerhalb von Beziehungen sowie die Moral des Publikums. Clever.

★★★★☆

🇯🇵, R: Yasujirō Ozu, D: Shin Saburi, Michiyo Kogure, Kōji Tsuruta, Chikage Awashima, Keiko Tsushima, Eijirō Yanagi, Kuniko Miyake, Kōji Shitara, Chishū Ryū, Yūko Mochizuki, Hisao Toake, Yōko Kozono, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Shochiku

Der Geschmack von grünem Tee über Reis - Stream: Online
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A ★★★★ review of The Flavor of Green Tea Over Rice (1952)
Herrlich, mit wie viel Witz, Charme, Tempo und Schlagfertigkeit Yasujirō Ozu die Kräfteverhältnisse innerhalb einer Ehe verhandelt. Dass die ziemliche Schlagseite haben, wird schnell klar. Die Frauen müssen ein elaboriertes Lügenkonstrukt errichten, nur um mal ungestört mit ihren Freundinnen auf Tour gehen zu können. Währenddessen wähnen sich die Männer als über den Dingen stehende Taktangeber, verspielen aber gleichzeitig bei Hunderennen und Pachinko ihr Geld und denken, „Peanut“ ist das englische Wort für „Wanze“. Was sich jedoch immer deutlicher hervortut: Es sind die Frauen, die das Kartenhaus vorm Einsturz bewahren und den Laden am Laufen halten – sei es in der

Gesehen: The Killer (2023) - Should I give a fuck?

David Fincher fällt mit seinem Perfektionismus auf extrem fruchtbaren Boden.

Gesehen: The Killer (2023) - Should I give a fuck?
Foto: Netflix

David Fincher versucht zu ergründen, ob und wie ein nur einen kybernetischen Eingriff vom Maschinendasein entfernter Nihilist zum Mensch werden kann. Was passiert, wenn I. Don’t. Give. A. Fuck., Empathy is weakness. und Stick to your plan. Anticipate, don't improvise. Trust no one. plötzlich auf Lebenssinn und die Frage nach Erfüllung trifft? Es ist auch ein bisschen so, als ob sich Fincher mit der Kamera vor einen Spiegel gestellt und dann losgefilmt hat (David Fincher is a perfectionist.). Deshalb ist Fincher auch prädestiniert dafür, diesen Stoff zu inszenieren. Sein Streben nach vermeintlicher Perfektion, seine Detailversessenheit, das strenge Regelwerk im „Job“, Präzision als eine der obersten Maximen – all das ist auch in Michael Fassbenders namenloser Killerfigur zu erkennen.

Fincher nutzt mehrere verschiedene Erzählebenen, um diese Figur zu Formen. Im inneren Monolog bzw. Voiceover wiederholt der Killer immer und immer wieder seine Maximen, redet derart mantraartig gegen den Kontrollverlust an, als ob Manifestation kein esoterischer Mumpitz wäre. Dann die rein physischen Bewegungen des Killers, die allesamt einem klaren Zweck dienlich sind, sich zunächst nicht vom sich ausbreitenden Chaos vereinnahmen lassen. Selbst im Sounddesign spiegelt sich die fast ausschließlich auf Kontrolle ausgerichtete Weltwahrnehmung des Killers wider, wenn während eines Dialogs im Restaurant plötzlich die sich öffnende und dann wieder schließende Tür klar erkennbar hochgezogen wird. Und die strenge Bildästhetik schnürt das Paket dann zusammen.

Umso bemerkenswerter, dass Fincher dem Killer die Tür zur Menschwerdung trotzdem öffnet, dafür jedoch den Bruch mit praktisch allen Regeln einfordert und so dessen streng durchkalkuliert gelebte Vergangenheit entfesselt und zu einer nicht ganz absteckbaren Bedrohung werden lässt. Der Killer wird von den Geistern, die er selbst gerufen hat, heimgesucht. Fate is a placebo. The only life path is the one behind you.

★★★★☆

🇺🇸, R: David Fincher, D: Michael Fassbender, Tilda Swinton, Charles Parnell, Arliss Howard, Kerry O’Malley, Sophie Charlotte, Emiliano Pernia, Gabri, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Netflix

Der Killer - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
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A ★★★★ review of The Killer (2023)
David Fincher versucht zu ergründen, ob und wie ein nur einen kybernetischen Eingriff vom Maschinendasein entfernter Nihilist zum Mensch werden kann. Was passiert, wenn I. Don’t. Give. A. Fuck., Empathy is weakness. und Stick to your plan. Anticipate, don’t improvise. Trust no one. plötzlich auf Lebenssinn und die Frage nach Erfüllung trifft? Es ist auch ein bisschen so, als ob sich Fincher mit der Kamera vor einen Spiegel gestellt und dann losgefilmt hat (David Fincher is a perfectionist.). Deshalb ist Fincher auch prädestiniert dafür, diesen Stoff zu inszenieren. Sein Streben nach vermeintlicher Perfektion, seine Detailversessenheit, das strenge Regelwerk im „Job“,