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André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

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Posts by André Pitz

Gesehen: BlackBerry (2023)

Gesehen: BlackBerry (2023)
Jay Baruchel als Mike Lazaridis und Glenn Howerton als Jim Balsillie // (c) Paramount

Ich finde, dass sich BLACKBERRY nicht so richtig entscheiden kann, ob er nun Satire oder Charakterstudie sein will. Das lässt die dramatischen Momente oft unfreiwillig komisch wirken, während die tatsächlichen Figuren nur selten hinter ihren üppigen Masken hervorscheinen. Aber die Masken – des zügellos cholerischen Glenn Howerton, des unterwürfigen Jay Baruchel und des treudoofen Matt Johnson – machen BlackBarry zumindest zu knalligem Unterhaltungskino.

Letztlich steht sich der Film oft selbst im Weg. Eine kapitalismuskritische Underdog-Story gerät nämlich schnell an ihre Grenzen, wenn letztlich ein Konzern der Underdog ist. Spannend wurde es für mich, nachdem genug Schichten geschält waren und diese eine Frage übrig blieb: Hätte es Technische Innovation in der Geschwindigkeit, die wir in den vergangenen 20 Jahren erlebt haben, überhaupt ohne Andocken an ein erbarmungslos turbokapitalistisches System gegeben oder überhaupt geben können? Darüber nachzudenken, ist wahnsinnig unangenehm. Denn einerseits hat uns diese Innovation einen Zugang zum Weltwissen in die Hosentasche gelegt, andererseits sind diese Technologien eng mit dem globalen Kapitalismus, der unseren Planeten gerade mit Vollgas vor die Wand fährt, verknüpft.

Ich kann mich also an BLACKBERRY gewinnbringend und nicht stumpf und sinnlos provoziert reiben. Und das ist in meinen Augen immer ein Pluspunkt.

★★★☆☆

🇨🇦/🇫🇮/🇺🇸, R: Matt Johnson, D: Jay Baruchel, Glenn Howerton, Matt Johnson, Rich Sommer, Michael Ironside, Cary Elwes, Martin Donovan, Trailer, Wikipedia

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Kinotagebuch: Reality (2023)

Kinotagebuch: Reality (2023)

Als Stilübung sicherlich halbwegs interessant und politisch sowieso wichtig. Aber für mich wollte REALITY unterm Strich zu nichts überaus Stimmigem zusammenkommen. Die strenge Text- und ich nehme an auch Tonfalltreue lassen den Film wie Marionettentheater wirken. Alles spricht und bewegt sich wie auf Schienen, das Warten der Figuren auf ihren jeweiligen Einsatz liegt dröhnend über allem.

Jedoch gelingt über diese durch Form erzeugte Strenge auch etwas: Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Effekt des hier abgebildeten Prozesses wird unübersehbar. Der angebliche Schutz der Demokratie erreicht in seiner Rigorosität paradoxerweise das genaue Gegenteil. Aber die Zahnräder im System kennen nur eine Richtung und unverrückbare Prinzipien. Wer die Richtung überdenken oder auch nur leicht das eigene Drehmoment ändern will, bringt das komplette Getriebe zum Kollaps.

Wer Whistleblowerinnen keinen Schutz gewährt und eine unabhängige kritische Presse zu Steigbügelhalterinnen der Demokratiefeindinnen erklärt, wird selbst zur Demokratiefeindin.

★★½☆☆

🇫🇷/🇬🇧/🇺🇸, R: Tina Satter, D: Sydney Sweeney, Josh Hamilton, Marchánt Davis, Trailer, Wikipedia

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Gesehen: Antigone (2019)

Gesehen: Antigone (2019)
Nahéma Ricci als Antigone // (c) Association Coopérative des Productions Audio-Visuelles

Nahéma Ricci als Antigone ist eine absolute Offenbarung. Sie spielt so wahrhaftig und findet Zugang zu sowie Ausdruck für derart pure Emotionen… ANTIGONE ist eine gewaltige Adaption der antiken Tragödie, die Überzeugungen auf die Probe stellt, Solidarität im Spiegel der migrantischen Lebensrealität betrachtet und vor allem durch Nahéma Riccis unter die Haut gehende Schauspielleistung deutlich macht, wie weit Recht und Gerechtigkeit auseinander liegen können und das Einstehen für die eigenen Überzeugungen für eine Gruppe von Menschen de facto weitreichendere Konsequenzen hat als für die andere. Justitia ist tatsächlich blind – und zwar hinsichtlich der Tatsache, dass vor dem Gesetz eben nicht jede*r gleich ist.

★★★★☆

🇨🇦, R: Sophie Deraspe, D: Nahéma Ricci, Rawad El-Zein, Hakim Brahimi, Rachida Oussaada, Nour Belkhiria, Trailer, Wikipedia

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Gesehen: Beneath the Planet of the Apes (1970)

Gesehen: Beneath the Planet of the Apes (1970)
James Francisus, Linda Harrison und Kim Hunter // (c) Walt Disney Leonine

Wer im Militarismus die Zukunft sieht, wer sich gegen Wissenschaft und rationales Handeln stellt, empfängt den Faschismus mit offenen Armen. Wer sich für blinden religiösen Fundamentalismus oder gar Fanatismus entscheidet, wird nichts als Leid in die Welt bringen. Alle werden erst die Zivilisation und dann den ganzen Planeten in Trümmern sehen. (Und offenbar auch eine plump-dreist-faule Figuren-Kopie, wie Brent (James Franciscus) eine von Taylor (Charlton Heston) ist, spawnen lassen.)

★★★☆☆

🇺🇸, R: Ted Post, D: James Franciscus, Kim Hunter, Charlton Heston, Maurice Evans, Linda Harrison, Trailer, Wikipedia

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Kinotagebuch: All of Us Strangers (2023)

Kinotagebuch: All of Us Strangers (2023)

ALL OF US STRANGERS lässt sich wunderbar intellektualisieren, als Metapher auf die Anonymität der Großstadt lesen, als Versuch die Reaktion der menschlichen Psyche auf Traumata zu entknoten, sogar die Lesart als Corona-Film bietet sich an. Man kann den fast schon brachial deskriptiven Soundtrack als übertrieben und irrtierend empfinden und vortrefflich über Diesseits, Jenseits und alles dazwischen debattieren.

Aber am Ende bleibt es ein kurzer Wortwechsel zwischen Adam (Andrew Scott) und seinem Vater (Jamie Bell), der als Kondensat der absoluten emotionalen Wucht dieses Films sinnbildlich für das steht, was er unbarmherzig fühlen lässt:

Dad: We are proud of you.

Adam: I’ve done nothing to be proud of…

Dad: You got through it, you’re still here.*

Ich kann nicht in Worte fassen, wie nah ich mich dem fühle.

*(Das ist nur aus dem Gedächtnis wiedergegeben, das direkte Zitat konnte ich ad hoc nirgendwo aufgeschrieben finden.)

★★★★½

🇬🇧/🇺🇸, R: Andrew Haigh, D: Andrew Scott, Paul Mescal, Jamie Bell, Claire Foy, Trailer, Wikipedia

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Gesehen: Cat Person (2023)

Gesehen: Cat Person (2023)
Geraldine Viswanathan und Emilie Jones // (c) Studiocanal

Der von CAT PERSON beschrittene Weg wirkt erzählerisch bereits ausgetreten. Dass der öffentliche Raum für (junge) Frauen gefährlich ist und dass es Nice Guys mit patriarchalem Anspruchsdenken gibt, das ist ja nun wirklich keine neue Erkenntnis, was den Verlauf des Films nicht weniger konsequent, aber leider sehr erwartbar macht.

Interessanter ist, was der Film darüber hinaus über den Wandel (digitaler) Kommunikation von Millennials hin zu Gen Z erzählt, wie die permanente Verfügbarkeit breitbandigen Internets den Verbindlichkeitsbegriff verändert, mehr Balance in die Machtverhältnisse innerhalb von Kommunikation bringen kann und das Ausmaß des verinnerlichten patriarchalen Anspruchsdenkens freilegt.

★★★☆☆

🇫🇷/🇺🇸, R: Susanna Fogel, D: Emilia Jones, Nicholas Braun, Geraldine Viswanathan, Geraldine Viswanathan, Trailer, Wikipedia

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