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André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

1393 posts

Posts by André Pitz

Gesehen: American Fiction (2023)

Gesehen: American Fiction (2023)
(c) Amazon MGM Studios
I hate to be one of those "all the good jokes are in the trailer" people, but...all the good jokes are in the trailer. Great premise, feels undercooked, like they shot the first draft of the script.

Das meint ein relativ breit rezipierter Youtube-Essayist zu AMERICAN FICTION. Ich finde: Dieser Film gewinnt oder verliert nicht durch die Qualität und/oder Schlagzahl seiner Gags. Vielmehr gelingt es ihm leichtfüßig, sich auf eine angenehm melancholisch-kontemplative Art seinem emotionalen Kern in immer enger werdenden Kreisbewegungen zu nähern. Die satirischen Spitzen des Films, die vor allem eine vermeintlich liberale weiße Mehrheitsgesellschaft ins Visier nehmen, sollten nicht mit diesem Kern verwechselt werden, finde ich.

Cord Jefferson verhandelt mit seinem Film Rollenbilder und daran geknüpfte Erwartungen. Wer konstruiert unser Verständnis davon und welche Macht haben wir über diese Konzepte? Und welche Rolle spielen wir selbst (mitunter ungewollt) im Verstetigen von Vorurteilen?

Jedem selbstzufriedenen Schulterklopfen lässt Jefferson sofort (Selbst-)Kritik folgen und erlaubt weder sich noch seinem Publikum Selbstgerechtigkeit oder einfache Antworten. Die unbequeme Frage: Tragen wir wirklich dazu bei, die Verhältnisse zu verändern, oder betreiben wir Performance-Kunst?

★★★★☆

US, R: Cord Jefferson, D: Jeffrey Wright, John Ortiz, Erika Alexander, Leslie Uggams, Sterling K. Brown, Issa Rae, Trailer, Wikipedia
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Tumblr-Klassiker: Pictures of People Scanning QR-codes

Tumblr-Klassiker: Pictures of People Scanning QR-codes
Photo by Mitya Ivanov / Unsplash

Kennt ihr noch? Ich muss alle paar Jahre dran denken und grunze dann etwas debil in mich hinein. Heute sieht das natürlich ganz anders aus, haben sich doch ein paar recht nützliche Nutzungsmöglichkeiten ergeben. Dass man außerdem keine gesonderte App mehr braucht, hat die wohl größte Hürde abgebaut.

Gesehen: Geschwister – Kardeşler (1997)

Gesehen: Geschwister – Kardeşler (1997)
(c) ZDF, Trans-Film

Mal kurz abseits der in verschiedenen migrantischen Generationen erzählten Geschichte, verhandelt Thomas Arslan hier ganz grundlegend, was es bedeutet, ein guter Mensch zu sein. Wie wird man ein guter Mann – mit blinder Familientreue, Macho-Gehabe und emotionaler Verschlossenheit? Oder sind nicht vielmehr diejenigen „richtige“ Männer, die Gefühle und sich verletzlich zeigen und Verantwortung übernehmen? Was bedeutet es, eine unabhängige Frau zu sein? Wie lässt sich als Frau ein selbstbestimmtes Leben führen? Wie handeln gute Väter und Mütter?

Das sind die drängenden (Coming-of-Age-)Fragen, die diesen Film vor allem ausgemacht haben. Sie gelten universelle und losgelöst von der migrantischen Perspektive – und sind, das sollte niemals vergessen werden, gleichzeitig untrennbar mit ihr verwoben.

So, und zum Schluss komme ich leider nicht ohne ein bisschen Erbsenzählerei aus: Ich finde, der Film steht sich vor allem wegen Savas Yurderi aka Kool Savas oft selbst im Weg. Diese riskante Besetzungsentscheidung will nicht so recht aufgehen. Oft musste ich an meine eigene Schulzeit zurückdenken – unfassbar nervös vor der gesamten Klasse stehend, um ein Gedicht auswendig aufzusagen. Dann entfleucht der Stimme das Selbstbewusstsein und die Betonung verfällt in ein gekünstelt-kitschiges Singsang. Und das passiert auch hier mit Yurderi. Damit fällt er selbst in dieser gestelzten und kühlen Dialogästhetik der Berliner Schule irritierend aus der Reihe.

★★★½☆

DE, R: Thomas Arslan, D: Savas Yurderi, Mariam El Awad, Serpil Turhan, Tamer Yiğit, Bilge Bingul, Trailer, Wikipedia
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„Doctor Who“ in 2023: eine kreative Bankrotterklärung

„Doctor Who“ in 2023: eine kreative Bankrotterklärung
David Tennant und Catherine Tate im 2023er „Doctor Who"-Special „The Star Beast" // (c) BBC

Ich schaue gerade die vier 2023er Specials von Doctor Who und die zeigen vor allen Dingen eins: wie perfekt die Sterne damals für Russell T. Davies, David Tennant, Billie Piper, Catherine Tate und auch Freema Agyeman in einer Reihe standen. Die beiden treibenden Kräfte dieser Zeit (Davies, Tennant) mit der einen vor dem Doctor keine falsche Bescheidenheit an den Tag legenden Companion (Tate) nochmal in einen Topf zu werfen, verkennt eine damals essenzielle Zutat: Timing. Und das stimmt heute einfach nicht mehr. Magie lässt sich nicht erzwingen oder imitieren. Alleine der Versuch ist eine kreative Bankrotterklärung. Super schade.

Wiedergesehen: Reign of Fire (2002)

Wiedergesehen: Reign of Fire (2002)
(c) Buena Vista

Unterm Strich gibt sich dieser Film mit ziemlichem Genuss faschistoiden Ideen hin, zeichnet eine militaristische Gesellschaft als absolute Notwendigkeit für das Überleben der Spezies Mensch und gleichzeitig die menschliche Vorherrschaft als naturgegeben. Die letzten Menschen leben praktisch im Postfaschismus, von den Dächern schreit es „Blut und Boden!“.

★☆☆☆☆

IE/GB/US, R: Rob Bowman, D: Christian Bale, Matthew McConaughey, Izabella Scorupco, Gerard Butler, Trailer, Wikipedia
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