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André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

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Posts by André Pitz

Tarantino schmeißt THE MOVIE CRITIC in die Tonne

Tarantino schmeißt THE MOVIE CRITIC in die Tonne
(c) Artem Labunsky / Unsplash

Quentin Tarantinos zehnter und damit vermutlich letzter Film wird nun doch nicht THE MOVIE CRITIC. Er hat es sich den Berichten zufolge wohl einfach anders überlegt. Das ist bemerkenswert, da bereits verschiedene Rollenbesetzungen die Runde machten und offenbar schon höchstoffizielle Steuervergünstigungen von der Stadt Los Angeles gewährt wurden.

Vielleicht ist das die für uns alle beste Entscheidung. Zwar ist öffentlich nicht wirklich klar, wohin Tarantino mit diesem Film wollte. Aber befürchtet wurde – auch von mir – dass er sich da in eine „Jetzt zahle ich es den ganzen Kritiker*innen heim und zeige ihnen, wo sie in der Nahrungskette stehen"-Nummer reinsteigert.

Tarantino Changes Mind, Drops ‘The Movie Critic’ As His Final Film
Guess we’ll have to wait a little longer for the auteur’s final film.

Gesehen: Godzilla (1998)

Gesehen: Godzilla (1998)
(c) Sony Pictures Home Entertainment

Emmerichs Interpretation kommt der nahezu gänzlichen Entpolitisierung des Stoffes gleich. Dafür greift er außerdem ganz Tief in die Kiste für stereotype Figuren, die er schließlich auf maximal ausgetretene Pfade schickt.

Was Emmerich jedoch gelingt, ist die visuelle Einführung Godzillas. Die passiert vornehmlich durch die bewusste Wahl von Bildausschnitten, in die das Monster aufgrund seiner schieren Größe nicht reinpasst. Der Film gibt nicht dem Drang nach, die Kreatur sofort in ihrem vollen monströsen Ausmaß zu zeigen und hält so gekonnt die Spannung in den Bildern hoch. Hier verweigert sich Emmerich der Erwartungshaltung des Publikums und davon profitiert der Film zunächst.

Das Politischste am ganzen Film sind sicherlich die Auslassung – das, was keine Rolle spielt, praktisch keine Erwähnung findet. Taucht in diesem Universum Godzilla zum allerersten Mal überhaupt auf der Erde auf? Mir ist das bis zuletzt nie ganz klar gewesen. Sollte dem nämlich nicht so sein, stellt sich die Frage, warum die USA nicht Japan um Unterstützung gefragt haben. Es besteht also die Möglichkeit, diese Leerstelle im Film als Zugang zu einem Kommentar auf die Selbstwahrnehmung der USA als Weltpolizei zu nutzen.

Aber letztlich reden wir hier von Roland Emmerich.

★½☆☆☆

JP/US, R: Roland Emmerich, D: Matthew Broderick, Jean Reno, Maria Pitillo, Hank Azaria, Kevin Dunn, Trailer, Wikipedia
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ZITATFORSCHUNG debunkt falsche Zitate

ZITATFORSCHUNG debunkt falsche Zitate
(c) Patrick Tomasso / Unsplash

Zitatforschung ist ein cooles Blog von Gerald Krieghofer, auf das ich durch einen Post von Nora Hespers gestoßen bin. Nicht nur ist es spannend zu sehen, woher die falsch zugeschriebenen Zitate eigentlich stammen, sondern auch, wie viele fast schon memetisch immer weiter fortgeschrieben werden. Und davon mal abgesehen sind sicherlich auch einige Argumentationshilfen fürs nächste Familientreffen mit diesem einen unangenehmen Onkel™ dabei – wie etwa die irrtümlichen Rothschilds.

ZITATFORSCHUNG
Sammlung von problematischen Zitaten, Fake Zitate, Falschzitate, Zitate, misattributed, falsche Zitate, Zitatforschung, misquotations, faktencheck,

Gesehen: Godzilla vs. King Ghidorah (1991)

Gesehen: Godzilla vs. King Ghidorah (1991)
(c) Toho Pictures

Ein trashig-unterhaltsames Zeugnis dessen, dass die Menschheit selbst mit Zukunftswissen und einer vermeintlich aufgearbeiteten Vergangenheit ignorant genug ist, alle Fehler einfach nochmal zu begehen.

Wie schon bei einigen vorhergegangenen Filmen der losen Reihe irritiert dann aber doch dieser etwas verklärende Nationalstolz, mit dem der Finger auf den Westen™ gezeigt und das eigene Unvermögen unter den Teppich gekehrt wird. Auch die deutliche Wissenschaftsfeindlichkeit vieler Figuren verwundert mich immer wieder. „Alle Wissenschaftler*innen dieses Planeten sind sich einig, dass X. Aber ich glaube denen nicht und habe hier meine ganz eigene, völlig an den Haaren herbeigezogene Theorie, die jeglicher Logik entbehrt und am Ende trotzdem irgendwie aufgeht.“

★★★☆☆

JP, R: Kazuki Ōmori, D: Katsuhiko Sasaki, Kosuke Toyohara, Anna Nakagawa, Megumi Odaka, Akiji Kobayashi, Tokuma Nishioka, Trailer, Wikipedia
Godzilla - Duell der Megasaurier - Stream: Online anschauen
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Gesehen: Les Olympiades (2021)

Gesehen: Les Olympiades (2021)
(c) NEUE VISIONEN

Als Millennial habe ich mich hier natürlich vollumfänglich gesehen gefühlt:

Viel zu oft bestimmt eine toxische Egozentrik unser Denken. Das meine ich nicht im Sinne von Arroganz oder Überheblichkeit. Vielmehr geht es darum, dass wir viel zu oft alles was schiefläuft auf uns zurückführen und den daraus entwachsenden Perfektionismus um jeden Preis.

Befeuert wird das durch das große Wohlstandsversprechen, wenn man nur den tollen Abi-Schnitt, das angesehene Studium, die 25 richtigen Praktika hat und sich wirklich reinkniet. Doch statt Wohlstand bekommen wir Ausbeutung, Miete auf Lebenszeit, Burn-out, Depressionen, ein viel zu oft von Nichterfüllung geprägtes Leben – und die eingebrannte Botschaft, dass alles besser wird, wenn wir nur richtig hustlen, die den Teufelskreis am Laufen hält.

Dazu die panische Angst vorm Alleinsein gepaart mit völliger Beziehungsunfähigkeit und dem selbstgefälligen Suhlen in Drama.

Der Film beobachtet noch so viel mehr richtig, ohne dabei jemals verurteilend von oben herab zu blicken. Er bewahrt sich stets einen empathischen Blick, gräbt sich an vielen Stellen jedoch auch das eigene Wasser der Intensität zugunsten eines Gags ab.

★★★½☆

FR, R: Jacques Audiard, D: Lucie Zhang, Makita Samba, Noémie Merlant, Trailer, Wikipedia
Wo in Paris die Sonne aufgeht - Stream: Online anschauen
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Gesehen: Annabelle (2014)

Gesehen: Annabelle (2014)
(c) Warner Bros.

Es ist schon dreist zu glauben, sein Publikum mit nur einer wirklichen Idee abspeisen zu können – und dummdreist, wenn diese Idee „Hey, sind Puppen nicht creepy?“ ist. Das Stellen dieser Frage ist schon alles, was im Film passiert. Ein Ortswechsel und eine Geburt täuschen so etwas wie Progression oder Plot vor, doch letztlich drehen wir uns permanent im Kreis. Die Figuren haben keine wirklichen Träume, keinen Antrieb. Sie existieren einfach zwischen den Jump-Scares vor sich hin.

Die Verzahnung des Geschehens mit der von Charles Mansons Kult verübten Mordserie ist letztlich Augenwischerei. Letztlich beschwört der Film ein viel größeres Bedrohungsszenario gegen das konservative Bild der Kernfamilie herauf, zeichnet also die bilderbuchschöne Hausfrau mit ihrem Neugeborenen zu Hause mit dem auf die große Karriere zusteuernden Ehemann als Familienversorger und gemeinsamen Kirchenbesuchen als krönenden Wochenabschluss als Idealbild, das dunkle Mächte zerstören wollen.

Es ist ermüdend und ich verstehe nach wie vor den breiten Erfolg des Conjuring-Universums nicht.

★☆☆☆☆

US, R: John R. Leonetti, D: Annabelle Wallis, Ward Horton, Tony Amendola, Alfre Woodard, Trailer, Wikipedia
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