Hahaha, das ist ja geil: Schlangenöl-Händler*innen bedienen sich der Podcast-Ästhetik, um ihr Schlangenöl unter die Menschen zu bringen oder kontroversen (lies: moralisch abgründigen) Aussagen Legitimität zu verleihen. Manchmal ist es echt schwer, nicht diese Art von Technophobie zu entwickeln, für die ich andere immer kritisiert habe.
Netzkultur
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Wikipedia hat jetzt ein Logo, das man hören kann
Sound: Thaddeus Osborne, CC-BY-SA 4.0
Die Wikipedia – also eigentlich die federführende Wikimedia Foundation – hat sich ein Soundlogo gegönnt. Also sowas wie das „Tudum“ von Netflix oder wie auch immer man den Ton von Apple TV+ verlautschriftlichen will. Das neue enzyklopädische Papierrascheln soll nun ganz bescheiden den „Klang allen menschlichen Wissens“ widerspiegeln.
Ich find's ja irgendwie ganz süß. Und doch bereitet mir die Pressemitteilung der Wikimedia Foundation Sorgen:
Die Anzahl aktiver Nutzer:innen von Sprachassistenten ist von 544,1 Millionen (2015) auf 2,6 Milliarden (2021) gestiegen. Wikimedia-Projekte wie Wikipedia und Wikidata bilden zunehmend die Grundlage für andere Websites und allgemeine Auskünfte über virtuelle Sprachassistenten. Ein Soundlogo hilft dabei, sicherzustellen, dass Nutzer:innen überall wissen, wann sie Wissen aus Wikipedia oder Wikimedia-Projekten vor sich haben.
Prinzipiell verstehe ich diesen Move. Aber wenn das darin endet, bei jeder Suche via Siri etc. dieses Gedudel mitgeliefert zu bekommen, wird das Internet wieder ein Stück unbenutzbarar.
Jason Kottke nerdet mit John Gruber übers Bloggen ab
Jason Kottkes Blog kottke.org ist festes Bestandteil meines Medienmenüs – mindestens, seit ich einen RSS-Reader nutze, wahrscheinlich sogar darüber hinaus. Ich kann mich nicht wirklich erinnern. Anyways, das Blog ist dieser Tage 25(!) Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass hat Kottke mehr als drei Stunden lang mit dem von mir, was Apple-Themen angeht, ebenfalls sehr geschätzten John Gruber über das vergangene Vierteljahrhundert des Ins-Internet-Schreibens gesprochen.
Die Podcast-Episode ist schon ein paar Tage alt, aber drei Stunden wollen eben auch erst mal gehört werden. Ich finde es wahnsinnig inspirierend, die beiden übers Bloggen sprechen zu hören, über ihre klaren Vorstellungen vom persönlichen und unabhängigen Schreiben, über den Traum vom freien Web und so weiter und so fort. Diese Faszination kann ich seit meinem ersten Tag im Internet nachvollziehen. Und seit Elon Musk Twitter übernommen hat, juckt es mich wieder mehr als zuvor, wieder ein größerer Teil dieser idealisierten Vorstellung zu sein.