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Netzkultur

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Posts tagged with Netzkultur

Würde Leonardo da Vinci Apples Notiz-App benutzen?

Würde Leonardo da Vinci Apples Notiz-App benutzen?
Leonardi da Vincis „Dame mit dem Hermelin" (von mir leicht zugeschnitten)

Apple behauptet ja gerne maximalspurig von sich, die besten Tools für kreative Menschen zu bauen. Die Künstlerin Cat Graffam hat das für ein Youtube-Video auf die Probe gestellt und versucht, Leonardo da Vincis „Dame mit dem Hermelin" möglichst originalgetreu nachzumalen – in der verdammten Standard-Notizapp auf ihrem iPhone.

Dabei gerät sie schnell an die Grenzen der Software und den Rand des Wahnsinns. Apple-Software ist also vielleicht nicht immer passend, um große Kunst zu schaffen, aber für Performance-Kunst reicht's am Ende immer. Oder eben für ein Youtube-Video.

Inspiration für das Projekt war Chris Silverman, der einfach jeden Tag eine in Apples Notiz-App angefertigte Malerei postet.

Gruschel mich! Die StudiVZ-Story – erzählt von Zapp

Gruschel mich! Die StudiVZ-Story – erzählt von Zapp
StudiVZ-Gründer Ehssan Dariani mit Mark Zuckerberg // (c) NDR/privat

Fritz Lüders hat für das NDR-Medienmagazin Zapp einen kurzweiligen Einstünder über Aufstieg und Fall von StudiVZ sowie die prägenden Figuren des damaligen Unternehmens produziert. Die Aufmachung ist flashy, etwas netflixy und für meinen Geschmack mit ein bisschen zu viel erzwungenem Humor unterlegt. Trotzdem kehrt der Film diesen Fiebertraum, zu dem nicht nur das Gruscheln und coole Gruppennamen, sondern eben auch sexuelle Belästigung, unmoderierte Nazipropaganda, Bro-Culture und strukturelles Chaos gehören, ganz gut zusammen.

Für die Doku spricht Autor Fritz Lüders erstmals mit allen wichtigen Akteuren der Unternehmensgeschichte wie dem Gründer Ehssan Dariani, der sich bis dahin jahrelang aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte. (Pressemitteilung)

Von manchen Gesprächspartner:innen hätte ich mir jedoch mehr erhofft. Nun kenne ich natürlich die Rohaufnahmen nicht, sondern nur das, was letztlich im Film gelandet ist. Aber gerade Christian Stöcker lediglich als Headlinewiederkäuer zu verramschen und die letzte VZ-Geschäftsführerin Agneta Binninger zwischen Yoga und bedeutungsschwangerem Herumstehen auf dem Balkon der eigenen Luxusvilla einmal das Wort „Chaos" in den Raum werfen zu lassen, scheint dann doch verschenktes Potenzial.

Gruschel mich! Die studiVZ-Story - hier anschauen
Ein irrer Facebook-Deal und Ärger ums Gruscheln: studiVZ stieg in den Nullerjahren im Wahnsinnstempo zum größten sozialen Netzwerk Deutschlands auf. Den US-Konkurrenten Facebook trieb das in den Wahnsinn. So sehr, dass der studiVZ-Gründer Ehssan Dariani samt Mitgründern im Silicon Valley auf Mark Zuckerberg traf und ein Angebot vorgelegt bekam, das in die Geschichtsbücher eingehen sollte. Doch auf einen Aufstieg wie im Rausch folgt ein dramatischer Absturz – des Netzwerks und seines wichtigsten Gründers. In der Doku geht es um Skandale, persönliche Verlustgeschichten und die Frage: Hatten die studiVZ-Gründer alles nur geklaut?

P.S.: Meine Lieblingsgruppe war „Jede zweite meiner Bewegungen ist ein Move".


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3,2,1 – ein zuversichtliches Blog-Stöckchen von Dirk von Gehlen

3,2,1 – ein zuversichtliches Blog-Stöckchen von Dirk von Gehlen
(c) Miguel Bruna / Unsplash

Der geschätzte Dirk von Gehlen hat ein Blockstöckchen geworfen:

Es sind komplizierte Zeiten (vielleicht nicht die schlimmsten). Und vor lauter Krisen geht vor allem das Gefühl verloren, selbst etwas beitragen oder ändern zu können. Die kleine Liste aus zehn Dinge, die jede und jeder tun kann, um sich für Demokratie zu engagieren, brachte mich auf die Idee, ein Blogstöckchen zu werfen. So nennt man die Aufforderung an andere Blogger:innen, Fragen nach einem bestimmten Muster zu beantworten.
3,2,1 – ein zuversichtliches Blog-Stöckchen – Digitale Notizen

Die „Zehn Dinge, um nicht zynisch zu werden und demokratisch zu bleiben" fand ich sowieso schon so gut, dass ich sie auch hier im Blog festgehalten habe. Deshalb möchte ich auch hier meinen Teil dazu beitragen und das Stöckchen aufgreifen.

Drei Dinge, für die ich mich engagiere

Ich demonstriere gegen rechts und rechte Politik.

Ich verbringe Zeit in Kind Words 2.

A game about being kind to real people. Send nice letters from your cozy room, go outside and say hi to your neighbors, swap recommendations, dress up for the poetry slam and add your dreams to a sky full of wishes. Join a community of real people with their hearts on their sleeves.

Ich unterstütze unabhängige Filmkritik finanziell.

Zwei Phänomene, die mich positiv stimmen

  1. Seit mehr als einer Woche Gints Zilbalodis, wie er sich apfelessend in seiner Bettnische zusammen mit seinem Hund über die zwei Oscar-Nominierungen für seinen Film FLOW freut. Es ist einfach so aufrichtig und darin total ansteckend.
Mit Hund und Apfel: So schön freut sich FLOW-Regisseur Gints Zilbalodis über zwei Oscar-Nominierungen
In den Kategorien Best International Feature Film und Best Animated Feature Film kann sich seit heute der lettische Filmemacher Gints Zilbalodis mit seinem Beitrag FLOW Hoffnung auf einen Oscar machen. Während der Bekanntgabe der Nominierungen genoß Zilbalodis in seiner Bettnische einen Apfel und kuschelte mit seinem bezaubernden Golden Retriever. Was
  1. Der für sich stehend natürlich traurige Tod von David Lynch. Der hat mich nämlich unerwartet stark berührt. Und das stimmt mich unendlich positiv. Denn bei aller kritisch-analytischer Auseinandersetzung mit Kunst kommt es manchmal zu kurz, sich von einem Werk auch einfach mal überwältigen zu lassen. David Lynch hat das bei mir jedoch regelmäßig geschafft. Und die Art und Weise, wie in meiner Ecke des Internets um Lynch getrauert und über durch ihn erlangte Inspiration gesprochen wurde, stimmt mich hoffnungsvoll. Kunst kann wirklich etwas bewegen.
🖤 David Lynch (1946-2025)
💔 — Rafa Sales Ross (@rafiews.com) 2025-01-16T18:37:25.694Z Der Tod von David Lynch ist ein unglaublicher Verlust – für seine Familie, seine Freund*innen, die Kunst, die ganze Welt. Es ist einer der wenigen Tode von in der Öffentlichkeit stehenden Menschen, die mich wirklich treffen. David Lynch Dies: ‘Twin Peaks’

Ein Zitat, das mir hilft:

Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Üblicherweise wird dieser Spruch, zumindest popkulturell betrachtet, mit den Anonymen Alkoholikern verbunden. Es ist laut Wikipedia ein Gelassenheitsgebet des US-amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr und kommt daher eigentlich mit dem Vorsatz „Gott" daher.

Den brauche ich persönlich nicht und bete daher den Spruch auch nicht. Aber seit Jahresanfang und ganz besonders in den vergangenen Tagen ist es – jedenfalls für mich – nicht immer leicht, den sich überschlagenden Ereignissen und Entwicklungen standzuhalten und sich nicht überwältigen zu lassen.

Der Spruch hilft mir tatsächlich dabei, nicht durchzudrehen und mich dessen zu vergewissern, dass ich (ohne mein Zutun) geschehene Dinge nicht mehr ändern kann, aber dass ich Teil derer sein kann, die für uns alle eine bessere Zukunft wollen.


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I could do that. Why am I not doing that? – Dan Olson beim letzten XOXO Festival

I could do that. Why am I not doing that? – Dan Olson beim letzten XOXO Festival
(c) XOXO Festival

Neulich ging das von meinem Domizil diesseits des Atlantiks aus immer mit großem Neid beobachtete XOXO Festival zum letzten Mal über die Bühne. Nun landen die Talks Stück für Stück auf Youtube und unter den ersten Videos ist auch der von mir bereits hier abgefeierte Dan Olson – passenderweise zum von mir im vorherigen Satz bemühten Thema Neid.

Er beschreibt aus sehr persönlicher Sicht einen Struggle, den Menschen, die auch nur im entferntesten Sinne kreativ arbeiten, auch meiner Erfahrung nach sehr oft durchmachen.

Ich kenne es jedenfalls nur zu gut, ein Video zu sehen, einen Podcast zu hören, einen Newsletter zu lesen, auf ein cooles Social-Format zu stoßen, einen Text zu verschlingen und hier und da zu sagen: „I could do that.“ Darauf folgt jedoch unweigerlich „Why am I not doing that?“ und die Spirale aus Selbstzweifeln und selbstblockierende Mechanismen nehmen überhand.

Anyways, enjoy!

31 Days of Halloween als Newsletter

31 Days of Halloween als Newsletter

Drüben auf Bluesky habe ich das schon vor ein paar Tagen geteilt, aber total vergessen, das auch hier zu empfehlen: Laura E. Halls Pop-up-Newsletter 31 Days of Halloween.

Here’s the deal: I send one email per day for the entire month of October (and one on November 1st, to say farewell)—and that’s it. It pops up like a zombie hand through the dirt of a freshly dug grave and then, when the magic of the holiday has faded, withdraws into the void once more.

Wie es dieses coole Stück Netzkultur schon seit zehn Jahren geben kann und ich erst jetzt davon erfahren habe, ist mir ein Rätsel 😅

(via Waxy.org)

Alexander Matzkeit über das Raygun-Dilemma

Alexander Matzkeit über das Raygun-Dilemma
(c) Sonia Sanmartin / Unsplash
Ich bin so fasziniert wie überfordert vom Fall der olympischen Breakdancerin Rachael “Raygun” Gunn aus Australien.

Mir geht es wie Alex. Und der hat sich nun die Mühe gemacht, ein bisschen Ordnung in diesen Komplex zu bringen.

Das Raygun-Dilemma
Ich bin so fasziniert wie überfordert vom Fall der olympischen Breakdancerin Rachael “Raygun” Gunn aus Australien.