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Filmkritik

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Gesehen: House by the River (1950)

Gesehen: House by the River (1950)
(c) UCM.ONE

Es geht um hegemoniale Männlichkeit und die hässliche Fratze, mit der Menschen genüsslich andere herabwürdigen, wenn sich ihnen auch nur der Hauch einer Chance dazu bietet.

Aber vor allem ist es spannend, den Film durch unsere aktuelle Gesellschaftsdiskurs-Brille zu schauen. Denn auch hier tobt unterm Strich ein uns doch mehr als gut bekannter Kulturkampf: Justiz vs. Gericht der öffentlichen Meinung. Es wird lauthals (vor allem am rechten Rand) darüber gestritten, ob nun „Im Zweifel für die/den Angeklagt*en" oder „Wir müssen Opfern glauben" gilt. Dabei schließt sich das doch gar nicht aus. Aber solange das Gebrüll nur laut genug ist, können sich Täter*innen im Hintergrund unbemerkt und vor allem ungesühnt davonstehlen.

Der Film beweist damit: seine zeitlosen Qualitäten und die Existenz des von mindestens mal konservativen Kräften angetriebenen diskuriven Hamsterrads, aus dem wir nicht herauszukommen scheinen.

★★★½☆

US, R: Fritz Lang, D: Louis Hayward, Jane Wyatt, Lee Bowman, Dorothy Patrick, Ann Shoemaker, Jody Gilbert, Trailer, Wikipedia
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Kinotagebuch: The Lord of the Rings: The War of the Rohirrim (2024)

Kinotagebuch: The Lord of the Rings: The War of the Rohirrim (2024)

Der Film stößt ziemlich schnell mit einigermaßen beeindruckender Härte vor den Kopf. Denn warum genau hier die handgezeichneten Figuren durch eine derart billig aussehende 3D-Welt, laut Credits aus der Unreal Engine gefallen, geschoben werden, erschließt sich mir aus ästhetischer Sicht überhaupt nicht. Wahrscheinlich hat es tatsächlich damit zu tun, dass es auch im finanziellen Sinne billig ist. Jedenfalls sieht dieser Film insgesamt schon ziemlich fürchterlich aus.

Ziemlich uninspiriert kam mir auch die Entscheidung vor, hier mit einer Emanzipationsgeschichte zu beginnen – jedenfalls in dieser erzählerisch abgegriffenen Art und auch im Mittelerde-Kontext nicht neu. Das lässt die Figuren und vor allem die Protagonistin zu Beginn erschreckend klein und den Horizont der Welt ermüdend eng wirken.

Aber dann wechselt die Brennweite und es stehen immer mehr Gier, Macht, blinder Gehorsam und gefährliches Ehrengelaber im Zentrum der Geschichte und Entwicklung der Figuren. Es ist eine Auseinandersetzung damit, dass oftmals von Ehre schwadronierende Menschen genau gegensätzlich zu den dadurch beschworenen Werten leben und handeln. Dass es Fortschritt zum Wohle aller Menschen Herz und keine harte Hand braucht. Und somit liegt alledem ganz implizit doch eine Geschlechterfrage zugrunde.

Ganz schön war eigentlich, die Geschichte von Helms Klamm weiter ausgebreitet zu bekommen und zu erfahren, warum diese Feste ein derart identitätsstiftender Ort für die Menschen von Rohan ist. Aber das trägt noch keinen ganzen Film und ist, jedenfalls in dieser Form, nicht viel mehr als Andickungsmittel für Peter Jacksons Trilogie und alle, die noch nicht jede einzelne Zeile Tolkiens verschlungen haben.

★★½☆☆

JP/NZ/US, R: Kenji Kamiyama, D: Brian Cox, Gaia WiseLuke Pasqualino, Laurence Ubong Williams, Lorraine Ashbourne, Shaun Dooley, Benjamin Wainwright, Yazdan Qafouri, Miranda Otto, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: Battle Royale (2000)

Gesehen: Battle Royale (2000)
(c) capelight pictures

Diese gesamte Anordnung des BR wirkt wie eine in nicht ganz so weiter Ferne liegende Idee eines gewissen CL. Letztlich dröhnt die neoliberale Ideologie aus einem kaum ausgeschmückten Hintergrund doch unüberhörbar in den Film hinein. Schuld sind ganz sicherlich nie die in Macht und Verantwortung stehenden Menschen.

Schuld sind immer die Arbeiter*innen, die einfach nicht hart genug gearbeitet haben, um die Luxusjacht der herrschenden Klasse über Wasser zu halten. Die faule Jugend, die Moral und gesellschaftliche Zukunft vor die Wand fährt. Deshalb ist es ja nur folgerichtig, dieses Pack sich gegenseitig abschlachten zu lassen. Und wer in diesen Strukturen sozialisiert wird, ist gefühlt wirklich nur ein paar Kaffeebohnen von einer derartigen Verrohung entfernt.

Unterm Strich hätte dem Film etwas mehr explizite Gewalt sogar gutgetan. Oder einfach nur den ein oder anderen Fuß auf dem Seifenopern-Pedal weniger. Oder beides. Jedenfalls erschienen mir die Wechsel in der Tonalität oft sehr unwuchtig.

P.S.: Nachdem ich nun auch diese auf Koushun Takamis Roman basierende Bildungslücke geschlossen habe, möchte ich den The Hunger Games-Büchern und damit auch den sowieso schon maximal mäßigen nachträglich einen Punkt in der Wertung abziehen. Denn ich habe weder in den Büchern noch in den Filmen einen unbedingt fälligen Tribut (hehe) gesehen.

★★★½☆

JP, R: Kinji Fukasaku, D: Takeshi Kitano, Tatsuya Fujiwara, Aki Maeda, Tarō Yamamoto, Masanobu Andō, Kō Shibasaki, Chiaki Kuriyama, Trailer, Wikipedia
Battle Royale - Stream: Jetzt Film online anschauen
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Gesehen: Annabelle Comes Home (2019)

Gesehen: Annabelle Comes Home (2019)
(c) Warner Bros. Entertainment

Immerhin lässt sich sagen, dass das dritte Kapitel des „Annabelle"-Buchs etwas versucht – nämlich Schocks und Terror zurückzufahren, sich auf die ruhigen Momente zu besinnen. Denn Jump-Scares und Co. haben bisher nicht nur die beiden Vorgänger, sondern auch das gesamte restliche „Conjuring"-Universum regelrecht unter sich begraben.

Aber das hat es auch gebraucht, weil die Filme allesamt dabei versagen, wirkliche Horror-Momente zu erzeugen. Viel mehr als schemenhafte Figuren, die im Hintergrund durch den Flur schlurfen, ist da nämlich abseits der Taschenspieler-Schreckmomente nicht.

Und genau da liegt auch das gravierendste Problem dieses Films. Der inszenatorische Verzicht auf der einen Seite legt auf der anderen Seite frei: genau gar nichts. Diese Welt ist einfach komplett leer und ihre Figuren müssen sich entgegen der Logik dieser Welt verhalten, damit überhaupt etwas erzählt werden kann.

★☆☆☆☆

US, R: Gary Dauberman, D: Mckenna Grace, Madison Iseman, Katie Sarife, Michael Cimino, Vera Farmiga, Patrick Wilson, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: Bis ans Ende der Nacht (2023)

Gesehen: Bis ans Ende der Nacht (2023)
(c) Grandfilm

Der deutsche Gegenwartskrimi weiß dank Christoph Hochhäusler doch noch zu überraschen – nämlich fast schon alleine wegen des gelungenen Versuchs, einen Film in unserer Gegenwart und nicht über unsere Gegenwart zu erzählen.

Die Protagonistin ist eine trans Frau. Auch das ist ein Thema des Films. Aber nicht Dreh- und Angelpunkt. Trotzdem verschließt der Film nicht die Augen davor, dass die reine Existenz dieses Menschen innerhalb dieses Milieus voller toxischer Testosteronbolzen für transphobe Ausbrüche sorgt. Es werden in kondensierter Form Konflikte verhandelt, die gegenwärtiger kaum sein könnten.

Letztlich geht es jedoch um das Auseinanderdröseln eines Geflechts aus Abhängigkeitsverhältnissen, Liebe, roher sexueller Anziehung und Macht. Es wird darum gerungen, all das irgendwie in Einklang zu bringen, obwohl es vielleicht noch nie im Einklang war und vielleicht auch niemals wird. Was bleibt, ist die verklärte Erinnerung an ein längst vergangenes Gefühl, das niemals wiederkehren kann. Und endloser Schmerz.

Was ich gestehen muss: Ich habe unverhältnismäßig oft darüber nachgedacht, was wohl der Tatort aus dieser Figurenanordnung gemacht hätte. Alleine der Versuch, mir das auszumalen, gipfelte schon in jeder Menge Fremdscham. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass das ein Film über unsere Gegenwart geworden wäre. Und dazu noch kein guter.

★★★½☆

DE, R: Christoph Hochhäusler, D: Thea Ehre, Timocin Ziegler, Michael Sideris, Rosa Enskat, Ioana Iacob, Aenne Schwarz, Sahin Eryilmaz, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: The Dead Don't Hurt (2023)

Gesehen: The Dead Don't Hurt (2023)
(c) Alamode Film

Ich stehe ja auf Filme, bei denen die Macher*innen genau wissen, was ihr Drehbuch vermag und was ihre inszenatorischen Fähigkeiten hergeben. Wo sich eben nicht über die Grenzen hinweg dilettiert wird und das dann auch noch versucht wird, mit irgendwelchen Taschenspielertricks zu vertuschen. Viggo Mortensen ist sich seiner selbst und seines Films sehr genau bewusst und deshalb tiefenentspannt in sich ruhend.

Und diese Ruhe resoniert einfach extrem gut mit der Geschichte und ihren Figuren. So wird hier sehr entschleunigt nachgedacht über Recht, Gerechtigkeit und wo in diesem Venn-Diagramm das Richtige™ zu verorten ist. Wie tut man das Richtige – und zwar nicht nur für sich, sondern auch für geliebte Menschen und den Fortbestand von Werten innerhalb einer Gesellschaft, die einmal nachkommenden Generationen ein besseres Leben ermöglichen soll. Dazu gehört im Zweifelsfall auch, sich einzugestehen, dass eine Entscheidung für den Kampf um das große Gute gleichzeitig einen schmerzhaften Tribut im Kleinen fordern kann.

★★★½☆

CA/DK/MX/GB/US, R: Viggo Mortensen, D: Vicky Krieps, Viggo Mortensen, Solly McLeod, Garret Dillahunt, Danny Huston, Trailer, Wikipedia
The Dead Don’t Hurt - Stream: Jetzt Film online anschauen
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