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Filmkritik

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Gesehen: There Was a Father (1942) - Mammutaufgabe Mutterschaft

Es sind die Leerstellen, die so viel erzählen

Gesehen: There Was a Father (1942) - Mammutaufgabe Mutterschaft
Foto: Shochiku

Es ist die Abwesenheit von Frauen und ganz konkret einer Mutter, mit der Ozu hier Leerstellen erzeugt, aus denen sich wiederum klar gesellschaftskritische Fragen stellen lassen. Denn diese Leerstellen transportieren das vage Gefühl von der Mammutaufgabe Mutterschaft sowohl allgemein als auch speziell im Japan der 1940er. Wenn dort plötzlich ein Witwer mit kleinem Kind ist, der es verpasst, diese patriarchalen Verhältnisse zu reflektieren, dann ist er zum Scheitern verurteilt.

Scheitern bedeutet, diesen individuellen und gesamtgesellschaftlichen Kurs zu verstetigen. Wer so viel Wert auf das Wahren einer Fassade und auf deren Untermauerung durch ein falsches Verständnis von Lebensleistung legt, an dem zieht das Leben samt Liebe vorbei und liegt irgendwann gänzlich außer Reichweite. Die Vergänglichkeit des Lebens drängt immer wieder in den Film – etwa so schwer wie fast schon beiläufig in Form der Frage des Vaters nach der möglichen Einberufung des Sohnes zum Militär. Kontext: Der Film wurde während des Pazifikkriegs entwickelt und gedreht.

Dennoch bleibt Ozu hier grundoptimistische, indem er den zum Schluss bitterlich weinenden Sohn des Witwers zeigt – etwas, das ihm der Vater und dessen Umfeld nie zugestanden hat bzw. hätte. Aber der Sohn tut es trotzdem und tut es ehrlich – ein Zeugnis dessen, dass eben doch noch ein Losreißen von diesen eiskalten gesellschaftlichen Strukturen möglich ist.

★★★★☆

🇯🇵, R: Yasujirō Ozu, D: Ryū Chishū, Shūji Sano, Haruhiko Tsuda, Shin Saburi, Takeshi Sakamoto, Mitsuko Mito, Masayoshi Otsuka, Shinichi Himori, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Shochiku

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A ★★★★ review of There Was a Father (1942)
Es ist die Abwesenheit von Frauen und ganz konkret einer Mutter, mit der Ozu hier Leerstellen erzeugt, aus denen sich wiederum klar gesellschaftskritische Fragen stellen lassen. Denn diese Leerstellen transportieren das vage Gefühl von der Mammutaufgabe Mutterschaft sowohl allgemein als auch speziell im Japan der 1940er. Wenn dort plötzlich ein Witwer mit kleinem Kind ist, der es verpasst, diese patriarchalen Verhältnisse zu reflektieren, dann ist er zum Scheitern verurteilt. Scheitern bedeutet, diesen individuellen und gesamtgesellschaftlichen Kurs zu verstetigen. Wer so viel Wert auf das Wahren einer Fassade und auf deren Untermauerung durch ein falsches Verständnis von Lebensleistung legt, an dem

Gesehen: Saturday Night (2024) - Walzer auf Koks

Fans schauen Probe

Gesehen: Saturday Night (2024) - Walzer auf Koks
Foto: Plaion Pictures

In diesem Film steckt nicht nur so viel Liebe für SNL, sondern überhaupt für diesen Moment in der Geschichte, diese Fernsehära. Die muss man nicht teilen, um sie anerkennen und sich vielleicht auch von ihr anstecken zu lassen.

Es gefällt mir, wie elegant Jason Reitman hier die Kamera mitten durchs Chaos schickt – wie als Teil eines Walzers auf einem Hauch von Koks durch die Studios und Backrooms von 30 Rock, immer wieder in skurrile Vignetten eintauchend und in den ausufernden Bewegungen auch immer das fiebrige Geschehen mit der noch ruhenden Außenwelt kontrastierend.

Ich bin selbst fasziniert von diesem kulturellen Fass ohne Boden namens SNL. Viel von diesem hier präsentierten Inside-Baseball habe ich auf die ein oder andere Art und Weise schon einmal durchdrungen oder zumindest gestreift. Aber bei Reitman bleibt es schließlich auch oft einfach nur dabei: Inside-Baseball.

Meinem Gefühl nach interessiert sich dieser Film nämlich viel zu sehr für Namen und für Puppentheater, was für mich im Gegensatz zum doch verführerischen Stil der Inszenierung wiederum so gar nicht mitreißend war.

★★½☆☆

🇺🇸, R: Jason Reitman, D: Gabriel LaBelle, Rachel Sennott, Cory Michael Smith, Ella Hunt, Dylan O’Brien, Emily Fairn, Matt Wood, Lamorne Morris, Kim Matula, Tommy Dewey, Cooper Hoffman, Nicholas Braun, Andrew Barth Feldman, Finn Wolfhard, Willem Dafoe, J.K. Simmons, Kaia Gerber, Catherine Curtin, Matthew Rhys, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Plaion Pictures

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A ★★½ review of Saturday Night (2024)
In diesem Film steckt nicht nur so viel Liebe für SNL, sondern überhaupt für diesen Moment in der Geschichte, diese Fernsehära. Die muss man nicht teilen, um sie anerkennen und sich vielleicht auch von ihr anstecken zu lassen. Es gefällt mir, wie elegant Jason Reitman hier die Kamera mitten durchs Chaos schickt – wie als Teil eines Walzers auf einem Hauch von Koks durch die Studios und Backrooms von 30 Rock, immer wieder in skurrile Vignetten eintauchend und in den ausufernden Bewegungen auch immer das fiebrige Geschehen mit der noch ruhenden Außenwelt kontrastierend. Ich bin selbst fasziniert von diesem kulturellen

Gesehen: I Was Born, But… (1932) - Stummes Klassenbewusstsein

Das Echo ist trotzdem bis in unseren Spätkapitalismus hinein zu hören.

Gesehen: I Was Born, But… (1932) - Stummes Klassenbewusstsein
Foto: trigon-film

Klassenbewusstsein und die kritische Auseinandersetzung mit autoritären Strukturen, die sich unter anderem aus ökonomischen (Abhängigkeits-)Verhältnissen ergeben und unhinterfragt verstetigen, das beschäftigt Ozu hier.

Die Figur des Vaters ist die Verkörperung von einer Unterwerfungssucht, die auch heute noch im Spätkapitalismus widerhallt. Dieser Mann geriert sich selbst außerhalb des Arbeitskontextes regelrecht als Diener seines Chefs. Er verspricht sich davon beruflichen und in der Folge gesellschaftlichen Aufstieg, ohne zu erkennen, dass er für seinen Chef nicht mehr als eine innerhalb eines Wimpernschlags austauschbare Gestalt ist und immer bleiben wird.

Inmitten dieses Elends erleben wir den Film und im übertragenen Sinne das Kino als egalisierendes Element in einem von größter Ungleichheit geprägten Gefüge. Klar, besonders die ökonomische Ungleichheit wird dadurch natürlich nicht aufgelöst. Der Film bringt dennoch Menschen unterschiedlichster Klassen immerhin in einem Raum zusammen.

Was jedoch auch parallel mitgedacht werden muss: Viele Lacher über die gezeigten Homevideos gehen auf Kosten des Vaters. Für seine beiden kleinen Söhne ist das ein Schlüsselmoment, denn sie erkennen, dass es kein Entkommen aus diesen ungleichen Strukturen gibt, solange das Spiel mitgespielt wird. Die Kinder haben einen wesentlich klareren und progressiveren Blick nach vorne als ihr Vater. Darin liegen viel Hoffnung und Optimismus.

★★★★☆

🇯🇵, R: Yasujirō Ozu, D: Tatsuo Saitō, Mitsuko Yoshikawa, Hideo Sugawara, Tomio Aoki, Seiichi Katō, Takeshi Sakamoto, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: trigon-film

A ★★★★ review of I Was Born, But... (1932)
Klassenbewusstsein und die kritische Auseinandersetzung mit autoritären Strukturen, die sich unter anderem aus ökonomischen (Abhängigkeits-)Verhältnissen ergeben und unhinterfragt verstetigen, das beschäftigt Ozu hier. Die Figur des Vaters ist die Verkörperung von einer Unterwerfungssucht, die auch heute noch im Spätkapitalismus widerhallt. Dieser Mann geriert sich selbst außerhalb des Arbeitskontextes regelrecht als Diener seines Chefs. Er verspricht sich davon beruflichen und in der Folge gesellschaftlichen Aufstieg, ohne zu erkennen, dass er für seinen Chef nicht mehr als eine innerhalb eines Wimpernschlags austauschbare Gestalt ist und immer bleiben wird. Inmitten dieses Elends erleben wir den Film und im übertragenen Sinne das Kino als

Gesehen: Touched (2023) - Bitterböses Machtspiel

Wie das Gefälle verläuft, wechselt ständig

Gesehen: Touched (2023) - Bitterböses Machtspiel
Ísold Halldórudóttir // Foto: Cologne Cine Collective

Am meisten hat mich hier dieses mitunter bitterböse Machtspiel zwischen den beiden Figuren fasziniert und wie es dabei nie sonderlich lange ein klares, sondern ein permanent die Seiten wechselndes Gefälle gibt.

Der Film spielt mit unseren Vorurteilen, stellt unsere Annahmen permanent infrage und bricht mit unseren Erwartungen. Das vollzieht er immer wieder mittels sexueller und psychischer Transgression, mit dem klaren Übertreten moralischer Grenzen.

Es bleibt an uns, das nie aus den Augen zu verlieren angesichts der vielen eben auch sehr sinnlichen Momente, in denen sich zwei in diesen Momenten zutiefst verletzliche Menschen einander annähern und ihre physische Verfasstheit hinter sich zu lassen scheinen.

Die beiden geben sich Hoffnung und missbrauchen einander emotional. Sie gleichzeitig das Beste und das Schlimmste, was dem/der jeweils anderen passiert ist.

Das größte Manko dieser wirklich spannenden Reibungsfläche ist die starke Iterativität der Inszenierung, die ihre Figuren in vielen ähnlichen Situationen gegenüberstellt und dabei die Nuancierung aus den Augen verliert, zu wenig ausdifferenziert, um wirklich weitere Schichten freilegen zu können.

★★★½☆

🇩🇪, R: Claudia Rorarius, D: Ísold Halldórudóttir, Stavros Zafeiris, Hannah Schutsch, Hannah Schutsch, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Cologne Cine Collective

Der Film steht noch bis zum 12. Juni 2025 in der ARD-Mediathek:

ARD Debüt: Touched - hier anschauen
Weder im Berufs- noch im Liebesleben kann Maria (19) bisher Erfolge verbuchen. Verunsichert hofft sie, in ihrem neuen Job als Pflegekraft in einem Heim für Menschen mit Handicap ihre Erfüllung zu finden. Hier trifft sie den vom Hals abwärts gelähmten Bewohner Alex. Einerseits ist es sonnenklar, dass die beiden zueinander finden, andererseits ist diese Beziehunmg verboten und abwegig. Maria ist glücklich, endlich hat sie jemanden gefunden, mit dem sie sich ausprobieren kann. Aber Alex fordert immer mehr von ihr. Je weiter Maria sich zurückzieht, desto stärker wird sein Verlangen. Trotzdem gibt diese Affäre beiden auch die Zuneigung, die sie so dringend brauchen. Maria ist hin- und hergerissen. Liebt sie Alex? Kann sie weiterhin leisten, was er von ihr verlangt? Ihre Hoffnungen auf ein Happy End lösen sich mit jedem Tag weiter auf. Als Alex sie schließlich zutiefst demütigt, trifft sie eine drastische Entscheidung. Sie versucht, ihn mit einem Kissen zu ersticken. Doch der Tötungsversuch misslingt, und Maria muss sich endlich ihrem neuen Leben stellen. Eine Liebesgeschichte, die sich im Umfeld von Abhängigkeiten entwickelt und die Liebe damit beinahe unmöglich macht. Mit Ísold Halldórudóttir, Stavros Zafeiris,Yousef Sweid, Angeliki Papoulia, Maj-Britt Klenke Regie Claudia Rorarius
Touched - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
Gibt es Touched auf Netflix, Amazon, Sky Ticket, iTunes oder Disney+ und co legal? Jetzt online Stream finden!
A ★★★½ review of Touched (2023)
Am meisten hat mich hier dieses mitunter bitterböse Machtspiel zwischen den beiden Figuren fasziniert und wie es dabei nie sonderlich lange ein klares, sondern ein permanent die Seiten wechselndes Gefälle gibt. Der Film spielt mit unseren Vorurteilen, stellt unsere Annahmen permanent infrage und bricht mit unseren Erwartungen. Das vollzieht er immer wieder mittels sexueller und psychischer Transgression, mit dem klaren Übertreten moralischer Grenzen. Es bleibt an uns, das nie aus den Augen zu verlieren angesichts der vielen eben auch sehr sinnlichen Momente, in denen sich zwei in diesen Momenten zutiefst verletzliche Menschen einander annähern und ihre physische Verfasstheit hinter sich

Gesehen: Sonnenplätze (2024) - Erwarteter Erwartungsbruch

Mit dem typischen Hauch einer Abschlussarbeit

Gesehen: Sonnenplätze (2024) - Erwarteter Erwartungsbruch
Julia Windischbauer // Foto: Filmwelt Verleihagentur

Diese Anordnung hat mich schon gepackt: Da ist die junge Frau aus Künstler:innen-Haushalt, die an ihrem Debütroman arbeitet und dabei jedoch kaum aus dem Schatten ihrer Eltern hervorzutreten vermag. Die einerseits Erwartungen und Ansprüchen gerecht werden will und andererseits als Akt der Abgrenzung genau diese eigentlich zu sprengen versucht.

Doch wie will sie mit Erwartungen brechen, wenn die Erwartung ist, dass sie Kunst schafft? Kunst zu schaffen, ist immer auch ein Akt des Brechens mit Erwartungen. Kunst wohnt das Unerhörte inne und mindestens einmal eine Skepsis gegenüber dem Status quo. Hier entsteht eine spannende Reibung, die einfach nicht aufzulösen ist.

Angesichts der Tatsache, dass SONNENPLÄTZE ein Abschlussfilm an der HFF München ist, erscheint all das jedoch plötzlich deutlich weniger interessant. Denn damit hält Einzug, was ich hier in Leipzig zum Beispiel sehr oft bei den Diplomrundgängen an der Hochschule für Grafik und Buchkunst sehe: ein selbstreferenzielles Hadern mit dem künstlerischen Schaffensprozess. Das ist so verständlich wie leider eben auch erwartbar und eher uninteressant. Mein Eindruck ist dann immer: Hier ist jemand, die/der gar keine eigenen Themen hat. Das ist einfach schade.

★★★☆☆

🇩🇪, R: Aaron Arens, D: Julia Windischbauer, Juliane Köhler, Niels Bormann, Jeremias Meyer, Jeremy Mockridge, Trailer, Letterboxd, Foto: Filmwelt Verleihagentur

Sonnenplätze - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
Finde heraus, wie und wo du “Sonnenplätze” heute auf Netflix, Prime Video, Disney+ & Co. online sehen kannst – einschließlich 4K und kostenloser Optionen.
A ★★★ review of Places in the Sun (2024)
Diese Anordnung hat mich schon gepackt: Da ist die junge Frau aus Künstler:innen-Haushalt, die an ihrem Debütroman arbeitet und dabei jedoch kaum aus dem Schatten ihrer Eltern hervorzutreten vermag. Die einerseits Erwartungen und Ansprüchen gerecht werden will und andererseits als Akt der Abgrenzung genau diese eigentlich zu sprengen versucht. Doch wie will sie mit Erwartungen brechen, wenn die Erwartung ist, dass sie Kunst schafft? Kunst zu schaffen, ist immer auch ein Akt des Brechens mit Erwartungen. Kunst wohnt das Unerhörte inne und mindestens einmal eine Skepsis gegenüber dem Status quo. Hier entsteht eine spannende Reibung, die einfach nicht aufzulösen ist.

Gesehen: Let the Sunshine In (2017) - Verblasste Bedürfnisse

Berührend, aber nur wenig gewagt

Gesehen: Let the Sunshine In (2017) - Verblasste Bedürfnisse
Juliette Binoche // Foto: Pandora Film Verleih

Verfilmte Orientierungslosigkeit, die mich doch berührt hat. Juliette Binoches Figur als Frau mittleren Alters wird von allen, aber vor allem von Männern, fast schon nach Belieben geformt. Sie schreiben ihr vor, wie sie zu lieben, zu begehren, zu sehnen und Sex zu haben hat. Sie missbrauchen sie als emotionalen Mülleimer, ziehen sie mit Gewalt zu sich heran, nur um sie dann wieder voller Verachtung wegzustoßen. Eigene Bedürfnisse sind längst verblasste Relikte der Vergangenheit, als Frau in diesem Alter muss man offenbar nehmen, wie andere dich haben wollen.

Inszeniert erscheint mir das alles jedoch wenig gewagt. Von Claire Denis bin ich noch ruhigere, noch kontemplativere Filme gewohnt, die noch länger in den Gefühlen der Figuren verharren und allem so eine gewisse Unausweichlichkeit verliehen wird, die diesem Film hier leider etwas abgeht.

★★★½☆

🇧🇪/🇫🇷, R: Claire Denis, D: Juliette Binoche, Xavier Beauvois, Philippe Katerine, Josiane Balasko, Sandrine Dumas, Nicolas Duvauchelle, Alex Descas, Laurent Grévill, Bruno Podalydès, Paul Blain, Valeria Bruni Tedeschi, Gérard Depardieu, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Pandora Film Verleih

Meine schöne innere Sonne - Stream: Jetzt online anschauen
Wie und wo du “Meine schöne innere Sonne” online auf Netflix & anderen Anbietern ansehen kannst – einschließlich kostenloser Streams.
A ★★★½ review of Let the Sunshine In (2017)
Verfilmte Orientierungslosigkeit, die mich doch berührt hat. Juliette Binoches Figur als Frau mittleren Alters wird von allen, aber vor allem von Männern, fast schon nach Belieben geformt. Sie schreiben ihr vor, wie sie zu lieben, zu begehren, zu sehnen und Sex zu haben hat. Sie missbrauchen sie als emotionalen Mülleimer, ziehen sie mit Gewalt zu sich heran, nur um sie dann wieder voller Verachtung wegzustoßen. Eigene Bedürfnisse sind längst verblasste Relikte der Vergangenheit, als Frau in diesem Alter muss man offenbar nehmen, wie andere dich haben wollen. Inszeniert erscheint mir das alles jedoch wenig gewagt. Von Claire Denis bin ich