Religiöser Faschismus, aber mit performativen QVC-Prediger*innen und selbstbewusster Inszenierung.
★★★½☆
Religiöser Faschismus, aber mit performativen QVC-Prediger*innen und selbstbewusster Inszenierung.
★★★½☆
Nette postkoloniale Sinnsuche, bei der man die Einflüsse zunächst sehr deutlich spürt und schließlich auch sehr deutlich sieht. Geht aber gut auf.
★★★½☆

Wissen, Macht, Missbrauch, Schuld, Vergebung, Wiedergutmachung – darum kreist Paul Schrader in diesem Garten immer und immer wieder. Dabei hat er es mir nicht leicht gemacht, diese Bewegung bis zum Schluss mitzugehen. Und doch glaube ich, dass genau darin die große Stärke des Films liegt – in den enormen Ambivalenzen, die Schrader hier skizziert, aber auch durch das Überschreiten von moralischen Grenzen.
Das geschieht jedoch nie der reinen Provokation wegen und auch nicht, um zu relativieren oder zu verharmlosen, sondern zur Überprüfung der eigenen Denkmuster und des eigenen Wertekompasses. Man kann diesen Figuren klar entgegenstehen und für sich trotzdem viel aus dem Film und den provozierten Gedanken gewinnen.
★★★★☆
Hat mir als Actionkino besser als der Vorgänger gefallen, aber das Krachbumm nutzt sich trotz aller Schauwerte wahnsinnig schnell ab. Ähnlich stumpf ist dann auch die Auseinandersetzung mit dem bösen Russen™.
So richtig verstehe ich immer noch nicht, warum Stallone nach dem smarten ersten Teil die Reihe in diese Richtung weitergetrieben hat. Wahrscheinlich wegen des drei Jahre zuvor wie eine Bombe eingeschlagenen ROCKY IV, der mit einer ähnlich dummen Schablonenhaftigkeit mehrere Geldspeicher gefüllt hat.
Dazu rennt der Film völlig blind ins offene Messer des im Hintergrund noch gar nicht abgeschlossenen Konflikts in Afghanistan und der längst nicht aufgearbeiteten Rolle der USA darin. RAMBO III ist überhasteter Quatsch.
★★☆☆☆
Huh, wie konnte das denn passieren? Ach ja, „Screenplay by Sylvester Stallone und James Cameron“. Da wundert mich dieser unverhohlene, unkritische, distanzlose und schlichtweg hohle Militarismus bzw. Patriotismus, der hier zelebriert wird, kaum noch. Wie hier denen, die noch durch die richtige™ Schule gegangen sind, Unfehlbarkeit unterstellt wird, das ist wirklich ekelhaft und blendet vor allem die tatsächliche Realität des Vietnamkrieges und des Agierens der US-Armee aus. Aber wer sein Land so sehr liebt, dem kann man ein paar „Fehltritte“ ja durchgehen lassen, oder?
★½☆☆☆
FIRST BLOOD ist bei Weitem kein THE DEER HUNTER, sicherlich noch einmal rundgespülteres Hollywood-Kino und etwas sehr direkt in seiner Ausdrucksweise – aber wie schnittig er mit seinen bescheidenen Mitteln effektiv auf den Punkt erzählt, ist einfach gut gemacht.
Letztlich setzt der Film in einem schon sehr weit fortgeschrittenen Prozess der Entmenschlichung ein, der bereits mit der Ausbildung John Rambos zur Elite-Killermaschine begann, mit den Kriegserfahrungen in Vietnam fortgesetzt wurde und nun zurück in der Heimat mit den mittelbaren und unmittelbaren Folgen des Krieges gegen die Wand von Gesellschaft und Regierung rennt.
Jetzt, wo die Veteranen nicht mehr gegen Massen von gesichtslosen Vietnamesen, sondern gegen Traumata kämpfen müssen, werden sie fallengelassen wie heiße Kartoffeln. Jetzt dürfen sie keine Menschen mehr sein.
★★★★☆