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Filmkritik

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Gesehen: Sörensen fängt Feuer (2023) - Distinktiv albern

Runde zwei für Sörensen

Gesehen: Sörensen fängt Feuer (2023) - Distinktiv albern
Foto: NDR, Michael Ihle

Runde zwei für Sörensen und auch hier ist Bjarne Mädel wieder hoch anzurechnen, dass er sich inmitten des deutschen Krimi-Einheitsbreis so sehr um visuelle Distinktion bemüht. Auch hier findet er wieder aus spannenden Winkeln heraus schöne Motive, spielt in der Bildsprache gekonnt mit Architektur. Aber genauso gibt es visuelle Gags wie die zum Heiligenschein werdende Deckenlampe, die einfach nur albern sind.

Den Fall habe ich als adäquat zeitgeistig empfunden, nur will er sich nicht richtig in das entworfene Universum einfügen. Ein Geschmäckle haben ein paar Randbemerkungen zu Sexismus und Feminismus, weil doch gerade einem Film mit psychisch erkrankter Hauptfigur klar sein sollte, warum es wichtig ist, aufeinander Acht zu geben und andere Menschen mit Empathie zu begegnen. Das ist sogar elementarer Bestandteil von SÖRENSEN HAT ANGST, nur verliert SÖRENSEN FÄNGT FEUER leider das Innenleben seiner Figur etwas aus den Augen.

★★½☆☆

🇩🇪, R: Bjarne Mädel, D: Bjarne Mädel, Katrin Wichmann, Leo Meier, Liv Clasvogt, Luise Heyer, Karoline Eichhorn, Michael Maertens, Joachim Meyerhoff, Edita Malovčić, Markus John, Franz Schmidt, Hilke Altefrohne, Carmen Molinar, Godehard Giese, Lina Beckmann, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: NDR, Michael Ihle

Sörensen fängt Feuer - Stream: Jetzt Film online anschauen
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A ★★½ review of Sörensen Catches Fire (2023)
Runde zwei für Sörensen und auch hier ist Bjarne Mädel wieder hoch anzurechnen, dass er sich inmitten des deutschen Krimi-Einheitsbreis so sehr um visuelle Distinktion bemüht. Auch hier findet er wieder aus spannenden Winkeln heraus schöne Motive, spielt in der Bildsprache gekonnt mit Architektur. Aber genauso gibt es visuelle Gags wie die zum Heiligenschein werdende Deckenlampe, die einfach nur albern sind. Den Fall habe ich als adäquat zeitgeistig empfunden, nur will er sich nicht richtig in das entworfene Universum einfügen. Ein Geschmäckle haben ein paar Randbemerkungen zu Sexismus und Feminismus, weil doch gerade einem Film mit psychisch erkrankter Hauptfigur klar

Gesehen: Swan Song (2021) - Schmerzraum

Ob des unendlichen Schmerzes nicht zu verbittern, ist eine Kunst

Gesehen: Swan Song (2021) - Schmerzraum
Foto: Plaion Pictures

Es ist sehr bemerkenswert, wie dieser Film auf Bilder und Beschreibungen von Tod, Leid und Elend verzichtet, obwohl der Schmerz der AIDS-Epidemie so tief sitzt, die hinterlassene Schneise der Zerstörung so gewaltig ist. Und trotzdem transportiert SWAN SONG dieses Gewicht immer spürbar mit und geht mit weit geöffneten Armen auf seine Figuren und allen anderen zu, die durch diese Zeit gegangen sind, in der Familie, Freunde und Partner wie die Fliegen weggestorben sind, während Politik und Gesellschaft nicht viel mehr als die eiskalte Schulter übrig hatten. SWAN SONG erzählt ohne Verbitterung oder gar Rachegelüste, sondern gibt dem Schmerz und der Trauer Raum, der an anderen Stellen oft fehlt.

★★★★☆

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Gesehen: Pickpocket (1959) - Filmhistorisches Destillat

Ein Film des Zehrens

Gesehen: Pickpocket (1959) - Filmhistorisches Destillat
Foto: BFI

Moral, Schuld, Verantwortung, Grenzen, Notwendigkeiten, Lebensgründe – Robert Bressons Film ist auch 14 Jahre nach Kriegsende noch geprägt von den drängenden Fragen und gesellschaftlichen Realitäten dieser und der Nachkriegszeit. Mit einem Film, der selbst noch von Elementen des Poetischen Realismus und Einflüssen des italienischen Neorealismus zehrt, arbeitet sich Bresson in eine neue Zeitrechnung vor. Denn aus den Trümmern des Krieges ist wieder eine Gesellschaft auferstanden, in der Wohlstand zwar existiert, jedoch nicht für alle da ist – was wiederum auch Teil des Nährbodens der beginnenden Nouvelle Vague war.

All das macht PICKPOCKET für mich zu einem großartigen (film-)historischen Destillat.

★★★★☆

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Gesehen: Misery (1990) - Hoheitskämpfe

Im Kern geht es um die Kunst

Gesehen: Misery (1990) - Hoheitskämpfe
Foto: Capelight Pictures

Dieses Bild des gottgleichen kosmopolitischen Literaten, der vom einfältigen Landei hochstilisiert wird, ist selbstverständlich eine im Kern misogyne Erzählung. MISERY jedoch ausschließlich über diesen Kamm zu scheren, scheint mir dann aber doch zu einfach. Denn gelesen werden kann aus dem Film tatsächlich auch ziemlich viel über das Verhältnis von Kunstschaffenden zu ihrer Kunst zu den Rezipient*innen. So ließe sich durchaus argumentieren, dass die Figur des Paul Sheldon sein eigenes Leid immer größer werden lässt, weil er so verbissen auf der Kontrolle der Protagonistin seiner Bücher und ihrer Geschichte beharrt. Doch sobald Kunst™ einmal in der Welt ist, gehört die Deutungshoheit (meiner Meinung nach) nur noch dem Publikum. Kontrolle hingegen ist das, was Kunst klein bleiben lässt.

Losgelöst von der Anordnung der Geschlechterrollen und Gedanken zum Kunstbegriff ist MISERY aber auch einfach super unterhaltsam. Kathy Bates kann super auf diesem immer leicht überspannten Bogen spielen und die Welt um die beiden Hauptfiguren herum ist von herrlich schrulligen Gestalten bevölkert, die Erinnerungen an den sechs Jahre später erschienenen FARGO (1996) wecken.

★★★½☆

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Three Kings (1999) - Respektlos

Three Kings (1999) - Respektlos
Bild: Warner Bros., Plaion Pictures
US · R: David O. Russell · D: George Clooney, Mark Wahlberg, Ice Cube, Spike Jonze, Cliff Curtis, Nora Dunn, Saïd Taghmaoui · Trailer · Letterboxd · IMDb · JustWatch · Wikipedia

Zeigt von Beginn wenig bis keinen Respekt vor nichts und niemandem mit nur einem Funken Macht in der Misere des Krieges. Unterm Strich übernimmt sich der Film jedoch, ist viel zu überladen und zu sehr darauf aus, dass sich ein westliches Publikum dann doch noch zufrieden auf die Schultern klopfen kann.

★★★☆☆

Totally Killer (2023) - Verbrechen ohne Punkt

Totally Killer (2023) - Verbrechen ohne Punkt
Bild: Amazon Studios, Blumhouse
USA · R: Nahnatchka Khan · D: Kiernan Shipka, Olivia Holt, Julie Bowen, Charlie Gillespie, Lochlyn Munro, Randall Park · Trailer · Letterboxd · IMDb · JustWatch · Wikipedia

Das größte Verbrechen am Unterhaltungskino sind und bleiben Filme, die eine Laufzeit von 90 Minuten überschreiten. Auch TOTALLY KILLER kommt einfach nicht auf den Punkt. Dabei macht er durchaus Spaß, ist okay besetzt und hat ein paar nette Ideen hinsichtlich des gesellschaftlich ausgebrüteten Horrors. Dann ist man sich aber – IN EINEM SLASHER! – nichtmal für extrem billiges CGI-Blut beim Abmessern zu schade und versteigt sich in einem extrem kurz gedachten Kommentar zur morbiden True-Crime-Obsession der Öffentlichkeit.

★★½☆☆