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Filme & Serien

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Das ist das neue Serienprojekt unter Mitwirkung von Lilly Wachowski

Die THE MATRIX-Macherin produziert eine Workplace-Comedy über eine Postproduktionsbude.

Das ist das neue Serienprojekt unter Mitwirkung von Lilly Wachowski
Bild: Final Final Final Productions

Lilly Wachowski ist Executive Producerin der Pilotfolge für eine potenzielle Serie über die Arbeit in einer Postproduktionsbude. Die trägt den Titel POST, der Pilot läuft unter Sizzle Reel und lässt sich kostenlos auf Vimeo anschauen. Und genau das habe ich getan.

howdy! my pals created a pretty funny tv pilot about post production! here is a "SIZZLE REEL!" i am also an EP!

Lilly Wachowski (@lillywachowski.bsky.social) 2025-08-05T20:59:52.521Z

Die exklusive Credits knappen acht Minuten haben mich ein bisschen an Mythic Quest auf Apple TV+ erinnert. Diese Art der Workplace-Comedy birgt durchaus Potenzial.

Denn dass Postproduktionsbuden unter enormem zeitlichen und wirtschaftlichem Druck arbeiten, die Arbeiter*innen mitunter unter prekären Bedingungen schuften müssen, teilweise nach Strich und Faden ausgebeutet werden und unter brutalen Hierarchien leiden, gehört nicht nur zu den wichtigsten Facetten der derzeitigern Kulturindustrie, sondern erzählt auch darüber hinaus viel über den Menschen im Mahlstrom des Spätkapitalismus.

Damit das Thema auf Serienlänge funktioniert, sind natürlich aber auch Figuren notwendig, zu denen wir als Publikum auf die eine oder andere Art einen emotionalen Zugang finden. Wie gut das hier funktionieren könnte, lässt sich nach nur knapp acht Minuten Material natürlich nur schwer sagen. Denn in diesem verknappten Zeitraum wirken einfach alle Figuren wie lauwarme Stereotype und nicht wie interessante Archetypen.

Die beiden Schöpfer sind jedenfalls vom Fach:

The idea for POST began at the wrap party for WORK IN PROGRESS, the last TV show Ethan and Will worked on together. Ethan has worked as a composer and music editor on projects ranging from V for Vendetta to the Netflix hit Sense8 as well as countless local jingles and industrials. Will is a filmmaker whose most recent project, Denise Sells Houses, is screening at JUST FOR LAUGHS in the summer of 2025. Partnering with Lilly Wachowski and harnessing the comedic talents of Chicago, Ethan and Will already have a post team ready to go, the only small thing left to do is film the show.
POST - SIZZLE REEL_finalFinalFINAL.mov

Jean-Luc Gordards letztes Filmprojekt „Scénarios" und dessen Entstehung

Arte „versteckt" das finale Projekt des legendären Filmemachers inmitten einer Kurzdoku.

Jean-Luc Gordards letztes Filmprojekt „Scénarios" und dessen Entstehung
Jean-Luc Godard (Foto: Gary Stevens unter CC BY 2.0)

Bei Arte ist aktuell (noch bis zum 01. Dezember 2025) ein kurzer Dokumentarfilm über Jean-Luc Godards Arbeiten an seinem letzten Filmprojekt vor seinem freiwilligen Tod am 13. September 2022 im Programm. Was jedoch aus unerfindlichen Gründen im Beschreibungstext nicht so richtig erwähnt wird: Eben dieser Film ist am Ende des dokumentarischen Parts in voller Länge auch noch zu sehen.

SCÉNARIOS heißt dieser Film. Der sollte eigentlich kein Kurzfilm werden, aber Godard hat das Projekt vor seinem selbstgewählten Tod nicht mehr fertigstellen können, es noch mal umgestellt und seinen Kollaborateur:innen eine Anleitung hinterlassen, wie sie alles zusammensetzen sollen.

Die Geschichte von “Drehbuch” - Die ganze Doku | ARTE
Als Jean-Luc Godard am 13. September 2022 aus dem Leben scheidet, folgt auch dies einem Drehbuch, das er selbst geschrieben hat: Er entscheidet sich für Sterbehilfe. Zuvor hatte er bereits zwei Jahre an einem letzten Langfilmprojekt gearbeitet, das den Titel “Drehbuch” tragen sollte. Der Dokumentarfilm rekonstruiert die Entstehungsgeschichte des Films.

Was ich zum dokumentarischen Part zu sagen habe...

A review of Exposé du film annonce du film “Scénario” (2024)
Es ist schon bemerkenswert, wie aus so vielen Worten, Zitaten, Bildern, Clips, Momenten, Orten und Menschen am Ende ein derart ungebrochener Bewusstseinsstrom entfließt, der von extremer Klarheit geprägt ist – und für den kaum etwas dem Zufall überlassen wird.

...und zum eigentlichen Kurzfilm:

A review of Scénarios (2024)
Man kann hier sicherlich viel herauslesen zu den Weichenstellungen der Geschichte. Aber ich kam nicht umhin, das vor allem mit der finalen Szene als selbstironischen Beitrag eines im Herzen schelmischen Jungen zur Bildung seiner eigenen Legende zu sehen.

Förderung fraglich: DOK Leipzig muss sich Barrierefreiheit crowdfunden lassen

Die CDU-geführte Landesregierung setzt die Kettensäge an die Kultur.

Förderung fraglich: DOK Leipzig muss sich Barrierefreiheit crowdfunden lassen
Foto: DOK Leipzig, Lukas Diller

Heute und morgen will der Landtag in Sachsen ein letztes Mal den nächsten Doppelhaushalt besprechen. Geht der durch, wird es unter anderem für die Kultur ziemlich finster. Das DOK Leipzig setzt jetzt sogar auf Crowdfunding, um fünf Filme mit Audiodeskriptionen oder erweiterten deutschen Untertiteln ausstatten zu können. 10.000 Euro sollen dafür zusammenkommen.

Schon seit vielen Jahren zeigt das Festival Filme mit barrierefreien Fassungen. Bislang wurde die Umsetzung dieses Angebots vom Freistaat Sachsen gefördert. 2025 entfallen diese Mittel voraussichtlich vollständig[...].

Ein absolutes Armutszeugnis für das (Bundes-)Land. Das DOK Leipzig ist nicht nur eines der wichtigsten Dokumentarfilmfestivals weltweit, sondern auch das älteste überhaupt. Doch das Festival ist mehr als nur ein internationales Aushängeschild, sondern auch ganz konkret ein Ort der Begegnung – nicht nur für Sächs*innen, sondern für Menschen aus der ganzen Welt mit den unterschiedlichsten Lebensrealitäten.

Das baut ganz konkret (Denk-)Barrieren ab, schafft Zusammenhalt und Gemeinschaftsgefühl. Aber dass das nicht die Gemeinschaft ist, die einer CDU-geführten Landesregierung vorschwebt, überrascht dann wiederum auch nicht sonderlich 🤷‍♂️

Wie prekär die Lage des Festivals tatsächlich ist, scheint deutlich dabei durch, wie sich Festivalleiter Christoph Terhechte in der Pressemitteilung zitieren lässt.

Wir möchten dennoch versuchen, dieses Jahr zumindest ein kleines Angebot an barrierefreien Filmen auf die Beine zu stellen. Daher wenden wir uns jetzt an alle, die dem Festival verbunden sind. Wir sind dankbar für jede Form von Unterstützung.
DOK Leipzig startet Crowdfunding für barrierefreie Filmfassungen · DOK Leipzig

„Träume fürs Kino": Durch die Lange Nacht mit Federico Fellini

Featuring Marcus Stiglegger, Christoph Hochhäusler und Petra Seeger

„Träume fürs Kino": Durch die Lange Nacht mit Federico Fellini

Sonderlich tief bin ich bisher noch nicht in die Filmwelt Federico Fellinis eingetaucht. Nichtmal LA DOLCE VITA habe ich gesehen; nur , NIGHTS OF CABIRIA und AMARCORD konnte ich bislang ins Tagebuch schreiben.

Natürlich habe ich trotzdem die jüngste Lange Nacht über den legendären italienischen Filmemachers gehört. Mich hat gefreut, immer wieder Einsichten und Analysen von Marcus Stiglegger, Christoph Hochhäusler und Petra Seeger kredenzt zu bekommen.

Federico Fellini schuf Kinoträume. Viermal gewann der Italiener den Oscar – und einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk. Er war einer der einflussreichsten Regisseure des europäischen Kinos.
Federico Fellini: Träume fürs Kino
„La strada, „La dolce vita“, „Satyricon“: Fellini schuf Kinoträume. Viermal gewann der Italiener den Oscar – und einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk.

Der Dokumentarfilm stirbt und Streamer heben schon mal das Grab aus

PR-Slob sorgt eben für the most bang for the buck 🤷‍♂️

Der Dokumentarfilm stirbt und Streamer heben schon mal das Grab aus
Foto: Sudan Ouyang / Unsplash

Zach Schonfeld hat für den Guardian ein Stück geschrieben, das mir mit einem Megafon aus der Seele schreit. Es geht um eine äußerst bedenkliche Entwicklung auf dem Dokumentarfilmmarkt. Dort lodert nämlich seit geraumer Zeit ein Müllkippenbrand. Gelegt haben den die Streaming-Services und nun wenden sie liebend gern Zeit und substanzielle Teile ihres Budgets darauf, weiter Öl ins Feuer zu kippen.

Schonfeld umreißt gut die großen Probleme: Die Streamer wollen the most bang for the buck aka das größtmögliche (zahlende) Publikum bei möglichst wenig teueren Rechtsstreits mit den Subjekten ihrer „Dokumentarfilme". Da diese Taktik offenbar aufgeht, werden richtige Dokumentarfilme gar nicht erst finanziert.

The problem isn’t that such films exist; it’s that they suck up all the oxygen – and money – from documentary distribution.

Was bleibt, ist im besten Fall ein weichgespülter Imagefilm, im schlimmsten Fall reinste Propaganda.

Was mich als Zuschauer abseits dieser Budgetverschiebung hin zu PR-Slob so extrem ärgert: Die Macher:innen dieser Filme und Serien trauen sich entweder nicht mal, die Produktionsverhältnisse für das Publikum offenzulegen oder sie sind vertraglich dazu verpflichtet, das nicht weiter zu erwähnen. Beides ist schlecht.

Manchmal trägt man diesen blanken Hohn dann auch noch offen vor sich her – im Fall von Amazon selbstverständlich aus rein politischem Kalkül.

Meanwhile, Amazon Prime (whose parent company recently donated to Trump’s inauguration, which its CEO Jeff Bezos personally attended) is spending $40m to make a Melania Trump vanity documentary, from which the first lady will reportedly profit. Projects like that are closer to propaganda than journalism, and this one’s being bankrolled and legitimised by one of the largest and most powerful streaming companies in the entertainment industry.

Schonfelds Fazit, dem ich mich anschließe:

Documentaries ought to challenge and hold power to account more than they flatter. Instead, in a landscape where a few streaming companies owned or run by billionaires dominate the documentary market in the US, viewers are paying the price.
From Prince to Michael Jackson: why are the most controversial documentaries getting canned?
As Netflix scraps an epic series exploring the Purple Rain star’s complexities, and Max takes down Leaving Neverland, we ask: are celebrity-endorsed docs, such as the $40m Melania Trump hagiography, the future?

Um noch ein bisschen Meinung aus dem eigenen Nähkästchen hervorzukramen:

Bei Mubi gibt es etwa mit HIGH & LOW einen Film über den Modedesigner John Galliano zu sehen. Produziert wurde der von Vogue-Eigentümer Condé Nast. Der Konzern lässt sich dabei die Gelegenheit nicht entgehen, sich die eigenen Hände in Unschuld zu waschen und das eigene eklatante Versagen unter den Teppich zu kehren.

Gesehen: High & Low – John Galliano (2023) - Medienversagen
Ich bin wirklich stocksauer über diesen Film und auf mich selbst, es vorher nicht besser gewusst zu haben. Denn HIGH & LOW ist eine Produktion von Condé Nast Entertainment (CNE), dem Studioarm des Megaverlags, zu dem unter anderem die Vogue gehört, an deren Spitze wiederum Anna Wintour steht, die ebenfalls noch

Apple TV+ hat mit MY MIND & ME einen Film im Programm, der nicht nur inhaltlich, sondern auch ästhetisch in erster Linie ein anderthalbstündiger Werbeclip ist.

Gesehen: Selena Gomez: My Mind & Me (2022) - PR mit Seelenstriptease
Wie schon mit Apples BILLIE EILISH: THE WORLD’S A LITTLE BLURRY habe ich mich auch mit SELENA GOMEZ: MY MIND & ME sehr schwer getan. Einerseits halte ich es für extrem wichtig, über psychische Erkrankungen zu sprechen, sie sichtbar zu machen und so zur Entstigmatisierung beizutragen. Und wenn Gomez das

Ebenfalls bei Apple läuft THE WORLD’S A LITTLE BLURRY, bei dem Billie Eilish sich zweieinhalb Stunden lang auf den Zahn fühlen lässt. Warum das ein ziemlich ordentliches Geschmäckle hat, habe ich damals™ für den Musikexpress aufgeschrieben.

„Billie Eilish: The World’s a Little Blurry” bei Apple TV+: In dieser Doku ist nicht nur die Welt unscharf - Musikexpress
So nah und doch so fern: Die neue Doku „Billie Eilish: The World’s a Little Blurry” auf Apple TV+ begleitet den Megastar bis zur Explosion. Selten gab die Teenagerin derart intime Details aus ihrem Leben preis. Aber sollten wir wirklich danach gieren?

Nichts aufgeschrieben habe ich zum Taylor-Swift-Porträt MISS AMERICANA, der mir allerdings durch seine ermüdend unkritische Nähe in Erinnerung geblieben ist und die Milliardärin(!) ihre Underdog-Mär weiterspinnen lässt. Ich muss immer noch lachen, wenn ich an eine Szene denke, in der Taylor Swift inmitten eines guten Dutzends von Marketingheinis ihres Labels proklamiert, dass sie es ohne Hilfe anderer komplett alleine bis an diesen Punkt geschafft habe – und alle nicken.

Feature: Wie Claude Lanzmanns „Shoah" entstand

Inklusive unrühmlichen Verhaltens des Bayerischen Rundfunks

Feature: Wie Claude Lanzmanns „Shoah" entstand
Szene aus Claude Lanzmanns SHOAH // Foto: absolut MEDIEN

Claude Lanzmanns Monumentalwerk SHOAH (1985) ist heute 40 Jahre alt. Der knapp zehnstündige Dokumentarfilm über den industriellen Massenmord an den europäischen Jüd:innen durch die Nazis ist eine der intensivsten Seherfahrungen, die ich bisher machen durfte. Das mag sicherlich auch damit zusammenhängen und dass ich mich dazu entschied, ihn am Stück zu schauen. Aber ich bin davon überzeugt, dass die reine Länge nicht nur ein stückelbares Nebenprodukt, sondern eben essenzieller Teil dieses Kunstwerks ist.

Im Deutschlandfunk Kultur lief dieser Tage ein kompaktes halbstündiges Feature, in dem noch einmal darauf geschaut wird, wie SHOAH schließlich zustande kam. Bemerkenswert ist für mich, dass Lanzmann die Arbeit seiner Editorin, die mit hunderten von Stunden an Material in den Schnitt ging, offenbar für nicht weiter erwähnenswert gehalten hat. Auch die Rolle der ARD in der Produktion und Ausstrahlung des Films wird kurz umrissen – inklusive unrühmlichen Verhaltens des BR.

“Shoa” - wie die Claude Lanzmanns Dokumentation entstand
Keine Archivbilder, aber Interviews mit Mördern neben denen von Zeitzeugen: Mit der Dokumentation über den Holocaust hat Claude Lanzmann Geschichte geschrieben.