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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 95

Gesehen: An Urban Allegory (2024)

Gesehen: An Urban Allegory (2024)
Foto: Ad Vitam Production, Social Animals, ARTE France Cinéma, Mubi

Ein Plädoyer für kollektives Handeln, für Aktivismus sowie für das Aufstehen und für sich und die Gemeinschaft einzustehen. Das ist auch ein grenzenlos optimistischer Vertrauensbeweis gegenüber der Gesellschaft, wie Alice Rohrwacher und JR den Menschen Fähigkeiten zuschreiben, die dieser Tage auch oftmals verloren geglaubt werden können.

Ein bisschen banal und auf jeden Fall ermüdend finde ich dieses abgegriffene wie totgelaufene Bild der zombifizierten Menschheit, die ihre Welt nur noch durch den Filter ihres Smartphones wahrnimmt und davon errettet werden muss. Das ist auch in einem Kurzfilm ein viel zu einfältiger Blick. Denn haben die Menschen ihre Welt nicht schon immer

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Gesehen: No Dogs Allowed (2024)

Gesehen: No Dogs Allowed (2024)
Foto: ZDF, Jolanda Selting

Es mag wie der „perfekte" Sturm wirken, der hier herbeikonstruiert wurde. Doch eigentlich beschreibt der Film eine naheliegende und folgerichtige Situation.

Ein 15 Jahre alter Junge, der erkennt, pädophil zu sein, wird in unserer Gesellschaft wohl nur selten sofort Präventions- und Behandlungsangebote in Anspruch nehmen. Nicht nur gibt es davon nicht sonderlich viele, auch das gesellschaftliche Stigma ist kaum zu überwinden.

Wo also Halt suchen? Wahrscheinlich bei anderen Betroffenen. Aber da das alles im Schatten stattfindet, können jugendliche Pädophile selbst zum manipulierten Opfer, gleichzeitig aber auch Täter*in im Sinne von Mitwisser*in oder gar Kompliz*in werden.

„Alles, was
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Gesehen: Lovely Rita (2001)

Gesehen: Lovely Rita (2001)
Barbara Osika, Karina Brandlmayer und Karina Brandlmayer (c) good!movies

Rita wird kaum wie ein real existierender Mensch behandelt. Gesprochen wird fast nie direkt mit ihr, sondern immer nur über sie – sei es die lästernden Schulkameradinnen oder ihre Eltern zu Hause hinter der zugeschlossenen Tür, die Ritas Zimmer zum Gefängnis macht. Letztlich geht sie wie auf Eierschalen durchs Leben und kann vor allen ihren Eltern nicht trauen – dem autoritären Vater sowieso nicht und ihrer Mutter, die wohlwollend tut und sie hinter ihrem Rücken „verpetzt" erst recht nicht. In dieser Anordnung scheint Rita ein Problem, das niemand lösen möchte.

Dieser Umstand, dieser immense Druck von außen, diese katholische Schuld provozieren eine

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Gesehen: Paranoid Park (2007)

Gesehen: Paranoid Park (2007)
Gabe Nevins // (c) MK2 Films, Meno Film Company

Hat sich angefühlt wie das STAND BY ME für die Post-9/11-Welt. Die selbst in den trostlosen Ecken des Landes immer zu einem gewissen Grad mitschwingende Freiheit ist einer radikalen Verengung gewichen. Das Leben in all seinen Ausprägungen hat sich zurückgezogen in Kammern, Nischen und Risse, traut sich kaum mehr an der Oberfläche zu existieren.

Letztlich habe ich mich gefragt, ob es gut oder schlecht war, dass der Film Stück für Stück das einschneidende Ereignis in seinem Zentrum offenbart. Wäre es nicht noch eindrücklicher gewesen, diese immense, über allem liegende Last zu spüren, ohne zu wissen, worum es eigentlich geht?

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Gesehen: Winner (2024)

Gesehen: Winner (2024)
Emilia Jones als Reality Winner // (c) Big Beach, ShivHans Pictures, 1Community, Scythia Films

Das lässt mich alles ein bisschen ratlos zurück. Dieser Film investiert unglaublich viel Zeit darin darzulegen, wie früh Reality Winner bereits ein immenses Gerechtigkeitsempfinden entwickelt hat. Als ob ihre Whistleblowerei nur dadurch zu erklären sei und die Aktion für sich selbst stehend noch nicht genügend Gewicht und Aussagekraft in sich hat.

Was auch nicht sonderlich gut funktioniert, ist die stilistische Annäherung an den von Adam McKay totgespielten Shtick wie in THE BIG SHORT. Denn hier gipfelt das alles irgendwie in einer ziemlich spröden Fernsehfilm-Ästhetik und einem Schnitt, der nicht unbedingt mit dem besten Rhythmusgefühl gesetzt wurde.

Irritierend ist, wie der

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Kendrick Lamars „Not Like Us" auf dem Weg zum EGOT?

Kendrick Lamars „Not Like Us" auf dem Weg zum EGOT?
Kendrick Lamar 2017 im TD Garden in Boston // (c) Kenny Sun unter CC BY 2.0

Kendrick Lamar hat in der Halftime-Show des Superbowls seinen Diss-Track gegen Drake, „Not Like Us", mit eingeflochten. (Link, weil die NFL das Einbetten des Videos nicht erlaubt.) Das sollte auch nicht überraschen, denn der Song war nicht nur in fünf Kategorien – Record of the Year, Song of the Year, Best Rap Performance, Best Rap Song und Best Music Video – für einen Grammy nominiert, er hat auch alle fünf mit nach Hause genommen.

Das an und für sich ist schon ziemlich lustig – außer, man ist Drake. Für den kann es jetzt es rein theoretisch noch unangenehmer werden. Warum, das erklärt der

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