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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 94

Kinotagebuch: Hundreds of Beavers (2022)

Kinotagebuch: Hundreds of Beavers (2022)

Steht offensichtlich in der allerbesten Tradition von den Looney Toons, Jackass, South Park und so weiter und so fort – mit überhaupt keinem falschen Respekt vor Konventionen mit einem Humor, der von Albernheit und Stumpfsinn bis an nah die Grenze zur Dummheit zelebriert.

Diese wird jedoch in keiner Sekunde übertreten. Stattdessen hält der Film ein absolut wahnwitziges Tempo aufrecht, spielt mit Erwartungen, sich ständig wiederholenden, immer weiter eskalierenden und variierenden Mustern und unterläuft sich dabei immer und immer wieder selbst.

Das fulminante Finale im Inneren eines Biberdamms, in dem sich der Film voller Inbrunst einer Videospiellogik hingebt, verdichtet alles noch einmal

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3sat-Doku zeigt „Rainald Grebe - Der Tod im Leben. Unheilbar krank zum größten Auftritt"

3sat-Doku zeigt „Rainald Grebe - Der Tod im Leben. Unheilbar krank zum größten Auftritt"
Rainald Grebe bei seinem Auftritt auf der Berliner Waldbühne 2023 // (c) 3sat, ZDF, Filmbergwerk, Bärbel Bielek
„Wollt ihr noch eine Nacht mit mir verbringen? Es könnte die letzte sein!"

Bärbel Bielek hat ein schönes kleines Filmchen über Rainald Grebe gemacht auf dessen Weg zur Berliner Waldbühne 2023. Es ist einfach absurd, wenn Grebe davon spricht, wie er in den vergangenen Jahren elf Schlaganfälle selbst bemerkt hat und wohl noch zahlreiche mehr unter seiner Wahrnehmungsschwelle abliefen.

Es ist zunächst ein Auftritt wie unzählige zuvor, als Rainald Grebe am 26. März 2017 in Düsseldorf die Bühne betritt. Dann aber hat er Texthänger und spürt, dass etwas nicht stimmt. Er macht weiter – bis ihm schließlich schwarz vor Augen wird.
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Kinotagebuch: The Brutalist (2024)

Kinotagebuch: The Brutalist (2024)

Brady Corbet hat hier wirklich eine epische Sinfonie komponiert, orchestriert und dirigiert. Diese brachial-opulenten Bilder verkommen nie zum Selbstzweck, sondern stehen immer konsequent im Dienst von Corbets Figuren. Diese Figuren fühlen mehr als wir alle – größeren Schmerz, feurigere Leidenschaft, wärmere Liebe, brennendere Wut, tiefere Trauer.

Die filmischen Einflüsse sind dabei nicht zu übersehen: Unter anderem Federico Fellinis , Paul Thomas Andersons THERE WILL BE BLOOD, Andrei Tarkowskis STALKER und Charlie Kaufmans SYNECDOCHE, NEW YORK wabern durch Corbets American Dream – doch niemals des reinen Zitats wegen, sondern immer klug verwoben mit einer eigenen Perspektive, einer eigenen Vision.

Die uramerikanische Erzählung vom

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„Dear fellow humans..." – Tilda Swintons messerscharfe Rede auf der Berlinale 2025

„Dear fellow humans..." – Tilda Swintons messerscharfe Rede auf der Berlinale 2025
Foto: Elena Ternovaja unter CC BY-SA 3.0; Zuschnitt von mir

Die fantastische Tilda Swinton ist die Ehrenpreisträgerin der diesjährigen Berlinale und ihre Dankesrede war eine absolute Wucht. Patrick Wellinski brachte es drüben auf Bluesky bereits auf den Punkt: „Kann man sagen, was man will, aber das war rhetorisch eine hoch präzise und brutal intelligente Rede, in wunderschönem britischen English. Sowas gibt es in Cannes nicht."

We can head for can head for the great independent state of Cinema and rest there; an unlimited realm, innately inclusive, immune to efforts of occupation, colonization, takeover, ownership or the development of riviera property. A borderless realm and with no policy of exclusion, persecution
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Gesehen: Dario Argento: Panico (2023)

Gesehen: Dario Argento: Panico (2023)
Dario Argento // (c) Plaion Pictures

All das, was hier inhaltlich an der Oberfläche treibt, kann eigentlich niemandem vom Hocker reißen. Unterm Strich ist diese Doku ein ziemlich großer Circle-Jerk, was für ein außergewöhnlicher Künstler Dario Argento eigentlich ist, wie er diesen und jenen beeinflusst hat. Das ist lauwarmer Kaffee.

Viel interessanter fand ich zu sehen, wer hier wie (über Dario Argento) spricht.

Argento selbst erzählt stolz von Sergio Leone, für den er am Drehbuch zu ONCE UPON A TIME IN THE WEST unter anderem an den Frauenfiguren schreiben sollte. Leone habe jemanden gebraucht, der sich besser in Frauen einfühlen könne. Auch heute scheint es Argento

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Guillermo del Toro über die unsterbliche Liebe zur „doomed religion" Stop-Motion-Animation

Guillermo del Toro über die unsterbliche Liebe zur „doomed religion" Stop-Motion-Animation
Guillermo del Toro 2017 in Sitges // (c) GuillemMedina unter CC BY-SA 4.0
Animation is made by humans. And that's what makes it moving.

Guillermo del Toro war vor ein paar Monaten beim British Film Institute und hat vor Publikum über seine so geliebte Kunstform der Stop-Motion-Animation gesprochen. Und brennenden Menschen beim Reden über ihre Herzensangelegenheiten zuzuhören, ist immer großartig – auch hier. Zwei Momente haben es mir besonders angetan.

Es berührt mich sehr, wie ehrlich, wertschätzend, dankbar, bewundernd und voller Wärme Guillermo del Toro über Mark Gustafson, seinen Co-Regisseur bei PINOCCHIO, spricht. Gustafson ist im Februar 2024 bei einem Herzinfarkt gestorben. Ein „genius" und „a titan of animation" sei er gewesen. Gleichzeitig klingt

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