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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 92

Gesehen: Coma (2022)

Gesehen: Coma (2022)
Ninon François und Louise Labèque // (c) My New Picture, Les films du Bélier, Remembers, Best Friend Forever

Hätte ich mich am ersten Eindruck aufgehängt, hätte ich wenig Freude mit diesem Film gehabt. Denn als reine Kritik an irgendwelchem Influencer*innentum, True Crime, den zunehmend verschwimmenden Grenzen zwischen parasozialen und „echten" Bindungen und was weiß ich noch was wäre mir das viel zu einfach und auch einfältig gewesen.

Aber ich finde, dass unter dieser Oberfläche noch viel mehr steckt – nämlich etwas, das ich derzeit vor allem bei den Filmen von Jane Schoenbrun fühle. Es geht um die Entfremdung von der Welt und seiner Existenz darin. Das Suchen nach Heimat, das Finden von Gemeinschaft und Vertrauten. Genau das findet

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(Hi)storytelling: „Schon wieder – Der Aufstieg von NSDAP/AfD"

(Hi)storytelling: „Schon wieder – Der Aufstieg von NSDAP/AfD"
Screenshot: datajournal.org

Eigentlich bin ich froh, dass Scrollytelling als Format schon längst überholt scheint. Klar, das einst immer wieder hervorgehobene „Snow Fall" der New York Times war schon beeindruckend. Aber das ist 13 Jahre her und wirklich hängengeblieben sind nur wenige dieser Projekte. In einer Welt, in der News vorrangig auf dem Smartphone konsumiert werden, sind solche Brecher auch einfach nicht praktikabel.

Dass es auch simpel und umso eindrücklicher geht, zeigt „Schon wieder – Der Aufstieg von NSDAP/AfD" von Michael Kreil. Das Projekt zeigt historische Parallelen auf, analysiert das gegenwärtige politische Geschehen, versucht Schlüsse für eine mögliche Zukunft zu sehen und ist

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Neon Deutschland sammelt die sexysten Leuchtreklamen

Neon Deutschland sammelt die sexysten Leuchtreklamen
Die Löffelfamilie auf der Feinkost in Leipzig

Als Leipziger habe ich einen Softspot für opulente Leuchtreklame. Ich meine, wie kann man ikonische Motive wie die legendäre Löffelfamilie nicht ins Herz schließen? Deshalb bin ich auch direkt Neon Deutschland reingefolgt, als das Projekt am vergangenen Wochenende auf den Sender (Bluesky und Instagram) ging. Auf den Accounts werden Bilder von Deutschlands schönsten Leuchtreklamen gesammelt.

Leipzig war auch schon direkt am Start – jedoch nicht mit der offensichtlichen Löffelfamilie, sondern dem sogenannten Lesemännchen des Leipziger Kommissions- und Großbuchhandels.

The LKG Leipziger Kommissions- und Grossbuchhandel wants you to read more books…

Neon Deutschland (@neondeutschland.bsky.social) 2025-02-17T10:49:29.912Z

Unter anderem

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Gesehen: The Here After (2015)

Gesehen: The Here After (2015)
Ulrik Munther als John // (c) Zentropa International Sweden, Eurimages, Film i Väst, Lava Films, Svenska Filminstitutet, Cinéma Defacto

Wie hier die Spannung erst aufgebaut und nahezu dann den ganzen Film über nicht wirklich gelöst, sondern vor allem vor sich hin geschwiegen wird, hat mich total an Ruben Östlunds FORCE MAJEURE erinnert. Bei Östlund und auch hier bei Magnus von Horn sind es dysfunktionale Gemeinschaften, die mit einer plötzlichen Unwucht nicht umgehen können – teils aus eigenem Unvermögen, teils aus vorgelebtem Verhalten ihrer Eltern heraus.

Die Regeln, nach denen diese Gemeinschaft organisiert ist, sehen eine derartige Unwucht nicht vor. Es wird ignoriert, verdrängt, totgeschwiegen und dazu Verantwortung feige anderen Institutionen in die Schuhe geschoben. Treibende Kräfte sind auffällig oft die

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Drew Gooden, künstliche Intelligenz und meine kulturellen Bauchschmerzen

Drew Gooden, künstliche Intelligenz und meine kulturellen Bauchschmerzen
(c) Jason Leung / Unsplash

Ich schaue gerne die Videos von Drew Gooden. Posten würde ich die hier jedoch nur selten, weil sie meistens nie mehr tun, als das Offensichtliche auszusprechen – nur eben mit Humor. Das ist in dieser Abrechnung mit Youtubes KI-Features nicht anders. Also bis auf den Anfang, in dem Drew über Apple den Zugang zum Thema öffnet.

Nun ist es keine sonderlich große Überraschung, dass eines der wertvollsten Unternehmen auf unserem Planeten samt der aus Multimillionär*innen bestehenden Chef*innenetage nicht sonderlich gut zu einem Großteil der Kund*innen relaten kann. Trotzdem hat es mich dazu gebracht, ein paar meiner Gedanken mal

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Gesehen: Youth Without Youth (2007)

Gesehen: Youth Without Youth (2007)
Tim Roth und Alexandra Maria Lara // (c) ‎Sony Pictures Home Entertainment

Ich verstehe schon diese Obsession mit dem Gedanken einer Verjüngung des Körpers, um wieder mit dem gefühlten geistigen Alter auf ein Level zu kommen. Das Gefühl, noch so viel Dinge sagen zu wollen, aber aufgrund seines Alters nicht mehr mithalten zu können oder ernst genommen zu werden. Und die Frage, ob man der Welt genug zurückgegeben, ehrlich geliebt hat.

Gleichzeitig ist es mit dem Wissen um die Vorwürfe nach den Dreharbeiten zu MEGALOPOLIS im Hinterkopf schon ein bisschen creepy. Immerhin wird hier eine Figur inszeniert, die relativ offensichtlich Parallelen zu Coppola aufweist. Diese Figur lässt er 30 Jahre jünger werden,

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