Skip to Content

Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 82

Gesehen: Olivia (1951)

Gesehen: Olivia (1951)
Marie-Claire Olivia als Olivia // © Memnon Films, Les Films de la Pléiade, Filmsonor

Nachdem ich beide MÄDCHEN IN UNIFORM (1931 und 1958) gesehen habe, hatte ich nicht unbedingt unglaublich frischen Wind in dieser doch sehr ähnlichen, zwischen den Mädchen erschienenen Anordnung erwartet. Aber OLIVIA war doch anders.

Dieser Film muss lesbische Liebe keine Minute lang verhandeln, denn dass sie existiert und das auch darf, wird erst gar nicht zur Debatte gestellt.

Es geht viel mehr um die verschiedenen Formen des Begehrens, um Macht und um deren Gefälle, das unweigerlich zwischen der begehrenden und der begehrten Person entsteht.

Ein fruchtbarer Boden für das Autoritäre und Faschistoide. Der Anfang vom Ende.

★★★★☆

🇫🇷, R: Jacqueline Audry, D:
Gesehen: Olivia (1951) Read more

Gesehen: Los Angeles Plays Itself (2003)

Gesehen: Los Angeles Plays Itself (2003)
© Olenka Kotyk / Unsplash

Dem Text folgend ergeben Schnitt und Reihenfolge der Sequenzen ein kein streng chronologisches Bild, sondern eine davon losgelöste Erzählung.

Sinngemäß: Ein Auto biegt an einer Kreuzung ab, der Gegenschuss stammt bereits aus einem komplett anderen Film und doch erweckt der Ablauf den Anschein, eine zusammengehörende Geschichte zu erzählen.

So kann Thom Anderson auch wie wild hin und her durch die Jahrzehnte springen, ohne seinen narrativen Faden zu verlieren.

Interessant ist auch einfach zu sehen, wie sich Los Angeles im Film von einem nihilistischen angehauchten „Art imitates Life, imitates art, imitates life"-Kreislauf hin entwickelt zu einer viel konkreter politisch lesbaren,

Gesehen: Los Angeles Plays Itself (2003) Read more

Gesehen: Speak No Evil (2024)

Gesehen: Speak No Evil (2024)
James McAvoy // © Universal Pictures International Germany

Vor gut fünf Monaten habe ich das dänische Original gesehen und deshalb komme ich nicht umhin, die Parallelen zu ziehen und miteinander zu vergleichen.

  • Das Original lebt von einer zunehmend entrückten Figurenzeichnung, die erst mit vielen kleinen irritierenden Momenten vorbereitet wird, bis sie sich in Transgressionen überschlägt. Diese Entwicklung geht dem Remake etwas ab. James McAvoys Figur reitet eine von Beginn an kaum in ihrer Höhe variierende Prollwelle. Dadurch verpuffen viele Momente, im Original noch zur Irritation angelegte Momente, im Nichts, weil sie sich nicht ausreichend abheben.
  • Immerhin: Das Remake versucht etwas Neues und durch das Original bestehende Elemente für
Gesehen: Speak No Evil (2024) Read more

Gesehen: Dead Girls Dancing (2023)

Gesehen: Dead Girls Dancing (2023)
Luna Jordan, Katharina Stark und Noemi Nicolaisen // © Mubi

Was Anna Roller wirklich gut einfängt, ist das erdrückende Gefühl der Freiheit. Diese Dichotomie von dem Befreiungsschlag nach zwölf oder 13 Jahren Schule und jetzt erst so richtig beginnendem Erwartungsdruck.

Denn die Erzählung, dass mit dem Abitur in der Tasche die Welt offen steht und sich die eigene Zukunft eigenmächtig gestalten lässt, fällt schnell in sich zusammen. Denn statt ehrlicher Neugier dafür, was diese nun angeblich freien jungen Menschen nun vorhaben, wird eigentlich erwartet, einen wasserdichten Plan für die kommenden Jahrzehnte vorgelegt zu bekommen.

Unter diesen Umständen ist der Mensch frei – frei, um zu versagen und zu erkennen, dass man

Gesehen: Dead Girls Dancing (2023) Read more

Wie der deutsche Journalismus in die Trumpismusfalle tappt

Wie der deutsche Journalismus in die Trumpismusfalle tappt
© Christian Lue / Unsplash

Seit einigen Woche höre ich nun eigentlich weitestgehend zufrieden Anne Wills wöchentlichen Politikpodcast. Denn der profitiert von der Ruhe, dem verfügbaren Raum, den bereichernden Gäst:innen und einem ehrlichen Erkenntnisinteresse. Man könnte sagen: Politik mit Anne Will ist die Gegenthese zu ihrer einstigen Talkshow im Ersten.

Dennoch lässt sich auch in diesem Format beobachten, welches Unvermögen deutsche Journalist:innen an den Tag legen, wenn es um die Analyse von Trump in den USA und trumpartige Moves in der deutschen Politik geht.

Im Gespräch mit der Politikwissenschaftlerin Cathryn Clüver Ashbrook etwa, war es mehr als deutlich: Hier wird noch in Grenzen

Wie der deutsche Journalismus in die Trumpismusfalle tappt Read more

🤯 Das Universum als Matrjoschka

🤯 Das Universum als Matrjoschka
Das erste Foto eines schwarzen Lochs, „geschossen" mit dem Event Horizon Telescope // © Event Horizon Telescope/European Southern Observatory unter CC BY 4.0

Mit dem James-Webb-Teleskop haben Wissenschaftler:innen entdeckt, dass große Teile der noch jungen Galaxien im sichtbaren Universum alle in die selbe Richtung rotieren. In einem wahrlich zufällig aufgebauten Universum habe man jedoch erwartet, dass etwa die Hälfte dieser Galaxien in die andere Richtung rotieren würden.

"It is still not clear what causes this to happen, but there are two primary possible explanations," team leader Lior Shamir, associate professor of computer science at the Carl R. Ice College of Engineering, said in a statement. "One explanation is that the universe was born rotating. That explanation agrees with theories such as black
🤯 Das Universum als Matrjoschka Read more