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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 64

Gesehen: Towards Tenderness (2016) - Vorbild gesucht

Wie viel Potenzial des Guten hier einfach im Nichts verpufft, ist deprimierend.

Gesehen: Towards Tenderness (2016) - Vorbild gesucht
Foto: Mit Blick auf die Zärtlichkeit

Ein trauriges und bedrückendes Zeugnis dessen, wie diffus und verengt die Zukunft plötzlich scheint, wenn man die Vorbilder aus der Gleichung nimmt oder sie gar nicht erst existieren. Natürlich spielen auch noch sozioökonomische Faktoren eine entscheidende Rolle für die Entwicklung von jungen Männern wie diejenigen, mit denen Alice Diop hier spricht. Wie viel Potenzial des Guten hier einfach im Nichts verpufft, ist deprimierend.

Denn dieses Potenzial ist zweifelsohne vorhanden. Diops kurzes Eintauchen in diese Welt zeigt, dass diese jungen Männer sich sehr wohl artikulieren können und dass sie Zugang zu ihren (nicht sonderlich guten) Gefühlen, also sich selbst haben. Aber

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Gesehen: Venom: The Last Dance (2024) - Absolute Hilflosigkeit

Der Kreativriege ist hier einfach gar nichts mehr eingefallen.

Gesehen: Venom: The Last Dance (2024) - Absolute Hilflosigkeit

Am beeindruckendsten ist, wie hilflos dieser Film ist. Der Kreativriege ist hier einfach gar nichts mehr eingefallen. Nicht einmal mehr Exkremente sind übrig geblieben, die man an die Wand werfen könnte. So wird auf dem brüchigsten aller möglichen Fundamente versucht, doch noch irgendwie einen möglichst dramatischen Bogen zu spannen. Natürlich fällt dieser Versuch in Windeseile in sich zusammen – kein ironischer Spruch und kein Needledrop dieser Welt können dieses Kind noch aus dem Brunnen retten. Deadpool und die Guardians haben in dieser Hinsicht eh schon nur noch verbrannte Erde hinterlassen.

★☆☆☆☆

🇺🇸, R: Kelly Marcel, D: Tom Hardy, Chiwetel Ejiofor, Juno Temple, Stephen
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Gesehen: No Other Land (2024) – Sender ohne Empfänger

Entpuppt sich überraschend als Medien- und Technologiekritik

Gesehen: No Other Land (2024) – Sender ohne Empfänger
Foto: Immer Gute Filme, Mubi, Yabayay Media, Antipode Films

Für Menschen, die sich ab und an mal mit der Welt auseinandersetzen, in der sie leben, ist nichts von dem, was hier zu sehen ist, etwas Neues – auch nicht unbedingt die Drastik mancher Szenen, wenngleich sie natürlich trotzdem extrem nahegehen.

Ein palästinensischer Mann wird niedergeschossen und ist danach querschnittsgelähmt, weil er verhindern wollte, dass israelische Soldaten seinen Generator zerstören. Ein israelischer Siedler schießt im Streit mit seinem Maschinengewehr einem anderen Palästinenser in den Bauch und verletzt ihn dabei tödlich – vor den Augen untätig dabeistehender israelischer Soldaten.

Unter Anerkennung zweier maßgeblicher Umstände – des Selbstverteidigungsrechts Israels und der völkerrechtswidrigen Besatzung des Westjordanlandes

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Gesehen: Tale of Cinema (2005) - Mehr Liebe wagen!

Hong Sang-soo mit einer provozierenden Frage

Gesehen: Tale of Cinema (2005) - Mehr Liebe wagen!
Foto: mk2 Films

Vom Titel ausgehend habe ich diesen Film vor allem als Appell ans Kino verstanden – als Aufforderung, sich wieder offensiver mit grundlegenden Themen und den großen Fragen des menschlichen Zusammenlebens auseinanderzusetzen, sich der Liebe zu widmen.

Denn auch die Liebe ist politisch und schmerzhaft sowieso. Manchmal blüht die Liebe genau dort auf, wo sie gar keinen fruchtbaren Boden hat, auf dem sie langfristig überleben könnte. Sie ist im selben Moment dem Tode geweiht, in dem sie aufkeimt. Manchmal kann man nicht ohneeinander, aber erst recht nicht miteinander sein.

Die Frage, ob man sich von dieser Welt und den Erwartungen anderer lösen

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Investigativ im Dönermilieu: Wer hat das Kebab-Logo gezeichnet?

Jetzt schon der Storytelling-Podcast des Jahres.

Investigativ im Dönermilieu: Wer hat das Kebab-Logo gezeichnet?
Foto: Daniel Lloyd Blunk-Fernández / Unsplash

Gerade macht mal wieder ein Storytelling-Podcast die Runde: OBSESSED - Döner Papers. Der dokumentiert den Versuch, den:die Urheber:in der allseits bekannten Illustration auf den Papiertaschen, in die viele Döner erst mal gepackt werden, ausfindig zu machen.

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als eine Milliarde Döner verkauft – und von fast jeder Tüte grinst uns der freundliche Dönermann an. Wir tragen das Logo auf T-Shirts und Caps, es gibt Remixes und Parodien. Das Problem ist nur: Niemand weiß, wer das Döner-Logo gezeichnet hat.

Podcast-Host Aylin Doğan will das ändern. In 6 Folgen fragt sie sich durch ganz Dönerland. Aylin
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Gesehen: Little Tailor (2010) - Wo steckt Louis Garrel?

Viele Vorbilder, aber kaum eigene Akzente

Gesehen: Little Tailor (2010) - Wo steckt Louis Garrel?
Foto: Les films du clan

Von Jean-Luc Godard über Agnès Varda bis François Truffaut und vielleicht auch Jean-Pierre Melville – hier stecken wirklich die Titan:innen des französischen Kinos drin – und zwar nicht nur mit ihrer Bildsprache, sondern natürlich auch ihren Themen.

Liebe, Freundschaft, das Verhältnis zwischen Mann und Frau und die Rolle des Menschen im Kapitalismus, die kaum mit dem Streben nach Erfahrungen und dem Schöpfungsdrang vereinbar scheint – all das steckt in diesem Kurzfilm.

Aber die Frage ist doch, wie viel Louis Garrel eigentlich in dieser knappen Dreiviertelstunde steckt. Denn den großen Namen derart nachzueifern, hinterlässt einen sehr eitlen Nachgeschmack. Bevor man behauptet, mit seinen

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