Skip to Content

Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 62

Gesehen: Klondike (2022) - Entrücktes Lachen

Ehrlich, verzweifelt, kämpferisch

Gesehen: Klondike (2022) - Entrücktes Lachen
Foto: Kedr Film

Der durch die kleinen, skurrilen Momente den Film durchdringende Galgenhumor wirkt so ehrlich, so verzweifelt, aber auch so kämpferisch. Denn wie kann man dabei zusehen, wie Russland de facto einen Krieg vom Zaun bricht, Dorfgemeinschaften, Freundschaften und Familien zersetzt werden von Desinformation und nationalistischem Gedankengut, die Welt dabei tatenlos zusieht und nicht damit anfangen, entrückt in den Abgrund hineinzulachen?

Ganz toll ist auch, wie wütend dieser Film wird, wie wutentbrannt er für all die Frauen ist, deren Welt in einen manngemachten Krieg gerissen wird.

★★★½☆

🇹🇷/🇺🇦/🇺🇲, R: Maryna Er Gorbach, D: Oksana Cherkashyna, Serhii Shadrin, Oleh Scherbyna, Oleh Shevchuk, Artur Aramyan, Yevhen
Gesehen: Klondike (2022) - Entrücktes Lachen Read more

Gesehen: The Accountant² (2025) - Mit Kriegswaffen für die Kinder

Den konservativ-republikanischen Anstrich kann der Film nicht verbergen.

Gesehen: The Accountant² (2025) - Mit Kriegswaffen für die Kinder
Foto: Amazon MGM Studios

Die ausgeprägten analytisch-mathematischen Fähigkeiten als Aspekt des neurodivergenten Protagonisten mit Action zu verknüpfen, bleibt eine clevere Idee. Nur leider erscheint es mir, als ob hier nun diese Neurodivergenz vorrangig als Quirk und nur für den Comic Relief dient. Das sorgt dann schon für einen faden Beigeschmack.

Genau wie das zentrale Motiv des Films. Denn die Kinder in der Gewalt der (teilweise auf mexikanischem Boden) organisierten Kriminalität retten zu wollen und dafür jede Gewalteskalation geheiligt wird, das hat schon einen arg konservativ-republikanischen Anstrich, der auch nicht durch den Umstand relativiert werden kann, dass es migrantische Kinder sind.

Auf mich hat das

Gesehen: The Accountant² (2025) - Mit Kriegswaffen für die Kinder Read more

Gesehen: Cryptozoo (2021) - Killing of a Sacred Unicorn

Erbsünde mal anders

Gesehen: Cryptozoo (2021) - Killing of a Sacred Unicorn
Foto: Mubi

Die vordergründige Geschichte über den Menschen, seine Xenophobie und Erbarmungslosigkeit hinsichtlich Flora und Fauna ist ja trotz extravagantem Gewand fast schon konventionell.

Faszinierend ist, wie Dash Shaw das mit biblischen und mythologischen Motiven verknüpft, um so über die Hybris des Menschen zu erzählen.

Denn ist es nicht der Mensch, der diese Motive überhaupt erschaffen hat, um das eigene Narrativ zu zementieren und eine Hierarchie mit sich selbst an der Spitze in die Welt und die Geschichte einzuziehen? Um mit hanebüchenen Märchen zu rechtfertigen, dass es kein Nebeneinander und schon gar kein Miteinander geben kann?

Mit dieser herbeikonstruierten, angeblich natürlichen Ordnung

Gesehen: Cryptozoo (2021) - Killing of a Sacred Unicorn Read more

Gesehen: Things Will Be Different (2024) - Zeitverschwendung in der Zeitschleife

So viel verschenktes Potenzial und Zynismus...

Gesehen: Things Will Be Different (2024) - Zeitverschwendung in der Zeitschleife
Foto: Pandastorm Pictures

Das familiäre Gewissen und die familiäre Schuld mit einem Zeitschleifen-Purgatorium zu verknüpfen, hat mir als Idee sehr gefallen. Darin stecken wirklich unendlich viele Möglichkeiten, so viel Potenzial, sich nicht nur auf einem flachen Kreis zu bewegen.

Wie bricht man aus dem ewigen Kreislauf der Schuld aus? Wie steht die Schuld im Verhältnis zu Vergebung? Wird der Schmerz jemals versiegen? Wie können künftige Generationen vor diesem Strudel bewahrt werden?

Der Film deutet viel an, bedenkt zahlreiche Themen nur mit Halbsätzen und hat letztlich für seine Figuren nur Zynismus ohne jegliches – in welcher Form auch immer – Erlösungsbestreben übrig. Das Verweigern einer befriedigenden

Gesehen: Things Will Be Different (2024) - Zeitverschwendung in der Zeitschleife Read more

Gesehen: Intercepted (2024) - Desinformationskritik mit Geschmäckle

Propaganda hat mindestes einen faden Beigeschmack

Gesehen: Intercepted (2024) - Desinformationskritik mit Geschmäckle
Foto: Arte France Cinéma

Die Gräueltaten der russischen Soldaten gingen natürlich bereits vor diesem Film durch die internationale Presse, waren also bekannt. Mich hat hier letztlich der „Beifang" besonders interessiert. Denn Teil dessen ist das Bild von den Mechanismen der systematischen Desinformation, das sich hier und seinen verschiedenen Nuancen herausschält.

Wir hören unter anderem Menschen, die eher den staatsnahen oder gar staatlich kontrollierten Medien bei sich zu Hause glauben, als ihren Söhnen, die von ihren Erfahrungen (und Kriegsverbrechen) an der Front berichten. Die sind tatsächlich nur noch einen halben Schritt davon entfernt, ihren eigenen Augen nicht mehr zu trauen.

Welches ungute Gefühl sich jedoch

Gesehen: Intercepted (2024) - Desinformationskritik mit Geschmäckle Read more

Gesehen: Elevation (2024) - Schema-F-Slob

Durchlässig wie Butterbrotpapier

Gesehen: Elevation (2024) - Schema-F-Slob
Foto: Lyrical Media, Fuller Media, Inspire Entertainment, Grinder Monkey, John Glenn Entertainment

Was mich, glaube ich, am allermeisten gestört hat, ist, wie von sich selbst eingenommen dieser Film ist. Mit welcher Hybris er anhand einer Mid-Credits-Scene bereits ein Sequel vorbereitet, ohne überhaupt ein richtiges Fundament vorbereitet zu haben.

Dünner als das, was hier ausgerollt wird, ist kaum möglich. Diese Welt hat keinen noch so kleinen Aspekt, der mir die Frage „Darüber MUSS ich jetzt aber unbedingt mehr wissen!" entlockt, weil das alles durchlässig wie Butterbrotpapier ist.

Der Film scheint sich in der uninspiriertesten aller möglichen Sci-Fi-Traditionen der jüngsten Zeit zu sehen. Die nahm 2018 mit dem (verdienten) Erfolg von A QUIET PLACE

Gesehen: Elevation (2024) - Schema-F-Slob Read more