Die betrügerische Relotius-Ebene hat mich hier kaum interessiert. Dahingehend halte ich SHATTERED GLASS immer noch für das Nonplusultra. Spannender war für mich, wie der Film den Journalismus als äußerst fruchtbaren Nährboden für selbstzerstörerisches Verhalten zeichnet.
Aus eigener Erfahrung und Beobachtung würde ich es so beschreiben: Bei Journalist:innen gibt es eine extrem starke Überschneidung von beruflichen und persönlichen Idealen, einen wahnsinnig hohen Identifikationsgrad mit dem eigenen beruflichen Schaffen. Wenn dann so richtig die Realität mit ihren ökonomischen Zwängen, prekären Arbeitsbedingungen und sehr ungleicher Machtverteilung reinknallt, ist das eine immense psychische Herausforderung. Denn nur wenige Ideale können in diesem Umfeld überleben.

