Skip to Content

Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 36

Gesehen: High and Low (1963) - Kapital ersetzt Moral

Ein Mensch scheint nur ein Mensch, sofern er substanziell zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt.

Gesehen: High and Low (1963) - Kapital ersetzt Moral
Foto: Toho, Kurosawa Production

Überrascht? Nein, nicht unbedingt. Aber schwer beeindruckt und ein bisschen sprachlos bin ich schon ob dessen, wie leichtfüßig Kurosawa hier aus der feudalen „Komfortzone" mitten ins japanische Wirtschaftswunder springt und dabei nichts an messerscharfer Beobachtungsgabe hinsichtlich der Rolle des Individuums in der Gesellschaft einbüßt. Bild, Schnitt, Wort – hier sitzt einfach alles. Schuld, Sühne, Vergebung, Intrigen und Machtkämpfe machen diese Geschichte von Shakespearscher Tragweite aus.

Wo verläuft die Grenze, ab deren Übertreten das Kapital die Moral als Basis menschlichen Handelns komplett ersetzt? Kann sich der Mensch als Zahnrad im großindustriellen Getriebe seine Menschlichkeit bewahren, oder wird er eins mit der Maschine? Gibt es ein Ausbrechen aus diesem Gefüge oder bleibt der Mensch bis zum Tod dazu verdammt, seine Runden für die Profite anderer zu drehen?

Ein Leben außerhalb des Systems ist zwar weiterhin möglich, aber zu welchem Preis? Die politischen Prioritäten ergeben sich bei Kurosawa aus dem Umstand, für wen hier immense öffentliche Ressourcen aufgewendet werden und für wen eben nicht. Der Geschäftsmann darf sich freuen. Nicht nur fällt er unterm Strich ziemlich weich, auch das gesamte Polizeirevier hat sich ihm aus fehlgeleitetem Schuldgefühl zuvor gewissermaßen unterworfen. Für die völlig verarmten und in die Heroinsucht getriebenen Menschen interessiert sich jedoch niemand mehr.

Jede*r ist ihres*seines Glückes Schmied. Ein Mensch scheint nur ein Mensch, sofern er substanziell zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Die unweigerliche Konsequenz ist, dass das wirklich Gute im Menschen ausradiert wird und es nur noch um Ästhetik geht – Hauptsache, der Schein einer Moral kann aufrechterhalten werden. Wer das nicht schafft oder nicht mitspielen will, offenbart letztlich die Scheinheiligkeit der anderen und wird deshalb ausgestoßen, damit niemand mit dem Finger auf die Bigotteria zeigen kann.

★★★★½

🇯🇵, R: Akira Kurosawa, D: Toshirō Mifune, Tatsuya Nakadai, Kyōko Kagawa, Tatsuya Mihashi, Tsutomu Yamazaki, Isao Kimura, Kenjiro Ishiyama, Takeshi Katō, Yutaka Sada, Masahiko Shimizu, Takashi Shimura, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Toho, Kurosawa Production

Den Film streamen:

Zwischen Himmel und Hölle - Stream: Jetzt online anschauen
Wo und wie heute “Zwischen Himmel und Hölle” im Stream online auf Netflix, Prime Video, Disney+ uvm. schauen - inklusive 4K & Kostenlos Option!

Die Kritik auf Letterboxd:

A ★★★★½ review of High and Low (1963)
Überrascht? Nein, nicht unbedingt. Aber schwer beeindruckt und ein bisschen sprachlos bin ich schon ob dessen, wie leichtfüßig Kurosawa hier aus der feudalen „Komfortzone” mitten ins japanische Wirtschaftswunder springt und dabei nichts an messerscharfer Beobachtungsgabe hinsichtlich der Rolle des Individuums in der Gesellschaft einbüßt. Bild, Schnitt, Wort – hier sitzt einfach alles. Schuld, Sühne, Vergebung, Intrigen und Machtkämpfe machen diese Geschichte von Shakespearscher Tragweite aus. Wo verläuft die Grenze, ab deren Übertreten das Kapital die Moral als Basis menschlichen Handelns komplett ersetzt? Kann sich der Mensch als Zahnrad im großindustriellen Getriebe seine Menschlichkeit bewahren, oder wird er eins mit der

Die Kritik als Tonspur:

audio-thumbnail
HIGH AND LOW (1963, Akira Kurosawa)
0:00
/179.184

Alle Filmkritiken als Podcast abonnieren: RSS · Apple Podcasts · Spotify

Die Kritik im Video: Youtube · Instagram · Tiktok

Gesehen: M. Butterfly (1993) - Spieglein, Spieglein...

Rules for thee but not for me.

Gesehen: M. Butterfly (1993) - Spieglein, Spieglein...
Foto: Warner Home Video

Eine Verschränkung von toxischer und hegemonialer Männlichkeit mit imperialistischer Haltung und Politik.

Dieser Mann ist durch nichts zu beirren – selbst, wenn ihm offen dargelegt wird, dass seine Entscheidungen und Handlungen ihn direkt in den Abgrund führen werden. Er scheitert an seiner eigenen Hybris. Rules for thee but not for me. Er erwartet, dass sich die Welt nach seinen Regeln dreht.

Er glaubt, über den Dingen zu stehen, ist jedoch zu keinem Zeitpunkt in der Lage, die einfachsten stereotypen Denkmuster zu überwinden – selbst, wenn sie glasklar vor ihm ausgebreitet liegen –, weil er sich ausgemacht zu schlau für all das hält.

Selbst die Kunst, die eigentlich dazu in der Lage sein sollte, die Grenzen seines Denkens, Vermögens und Schaffens zu verschieben und zu erweitern, dient in seiner Wahrnehmung nur als Mittel der Rechtfertigung für das eigene Handeln.

Am Ende wird ihm der Spiegel vorgehalten und er sieht etwas, das er nicht lieben kann – weil er darin einen Mann sieht. Und er weiß aus eigener Erfahrung, wie Männer Objekte ihrer Begierde behandeln. Also entzieht er sich dem, was er im Spiegel sieht: Unterdrückung, Ausbeutung und Entmenschlichung.

Eingebettet ist all das dann aber auch in stellenweise überaus melodramatischen Kitsch, was für mich dann doch ein Abtörner war.

★★★½☆

🇺🇸, R: David Cronenberg, D: Jeremy Irons, John Lone, Barbara Sukowa, Annabel Leventon, Shizuko Hoshi, Ian Richardson, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Warner Home Video

M. Butterfly - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
Wo und wie heute “M. Butterfly” im Stream online auf Netflix, Prime Video, Disney+ uvm. schauen - inklusive 4K & Kostenlos Option!
A ★★★½ review of M. Butterfly (1993)
Eine Verschränkung von toxischer und hegemonialer Männlichkeit mit imperialistischer Haltung und Politik. Dieser Mann ist durch nichts zu beirren – selbst, wenn ihm offen dargelegt wird, dass seine Entscheidungen und Handlungen ihn direkt in den Abgrund führen werden. Er scheitert an seiner eigenen Hybris. Rules for thee but not for me. Er erwartet, dass sich die Welt nach seinen Regeln dreht. Er glaubt, über den Dingen zu stehen, ist jedoch zu keinem Zeitpunkt in der Lage, die einfachsten stereotypen Denkmuster zu überwinden – selbst, wenn sie glasklar vor ihm ausgebreitet liegen –, weil er sich ausgemacht zu schlau für all

Gesehen: The Intruder (2004) - Kolonialismus essen Seele auf

Echos schlagen durch das Dickicht der verblassenden und verdrängten Erinnerungen Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Gesehen: The Intruder (2004) - Kolonialismus essen Seele auf
Foto: Pyramide International

Die koloniale Schuld hat das Herz dieses Mannes zerfressen. Seine Taten von damals™ auf Tahiti hallen bis ins Frankreich von heute – oft als Echo vermeintlich wahlloser Geräusche, die durch das Dickicht der verblassenden und verdrängten Erinnerungen Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen.

Doch nicht nur Klänge wiederholen sich, auch die Verfehlungen des Mannes, die er nie für sich aufgearbeitet hat und es dafür jetzt, an seinem Lebensende, längst zu spät ist.

Während seiner jüngeren Jahre auf Tahiti zeugte er mit einer Frau einen Jungen. Doch er ließ beide sitzen, lernte seinen Sohn nie kennen. In Frankreich hat sich sein anderer Sohn mittlerweile so weit von ihm entfernt, dass sie sich einander nahezu so fremd wie zwei auf dem Fußweg ineinanderrempelnde Passant*innen sind.

Bald löst sich diese Schleife mit Sicherheit und die letzte Chance, die anderen Senkel wieder zu binden, rinnt ihm immer schneller durch die Finger. Aber er hat eben immer getan, was ein Mann tun muss – jedenfalls ist dieser Glaube das einzige, was ihm noch Halt im Leben zu geben scheint.

Zwei Söhne zeugen? Ziemlich männlich. Ein beträchtliches Vermögen durch vermutlich zwielichtige Geschäfte anzuhäufen? Mehr Testosteron geht kaum. In den Bergen leben und täglich nackt durchs Unterholz schleichen? Regelrecht waldschratig. Mit einer deutlich jüngeren Frau trotz bevorstehenden Herzversagens schlafen und dabei fast draufgehen? Immens maskulin. Bloß kein Spenderherz von einer Frau annehmen, um sich die eigene Männlichkeit zu bewahren? Bedarf eigentlich keiner Antwort mehr...

Er klammert sich an leere Begriffshüllen, denen er maximale Männlichkeit zuschreibt – einfach nur, um sich nicht seinem Versagen als Mann stellen zu müssen. Denn als Mann ist er eben auch Lebenspartner und Vater – und das sind Rollen, an denen er offenbar krachend gescheitert ist.

★★★★☆

🇫🇷, R: Claire Denis, D: Michel Subor, Grégoire Colin, Béatrice Dalle, Florence Loiret Caille, Yekaterina Golubeva, Lolita Chammah, Bambou, Alex Descas, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Pyramide International

A ★★★★ review of The Intruder (2004)
Die koloniale Schuld hat das Herz dieses Mannes zerfressen. Seine Taten von damals™ auf Tahiti hallen bis ins Frankreich von heute – oft als Echo vermeintlich wahlloser Geräusche, die durch das Dickicht der verblassenden und verdrängten Erinnerungen Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen. Doch nicht nur Klänge wiederholen sich, auch die Verfehlungen des Mannes, die er nie für sich aufgearbeitet hat und es dafür jetzt, an seinem Lebensende, längst zu spät ist. Während seiner jüngeren Jahre auf Tahiti zeugte er mit einer Frau einen Jungen. Doch er ließ beide sitzen, lernte seinen Sohn nie kennen. In Frankreich hat sich sein

Gesehen: No Fear, No Die (1990) - Hahnenkampf um die Karotte

Der Kolonialismus ist nicht Geschichte, er hat sich nur verlagert.

Gesehen: No Fear, No Die (1990) - Hahnenkampf um die Karotte
Foto: Pyramide International

Der Kolonialismus ist nicht Geschichte, er wird hier nur verlagert. Menschen aus den ehemaligen französischen Kolonien werden mit dem Versprechen einer besseren Zukunft, eines sichereren Lebens, der Absicherung der Familie in der Heimat nach Frankreich gelockt.

Die Behauptung, „einen Haufen Asche" machen zu können, wird diesen Menschen wie die Karotte an der Angel dem Esel vorgehalten. Damit einher geht jedoch die Verschleierung dessen, wer hier eigentlich weiterhin am längeren Hebel sitzt, wie steil das Machtgefälle wirklich ist und wer hier wen tatsächlich ausnimmt.

Der Deal ist gar kein Deal, sondern ein einseitiges Diktat der Bedingungen, die sich jederzeit völlig willkürlich ändern können. Dafür, dass sich die Ausgebeuteten dem praktisch ohne Widerworte fügen, sorgen sie bequemerweise selbst. Sie werden gegeneinander ausgespielt und halten sich in der Folge gegenseitig klein.

Alles implodiert, während sich andere die Taschen vollstopfen.

★★★★☆

🇩🇪/🇫🇷, R: Claire Denis, D: Isaach de Bankolé, Alex Descas, Jean-Claude Brialy, Solveig Dommartin, Christopher Buchholz, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Pyramide International

A ★★★★ review of No Fear, No Die (1990)
Der Kolonialismus ist nicht Geschichte, er wird hier nur verlagert. Menschen aus den ehemaligen französischen Kolonien werden mit dem Versprechen einer besseren Zukunft, eines sichereren Lebens, der Absicherung der Familie in der Heimat nach Frankreich gelockt. Die Behauptung, „einen Haufen Asche” machen zu können, wird diesen Menschen wie die Karotte an der Angel dem Esel vorgehalten. Damit einher geht jedoch die Verschleierung dessen, wer hier eigentlich weiterhin am längeren Hebel sitzt, wie steil das Machtgefälle wirklich ist und wer hier wen tatsächlich ausnimmt. Der Deal ist gar kein Deal, sondern ein einseitiges Diktat der Bedingungen, die sich jederzeit völlig willkürlich

Bring back some snobbery am 02. September 2025 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: einer wunderschönen Reise zum Mond, den Folgen des Poptivismus und was ein*e Künstler*in ist.

Bring back some snobbery am 02. September 2025
Foto: LSE Library / Unsplash

Um mal ein bisschen die vergangenen Tage zusammenzukehren, in denen ich abseits von ein paar Gedanken zu Filmen nicht so wirklich zum Bloggen gekommen bin.


Die Kolleg*innen drüben beim Public Domain Review haben wieder einmal absolute Illustrationsperlen zusammengesucht – dieses mal aus den Federn von Émile-Antoine Bayard und Alphonse de Neuville für die 1870er Fassung von Jules Vernes Von der Erde zum Mond.

Jules Vernes 1870er Ausgabe von „Von der Erde zum Mond” ist wunderschön illustriert
Wunderschön und wunderschön unheimlich.

Die (Almost) Dailies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!

Newsletter kostenlos abonnieren ❣

Sehr gute Beobachtung! Dass der Unterschied zwischen Hate und kritischer Auseinandersetzung in der Breite immer weniger gegeben scheint, ist auf lange Sicht nicht nur problematisch, sondern auch total langweilig. Ich liebe es, respektvoll über Kunst und Kultur zu „streiten".

Movie/tv/music criticism is unbearable to listen to these days because poptimism has somehow convinced everyone that saying *anything* critical at all is some kind of impermissible snobbery. But lots of things suck! Bring back some snobbery, I say.

David Roberts (@volts.wtf) 2025-08-26T20:41:23.510Z

Marlon Wayans on Snoop

Magdalena Miedl aka espressozitron (@mmiedl.bsky.social) 2025-08-31T14:51:00.475Z

Die Kolleg*innen von Monopol haben wieder aktuell lohnenswerte Filme und Serien mit und/oder über Kunst zusammengetragen.

Streamingtipps: 9 Kunst-Filme, die sich im September lohnen
Anne Imhofs New-York-Hommage, Wim Wenders’ Künstlerporträts und die verflochtenen Leben der Giacomettis: Das sind unsere Filmtipps des Monats

Mats Schönauer über die problematischen Methoden und verquere Fehlerkultur bei „Bild". Nicht viel Neues, trotzdem wichtig.

„Witwenschütteln am Sonntag”
Mats Schönauer über die problematischen Methoden und verquere Fehlerkultur bei „Bild”. Nicht viel Neues, trotzdem wichtig.

Arte widmet sich dem spanischen Kino.

Filme aus Spanien - Kino | ARTE
ARTE zeigt exklusiv online acht spanische Filme aus unterschiedlichen Jahrzehnten, von den 80ern bis in die 2000er. Zu sehen gibt es unter anderem die Komödie “Allein unter Nachbarn” von Alex de la Iglesia oder auch das spannende Sozialdrama “Mataharis” von Icíar Bollaín.

Guter Thread.

Typen, die mir wütend die Mailbox vollheulen, ich sei ein KI-Hater und sie könnten dank KI endlich auch „Artists!!!elf1!11“ sein, haben zum einen von Kunst rein gar nichts verstanden und zum anderen auch mich nicht. (1/9)

Guido Kühn (@guido-kuehn.bsky.social) 2025-09-01T21:39:46.492725+00:00

Same.

Meine Gedankenstriche heißen nicht, dass ich etwas mit ChatGPT geschrieben habe. Ich habe die schon benutzt, bevor es uncool war.

Daniel (@privatsprache.bsky.social) 2025-08-29T07:29:19.663437Z

Ich habe dieser Tage völlig zügellos am Rad vorbei in meine Maus hineingepustet, weil beim Scrollen die Seitenposition immer wieder komisch umhergesprungen ist. Mein Problem ist behoben, aber ich bin fast ohnmächtig geworden und auf die Tischkante geknallt. Aber immer noch besser, als Druckluft in der Dose zu kaufen. 🤓


We built a calculator that doesn't work, but don't worry, it's also a plagiarism machine that will tell you to kill yourself. It runs on the world's oceans and costs 10 trillion dollars.

Daniel Carlson (@danielwcarlson.bsky.social) 2025-08-29T18:24:10.508Z

Stunt ist Schauspiel ist künstlerischer Ausdruck – aber eben auch sehr testosteronlastig.

Gesehen: Wick is Pain (2025) - Dudebros über Grenzen
Stunt ist Schauspiel ist künstlerischer Ausdruck – aber eben auch sehr testosteronlastig

Mascha Schilinskis zum deutschen Oscarbeitrag gewordener Film ist eindrücklich inszeniert und bewegt sich bei Subtext wie Motiven in ähnlichem Fahrwasser wie etwa Céline Sciammas PORTRAIT OF A LADY ON FIRE.

Kinotagebuch: In die Sonne schauen (2025) - Sehen und gesehen werden
Mascha Schilinskis zum deutschen Oscarbeitrag gewordener Film ist eindrücklich inszeniert und bewegt sich bei Subtext wie Motiven in ähnlichem Fahrwasser wie etwa Céline Sciammas PORTRAIT OF A LADY ON FIRE.

Der Kerngedanke stimmt, die Umsetzung ist jedoch viel zu kurzsichtig.

Gesehen: Babygirl (2024) - Inversionsplattitüde
Der Kerngedanke stimmt, die Umsetzung ist jedoch viel zu kurzsichtig.

Das ist einfach total clever kuratiert.

Gesehen: Eight Postcards from Utopia (2024) - Capitalismus Romanus
Das ist einfach total clever kuratiert.

Vom Nachteil, geboren zu sein...

Gesehen: Mouchette (1967) - Poesie schlägt Zynismus
Vom Nachteil, geboren zu sein…

Mark Fisher und Anton Jäger hätten ihre helle Freude gehabt...

Gesehen: The Devil, Probably (1977) - Bressonsche Hyperrealität
Mark Fisher und Anton Jäger hätten ihre helle Freude gehabt…

Irgendwann spuckt jede*r Blut...

Gesehen: Diary of a Country Priest (1951) - Gegen die Verzweiflung anschreiben
Irgendwann spuckt jede*r Blut…

Bankrott ist nicht nur Vice, sondern in diesem Film auch Haltung und journalistisches Handwerkszeug.

Gesehen: Vice is Broke (2024) - David Carr fehlt
Bankrott ist nicht nur „Vice”, sondern in diesem Film auch Haltung und journalistisches Handwerkszeug.

So finster und abgründig dieser Film unter anderem dadurch wirkt, so groß ist dann wiederum doch das Grundvertrauen, das hier den Menschen entgegengebracht wird.

Gesehen: L’Argent (1983) - Symptombekämpfung
So finster und abgründig dieser Film unter anderem dadurch wirkt, so groß ist dann wiederum doch das Grundvertrauen, das hier den Menschen entgegengebracht wird.

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHH

Endless Screaming (@infinitescream.bsky.social) 2025-09-02T15:55:50.14205700Z

/da

„Witwenschütteln am Sonntag"

Mats Schönauer über die problematischen Methoden und verquere Fehlerkultur bei „Bild". Nicht viel Neues, trotzdem wichtig.

„Witwenschütteln am Sonntag"
Foto: Nick Fewings / Unsplash

Wahrscheinlich bin ich der letzte Mensch im Netz, der dieses Video teilt. Aber ich bin eben erst jetzt dazu gekommen, mir das anzuschauen.

Mats Schönauer vom Topfvollgold arbeitet an den zahlreichen problematischen Inhalten ab, die unter der derzeitigen Bild-Chefredakteurin Marion Horn publiziert wird. Der Videotitel: „So skrupellos ist die neue BILD-Chefin". Schönauer greift also selbst in die Werkzeugkiste des Boulevards, in der unter anderem diese Art der Personalisierung zu finden ist – also jedenfalls in der Aufmachung, um vom Youtube-Algorithmus nicht komplett ignoriert zu werden, würde ich sagen.

Dann wiederum erklärt Schönauer gewohnt ruhig, akribisch und präzise, wie manche Mitarbeiter*innen von Bild immer wieder bewusst oder unbewusst vorgehen und dass offenbar wenig dafür getan wird, das auszumerzen. Das ist natürlich kein Marion-Horn-Problem, sondern eines, das sie sozusagen traditionell fortzuführen scheint.

Marion Horn ist eine der mächtigsten Frauen Deutschlands – und eine der gefährlichsten. Denn unter ihrer Leitung als Chefredakteurin der BILD-Zeitung werden katastrophale Falschmeldungen verbreitet, Angst & Hass geschürt und der Ruf von unschuldigen Menschen zerstört. In diesem Video zeige ich euch heftige Beispiele aus ihrer Karriere beim Axel-Springer-Verlag.

Viel wirklich Neues steckt in diesem Video eher nicht. Aber ich finde es wichtig, sich immer mal wieder in Gedächtnis zu rufen, mit welchen Werkzeugen und Mechanismen Medien generell, aber vor allem der Boulevard arbeitet.