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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 216

Gesehen: The Whale (2022) - Dick aufgetragen

Das soll jetzt wirklich kein schlechter Witz sein...

Gesehen: The Whale (2022) - Dick aufgetragen
Foto: Plaion Pictures

Das soll wirklich kein schlechter Witz sein, aber alles an diesem Film ist so wahnsinnig dick aufgetragen und rührselig erzählt. Außerdem wundert es kaum, dass sich Darren Aronofsky offenbar so zu diesem Stoff hingezogen gefühlt hat. Denn wie in vielen seiner anderen Filme drängt (sein eigenes) Ringen mit Glaube und Religion auch hier mit aller Gewalt in die Inszenierung und legt sich wie eine schwere Decke über alles. Darunter ersticken dann leider Gedanken über (zwischen)menschliches Miteinander, Scham, Hilflosigkeit, Isolation, Einsamkeit, Nähe und die Macht der Berührung.

★★☆☆☆

🇺🇸/🇲🇳, R: Darren Aronofsky, D: Brendan Fraser, Sadie Sink, Ty Simpkins, Hong Chau, Samantha
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Gesehen: It (1990) - Curry all the way

Ein durchaus progressives Werk für einen Film, der 1990 veröffentlicht wurde.

Gesehen: It (1990) - Curry all the way
Foto: Warner Bros. Home Entertainment

Besonders das erste Drittel mochte ich wirklich. Tim Curry funktioniert sowieso, aber auch die Verschränkung der beiden Zeitebenen, deren Gewichtung und zu sehen, wie sich die Figuren und deren Verhaltensweisen gegenseitig bedingen. Außerdem empfinde ich es als ein durchaus progressives Werk für einen Film, der 1990 veröffentlicht wurde. Mit welcher Deutlichkeit er Themen wie psychische Erkrankungen, häusliche Gewalt und (rassistisch bedingte) ökonomische Ungleichheit herausstellt, ist schon beachtlich, wenn man sich vor Augen führt, dass diese Verfilmung für ein breites Fernsehpublikum produziert wurde.

Und dann kippt der Film komplett in die Zeit der erwachsenen Gruppe und zerfasert vollends. Denn der Cast

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Gesehen: A Haunting in Venice (2023) - Zwecklose Ästhetik

Besser als der wirklich desaströs schlechte DEATH ON THE NILE, aber immer noch wahnsinnig hohl.

Gesehen: A Haunting in Venice (2023) - Zwecklose Ästhetik
Foto: 20th Century Studios

Besser als der wirklich desaströs schlechte DEATH ON THE NILE, aber immer noch wahnsinnig hohl (im Sinne von leer). Das liegt vor allem daran, dass Kenneth Branagh seinen Horror bzw. Grusel nahezu ausschließlich über die Bildästhetik versucht zu erzeugen. Das Ergebnis: ein etwas überstilisiertes Venedig, eingefangen mit viel zu vielen Dutch Angles, die keinem klaren Zweck dienen. Inhaltlich bietet der Film einfach zu wenig Substanz, an die man sich als Zuschauer:in immerhin klammern könnte. Die Idee mit den Kriegstraumata, die sich durch die Generationen fressen, ist nicht schlecht, nur eben leider auch nicht sonderlich gut in den Kontext des

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Gesehen: Das Lehrerzimmer (2023)

Gesehen: Das Lehrerzimmer (2023)
© Alamode Filmverleih

Die Schule als verdichteter Ort der Gesellschaft unter einem Brennglas finde ich ehrlich gesagt nur mäßig spannend – jedenfalls in dieser Form. Aber die rein physische Reaktion, die DAS LEHRERZIMMER mit immer weiter eskalierenden Situationen heraufbeschwört, wie Leonie Benesch nuanciert den in ihr brodelnden Vulkan transportiert, wie einfach alles immer schlimmer wird und das Bildformat die Blicke der Zuschauer*innen mit in den Tunnel der Panik zwingt – das ist einfach gut. Bis an die Grenze zur Unerträglichkeit treibt İlker Çatak seinen Film, indem absolut jeder seiner Figuren eine Katharsis verwehrt und an seiner Protagonistin durchexerziert, wie ein selbstlaufendes System kompromisslos die

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Gesehen: Victoria (2016) - Hehe

Justine Triet inszeniert sich etwas zu oft in tonale Sackgassen.

Gesehen: Victoria (2016) - Hehe
Foto: Alamode Film

Diesen Film direkt einen Tag nach ANATOMY OF A FALL zu schauen, war schon lustig. Ein Hund als wichtiger Teil eines Gerichtsprozesses, die in jeder Beziehung existierenden Unwuchten, die fremde Idee im eigenen literarischen Werk – all das spielt in beiden Filmen eine wichtige Rolle.

In VICTORIA gelingt es Justine Triet, eine Frau zwischen 500 Stühlen zu zeichnen, die sich vor lauter Leben selbst aus den Augen verloren hat. Sie sagt, die Arbeit befriedige sie, dabei jagt ein Desaster das nächste. Sie sagt, sie habe kein Interesse an Sex, hat ihn aber durchaus öfter mal relativ ungezwungen. Sie lebt ein Leben

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Mein Medienmenü - Woche 43/2023 & Hunde vor Gericht

Ein bisschen traurig darüber, dass die Stargästin leider nicht zur Leipziger Premierenvorstellung des Cannes-Gewinnerfilms ANTOMY OF A FALL von Justine Triet kommen konnte. Ich bin trotzdem noch total hin und weg von dem Film – und sehr davon unterhalten, dass Triet schon vor sieben Jahren mit ganz ähnlichen Elementen – zum Beispiel Hunde als Teil eines Gerichtsprozesses – in einem ganz anderen Film spielte.

Ansonsten habe ich mit The Last of Us begonnen. Noch bin ich mir aber nicht sicher, was ich davon halten soll. Die ersten beiden Episode wirkten doch noch arg bemüht.

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