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Feuilleton & Firlefanz

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Gesehen: Foe (2023) - It's not the technology, stupid!

Eine einzige Texttafel gräbt Unmengen von Wasser ab

Gesehen: Foe (2023) - It's not the technology, stupid!
Saoirse Ronan as Hen und Paul Mescal als Junior // Foto: Amazon Studios

Letztlich ist das gar kein Film über künstliche Intelligenz und artifizielles Leben und die Grenzen des Menschseins, sondern einer über körperlich und emotionale Selbstbestimmung, über den Einfluss von Politik und Wirtschaft auf Intimsphäre und über hegemoniale Männlichkeit. Der natürlich trotzdem stattfindende Technologiediskurs bewegt sich auf ähnlich uninspiriertem, aber visuell ansprechendem Niveau wie der im selben Monat erstmals gezeigte THE CREATOR von Gareth Edwards. Dazu ist es mir ein Rätsel, warum sich der Film noch vor der ersten Szene mit einer einzigen kleinen Texttafel so dermaßen das Wasser abgraben muss…

★★★☆☆

🇦🇺/🇺🇸, R: Garth Davis, D: Saoirse Ronan, Paul Mescal, Aaron Pierre, Trailer
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Gesehen: Judgment at Nuremberg (1961) - Schuldig ist schuldig

Stellt sich keiner leichten Aufgabe, trifft diskutable Entscheidungen und gewinnt dadurch viel

Gesehen: Judgment at Nuremberg (1961) - Schuldig ist schuldig
Foto: MGM Studios

„I AM AWARE“, brüllt der fiktive Justizminister des Dritten Reiches, Ernst Janning, vor Gericht ob der Verbrechen der Nazis. In seiner Stimme schwingen zugleich mit: Schuld, Stolz, Gleichgültigkeit und Reue. Dieser Moment ist die Essenz dessen, was der Film in seinen 190 Minuten Spielzeit aus meiner Sicht versucht. Wer Nazi war/ist, ist schuldig. Wer kollaborierte, ist schuldig. Wer mitlief, ist schuldig. Wer es wusste und wegsah, ist schuldig. Wer anstiftete, ist schuldig. Wer nur Befehle ausführte, ist schuldig. Wer Reue ob seiner Taten zeigt, ist nichtsdestotrotz schuldig.

Die Entscheidung, einen fiktiven Nazi-Minister auf die Anklagebank zu setzen, wird

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Gesehen: 2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß (2005) - „Wer hätte es ihm denn sagen sollen?“

Es gilt, sich wiederholende Geschichte um jeden Preis zu verhindern.

Gesehen: 2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß (2005) - „Wer hätte es ihm denn sagen sollen?“
Foto: Journeyman Pictures

„Wer hätte es ihm denn sagen sollen?“, fragt eine von Hanns Ludins Töchtern mit Blick auf dessen angebliches Unwissen über den Holocaust. Es folgt ein Schnitt. Gezeigt wird ein Foto, auf dem zu sehen ist, wie Adolf Hitler persönlich Hanns Ludin die Hand schüttelt. Dieser Moment kann sich einer gewissen Komik nicht entbehren – und lässt natürlich umgehend das „Lachen“ im Halse stecken bleiben. Es ist diese Kontrastierung, die den Kampf beschreibt, der sich in den Köpfen von Ludins Kindern dauerhaft abspielen muss.

Malte Ludin zeigt, wie diese Hirnakrobatik, diese selektive Wahrnehmung von belegten Tatsachen Folgen bis in die nächste

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Gesehen: Landscape with Invisible Hand (2023) - (Selbst-)Kritik im Sinne Adornos und Horkheimers

Kluge Beobachtungen, mäßige Erzählung

Gesehen: Landscape with Invisible Hand (2023) - (Selbst-)Kritik im Sinne Adornos und Horkheimers
Kylie Rogers als Chloe und Asante Blackk als Adam // Foto: Amazon MGM Studios

Ich finde, Cory Finley gelingen hier ein paar wirklich kluge und treffende Beobachtungen – besonders mit Bezug auf eine (unsere) kapitalistische Welt und libertäre Fieberträume. Die Ausgebeuteten zerfleischen sich eher gegenseitig als zu erkennen, dass es nicht die Klassenkamerad:innen, sondern die Kapitalist:innen sind, die ihnen wortwörtlich die Lebensgrundlagen rauben. Ein genügsames Leben können nicht diejenigen führen, die hart arbeiten, sondern nur diejenigen, die hart arbeiten lassen.

Wer eine Verzahnung von Wirtschaft und öffentlicher Hand – etwa durch die Privatisierung des Bildungssektors – vorantreibt, will nicht wirklich in Fortschritt investieren, sondern den von ihm:ihr Ausgebeuteten Bildung verwehren. Nur so lässt sich

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Gesehen: The Courier (2020) - Spröde...

...und unanbitioniert.

Gesehen: The Courier (2020) - Spröde...
Foto: EuroVideo Medien

Dieser Film ist leider einfach unambitioniert und nicht viel mehr als spröde inszenierter Historienkitsch.

★★½☆☆

🇬🇧/🇺🇸, R: Dominic Cooke, D: Benedict Cumberbatch, Merab Ninidze, Rachel Brosnahan, Jessie Buckley, Angus Wright, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: EuroVideo Medien

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A ★★½ review of The Courier (2020)
Einfach unambitioniert und spröde inszenierter Historienkitsch.
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Gesehen: Good Morning (1959) - Optimistische Klammer

Gesehen: Good Morning (1959) - Optimistische Klammer
Foto: Shochiku

Eine wunderbar süße und optimistisch zukunftsgewisse Klammer, dieser Kinder einfach mal Kinder sein zu lassen. Trotzdem ist GUTEN MORGEN kein alberner Kindergeburtstag, sondern letztlich auch ein Hadern mit einem Japan, dessen Bewohner*innen ganz individuell immer mehr von westlichen Einschlägen beeinflusst werden, während die gesamtgesellschaftliche Dynamik sich noch auf einem ganz anderen Pfad befindet. Das produziert ein alltägliches Leben voller Widersprüche. Und es lädt zu schnellen Schuldzusprüchen ein. Vermeintliche Verfehlungen mit den Einflüssen des Westens zu erklären, ist leicht. Vor der eigenen Tür zu kehren hingegen nicht. Aber dort liegt nunmal das meiste Laub.

★★★★☆

🇯🇵, R: Yasujirō Ozu, D: Keiji Sada,
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