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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 195

Gesehen: Favolacce (2020)

Gesehen: Favolacce (2020)
Ileana D'Ambra als Vilma Tommasi // (c) Filmperlen

Ich habe mich dabei ertappt, wie ich innerlich ein paar Mal „italienische Ruben Östlund hehehehe“ zu mir selbst gesagt habe. Und damit ist eigentlich schon klar, dass auch FAVOLACCE ein Stoff ist, an dem sich die Geister schieden und scheiden. Der Film ist bitterböse, gnadenlos und konsequent abrechnend – wie man eben mit neoliberalen Arschlöchern mit Hang zum Faschismus umgehen muss. Das ist der gute Östlund.

Darin ist der Film nur überaus selbstgefällig und suhlt sich darin, mit dem Zeigefinger gehässig auf die Spitze des Eisbergs zu deuten. Doch Kritik an den Ursachen dieser Missstände, an den gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen

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Wiedergesehen: King Kong (2005)

Wiedergesehen: King Kong (2005)
Naomi Watts als Ann Darrow // (c) Universal Pictures Germany

Den habe ich damals™ im Kino und seitdem nie wieder gesehen. Mein letzter Eindruck stammt also noch aus einer Zeit vor meiner cineastischen Erweckung. Damals fand ich den Film eher mittelmäßig. An die Gründe dafür kann ich mich jedoch nicht mehr erinnern. Also kann ich nun nahezu jungfräulich sagen: Auch heute finde ich KING KONG eher mittelmäßig.

Das Grundmotiv des überheblichen Menschen, der sich an der Spitze von Natur sowie Nahrungskette glaubt und deshalb meint, sich alles erlauben sowie unterwerfen zu können, ohne Konsequenzen alles und jede*n ausbeuten zu können, das ist zeitlos zutreffend und funktioniert für mich im

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Gesehen: BlackBerry (2023)

Gesehen: BlackBerry (2023)
Jay Baruchel als Mike Lazaridis und Glenn Howerton als Jim Balsillie // (c) Paramount

Ich finde, dass sich BLACKBERRY nicht so richtig entscheiden kann, ob er nun Satire oder Charakterstudie sein will. Das lässt die dramatischen Momente oft unfreiwillig komisch wirken, während die tatsächlichen Figuren nur selten hinter ihren üppigen Masken hervorscheinen. Aber die Masken – des zügellos cholerischen Glenn Howerton, des unterwürfigen Jay Baruchel und des treudoofen Matt Johnson – machen BlackBarry zumindest zu knalligem Unterhaltungskino.

Letztlich steht sich der Film oft selbst im Weg. Eine kapitalismuskritische Underdog-Story gerät nämlich schnell an ihre Grenzen, wenn letztlich ein Konzern der Underdog ist. Spannend wurde es für mich, nachdem genug Schichten geschält waren und diese eine

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Mein Medienmenü - Woche 06/2024 & Backen

Mein Medienmenü - Woche 06/2024 & Backen
(c) Julian Hochgesang / Unsplash

Statistisch betrachtet habe ich mehr als einen Film pro Tag geschaut, ein ordentliche Serien-Pensum hinter mir, gelesen und auch eine ordentliche Menge Podcasts gehört. Das lässt sich nämlich besonders gut beim Backen machen. Das habe ich irgendwie für mich entdeckt. Ich bin ein überaus lausiger Bäcker und selbst einfachste Rezepte müssen mir erstmal gelingen. Aber gerade habe ich damit richtig viel Spaß und eine für mich neue Art der hobbymäßigen Stimulation gefunden. (Vielleicht teile ich hier irgendwann auch mal ein paar Ergebnisse. Vorher übe ich aber noch ein bisschen 😅)

Filme

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Kinotagebuch: Reality (2023)

Kinotagebuch: Reality (2023)

Als Stilübung sicherlich halbwegs interessant und politisch sowieso wichtig. Aber für mich wollte REALITY unterm Strich zu nichts überaus Stimmigem zusammenkommen. Die strenge Text- und ich nehme an auch Tonfalltreue lassen den Film wie Marionettentheater wirken. Alles spricht und bewegt sich wie auf Schienen, das Warten der Figuren auf ihren jeweiligen Einsatz liegt dröhnend über allem.

Jedoch gelingt über diese durch Form erzeugte Strenge auch etwas: Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Effekt des hier abgebildeten Prozesses wird unübersehbar. Der angebliche Schutz der Demokratie erreicht in seiner Rigorosität paradoxerweise das genaue Gegenteil. Aber die Zahnräder im System kennen nur eine

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Gesehen: Antigone (2019)

Gesehen: Antigone (2019)
Nahéma Ricci als Antigone // (c) Association Coopérative des Productions Audio-Visuelles

Nahéma Ricci als Antigone ist eine absolute Offenbarung. Sie spielt so wahrhaftig und findet Zugang zu sowie Ausdruck für derart pure Emotionen… ANTIGONE ist eine gewaltige Adaption der antiken Tragödie, die Überzeugungen auf die Probe stellt, Solidarität im Spiegel der migrantischen Lebensrealität betrachtet und vor allem durch Nahéma Riccis unter die Haut gehende Schauspielleistung deutlich macht, wie weit Recht und Gerechtigkeit auseinander liegen können und das Einstehen für die eigenen Überzeugungen für eine Gruppe von Menschen de facto weitreichendere Konsequenzen hat als für die andere. Justitia ist tatsächlich blind – und zwar hinsichtlich der Tatsache, dass vor dem Gesetz eben nicht

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