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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 168

Gesehen: The Other Lamb (2019)

Gesehen: The Other Lamb (2019)
(c) Plaion Pictures

Ich mochte die klare ästhetische Vision dieses Films und deren konsequente Verfolgung. THE OTHER LAMB sieht wirklich wunderschön aus, ist ganz großartig fotografiert. Die gestochen scharfen Bildern funktionieren sehr elegant im Zusammenspiel mit der kontrastreichen Farbwahl.

Darüber hinaus hatte ich ständig das Gefühl, diesen Film schon hundertmal gesehen zu haben. Das mag daran liegen, dass dem auch so ist. Denn wie er sich christlicher Ikonografie bedient, um darüber Religions- und gewissermaßen auch Kirchenkritik zu fahren und darüber hinaus im Mikrokosmos Kult patriarchale Machtstrukturen seziert, haben wir schon zur Genüge gesehen. Der Film macht seine Sache nicht schlecht oder gar

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Gesehen: Tulitikkutehtaan tyttö (1990)

Gesehen: Tulitikkutehtaan tyttö (1990)
(c) Pandora Film Verleih

Noch nie hat mich der Anblick von ein paar leeren Limoflaschen derart tief getroffen.

Aki Kaurismäki arbeitet hier noch viel wortkarger als sonst. Dabei hätte diese Figur so viel zu sagen, doch sie ist alleine, einsam und isoliert. Sie sehnt sich nach Liebe, geistiger Erfüllung und einem Leben, das nicht nur das Monotone für sie parat hält.

Kaurismäki offenbart hier den gesellschaftlichen und marktwirtschaftlichen Fehlschluss, dass arme Menschen und/oder das sogenannte Proletariat ungebildet sind und gar kein Interesse an Kultur haben bzw. sogar zu dumm dafür sind. Sie tanzt zur Musik, liest bei jeder Gelegenheit und weint

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Alex Garland über kosmetische Eingriffe und künstlerischen Ausdruck

Alex Garland über kosmetische Eingriffe und künstlerischen Ausdruck
(c) Jay Dixit unter CC BY 4.0

Alex Garland spricht beim British Film Institute über seinen Film CIVIL WAR. Wie viele andere Q&As beim BFI ist das alleine schon deshalb interessant, weil die Gespräche vielleicht nicht unbedingt tiefer, aber anders in Filme und das Handwerk eintauchen. Hier hat mich besonders ein Thema (ab 09:07) aufhorchen lassen: Alex Garland spricht darüber, dass Kirsten Dunst für eine der zentralen Rollen im Film perfekt war, weil sie keine sichtbaren kosmetischen Eingriffe im Gesicht hat vornehmen lassen, das eben Alter und darüber Erfahrung sowie einschneidende Erlebnisse impliziert. Interessant ist das, weil das die Dichotomie von körperlicher Selbstbestimmung aund

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Broey Deschanel über „Männerfilme“

Broey Deschanel über „Männerfilme“
(c) Broey Deschanel, Hannah Raine, Warner Bros.

Gewohnt interessantes Video von Broey Deschanel, die diese eine bestimmte Art von „Männerfilmen“ in einen aktuellen gesamtgesellschaftlichen Kontext rückt und in Bezug zur Krise der psychischen Gesundheit setzt. (Ich mag den Großteil dieser Filme immer noch nicht, erkenne aber an, die hier beleuchteten Aspekte bisher nicht ausreichend anerkannt zu haben.)

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Gesehen: Dumb Money (2023)

Gesehen: Dumb Money (2023)
(c) Leonine Studios Spielfilm

Wenn es darum geht, einen Blick auf die ethisch und moralisch (und teilweise auch rechtlich) fragwürdigen Machenschaften großer Hedgefonds zu werfen, leistet dieser Film wirklich nur das absolute Minimum. Er ist oberflächlich, versteigt sich in Klischees und ist gerade deshalb auch einfach nur mäßig lustig. Die satirische Seite dieses Films scheitert nahezu auf ganzer Linie.

Die menschliche Perspektive, abseits von Börsenvoodoo, Aktienkursen, (unfairen) Marktmechanismen und den reinen, kalten Zahlen, gelingt DUMB MONEY jedoch ziemlich gut. Er ergründet, welchen fruchtbaren Boden die Corona-Pandemie dieser Markt-Anomalie geboten hat. Es war der perfekte Sturm: In Zeiten noch größerer ökonomischer Unsicherheit und noch unabsehbarerer

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Ich liebe den „Challengers“-Score

Ich liebe den „Challengers“-Score
(c) Warner Bros.

Über meine Begeisterung für den CHALLENGERS-Score aus den Federn von Trent Reznor und Atticus Ross habe ich ja in meiner kurzen Kritik bereits geschrieben.

Erstmal finde ich, dass wir alle vor David Fincher auf die Knie fallen sollten, weil er es geschafft hat, Trent Reznor (und Atticus Ross) zu überreden, es doch noch einmal mit FilmMusik zu versuchen. Was die beiden hier abgeliefert haben, macht praktisch den halben Film aus. Es war für mich unmöglich, mich nicht von der Energie des treibenden Scores anstecken zu lassen.

Trotzdem will ich den hier nochmal gesondert festhalten, nachdem ich ihn seitdem noch

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