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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 140

Gesehen: Face/Off (1997)

Gesehen: Face/Off (1997)
(c) Walt Disney

Dieser Film ist so drüber, so klamaukig selbstironisch und so selbstbewusst cool inszeniert… das macht einfach Spaß. Gleichzeitig erfüllt John Woos Blick auf das Kino Hollywoods auch die Funktion eines Kritikers. Von der heißlaufende Opiodkrise über die Abgründe eines privatisierten Gefängnissystems, die regelrechte Militarisierung der Exekutive, den ausufernden Materialismus und die fast schon sexuelle Fetischisierung von Waffen bis hin zur von Gewalt und Sex besessenen medialen Welt, über die der Deckmantel der Prüderie und des Konservatismus geworfen wird – all das verliert der Film nie aus dem Blick.

Und na ja, für Nicolas Cage ist das einfach das gemachte Nest.

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Gesehen: Le rayon vert (1986)

Gesehen: Le rayon vert (1986)
(c) Studiocanal

Die Freiheit als Gefängnis.

Eigentlich steht Delphine die Welt offen. Sie muss sich um Geld anscheinend wenig Gedanken machen, ist ungebunden und hat alle Möglichkeiten zu reisen. Sie kann im Urlaub unbesorgt in den Tag hinein leben, den ganzen Tag lesen, im Meer schwimmen oder Party bis zum Abwinken machen. Die Welt steht ihr offen. Doch genau das ist es, das sie in Schockstarre fallen lässt.

Delphine scheint niemals wirklich zu sich selbst gefunden zu haben. Sie kennt ihre Bedürfnisse und ihren Wert nicht, hat keine Wünsche oder Ziele. Sie kennt nur die Hand, von der sie bisher

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Gesehen: Il portiere di notte (1974)

Gesehen: Il portiere di notte (1974)
(c) Leonine Studios Spielfilm

Letztlich haben wir hier ein durchaus komplexes Machtgeflecht, das immer wieder durch Transgression versucht wird, aufzudröseln. Diese Versuchsanordnung offenbart, wie die Nazis die eigene Machtposition durch Erniedrigung und Entmenschlichung ihrer Opfer etablierten und wie auch nach 1945 die alten Seilschaften weiter bestehen und Einfluss ausüben konnten – und zwar durch unter anderem Kompromat, das das Kartenhaus zusammengehalten hat. Wer den Mund aufmacht, wird direkt mit in den Abgrund gerissen.

Nun ist die Frage, wer jetzt, in der Gegenwart des Films, Macht über wen hat – der Altnazi über die ehemalige KZ-Insassin, die er einst sexuell ausbeutete, oder die überlebende Frau, die mit

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Gesehen: Doubles vies (2018)

Gesehen: Doubles vies (2018)
(c) Alamode Filmverleih

Ich weiß nicht, irgendwie habe ich mehr von Olivier Assayas erwartet als die Tatsache, dass er offenbar – genau wie ich – die Wikipedia-Artikel zu Walter Benjamins Das Kunstwerk im Zeitalter seiner Technischen Reproduzierbarkeit und dem Kulturindustrie-Kapitel aus Dialektik der Aufklärung von Adorno und Horkheimer gelesen hat.

Die Diskurse und Debatten, die Assayas hier austrägt, fühlen sich längst in ihrer Breite ausgetreten an – natürlich aus heutiger Sicht, aber auch schon 2018. Wer genau hinhört, kann irgendwo im Hintergrund ein klingelndes Telefon ausmachen. Der Anrufer: die re:publica 2009.

DOUBLES VIES driftet in seiner Zuspitzung in die Banalität ab und tänzelt

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Gesehen: Anyone But You (2023)

Gesehen: Anyone But You (2023)
(c) Sony Pictures Home Entertainment

Ich mag dieses „Finde jemanden, mit dem zusammen du einfach krass weird sein kannst“-Sujet eigentlich immer verführerisch. Und auch dieser Film hat mich ein Stück weit damit gekriegt. Was mit zunächst total erzwungen albernem Slapstick anläuft, entwickelt sich dann doch noch zu einer zunehmend selbstbewussten Komödie. Denn dass hier niemand das Rad neu erfinden wird, ist klar. Vielmehr lässt sich der Film freiwillig auf die Genrekonventionen ein und überspannt den Bogen ab und zu mit einem Hauch von Augenzwinkern. Unterm Strich reicht das alles aber nicht für einen guten Film. ANYONE BUT YOU ist zahnloser Spaß, der nach – wenn

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Mit der Drohne vom Basecamp bis auf den Everest

Mit der Drohne vom Basecamp bis auf den Everest
(c) Jean Woloszczyk / Unsplash

Was Sascha Brittner drüben bei PewPewPew unter anderem schreibt, spricht mir auch aus der Seele:

Frage mich seit Jahren, wieso das nicht einmal wer macht. Als Kind wollte ich immer einen Helicopterflug vom Basecamp hoch zum Gipfel sehen, aber das ist aus verständlichen Gründen schwierig. Aber wenn wir in der dünnen Atmosphäre des Mars’ eine Drohne fliegen lassen können, dann ja wohl auch inzwischen eine zum Mount Everest!?!

Ein bisschen verwirrend ist die eingeblendete Höhenangabe, die entweder komisch hinterherhinkt oder etwas voraus ist. Also glaube ich.

Und um auszugleichen, dass ich hier praktisch einen Werbefilm verlinke, möchte ich noch den

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