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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 137

Gesehen: Cruising (1980)

Gesehen: Cruising (1980)
(c) Warner Bros.

Persönlich kann ich an dieser Stelle gar kein abschließendes Urteil fällen: Friedkins Inszenierung dieses Milieus wirkt zwar durchaus klischiert, aber nicht aus einer überheblichen Position heraus. Die Kamera macht keinen Hehl daraus, dass hier ein randständiger Teil der Gesellschaft abgebildet wird. Doch sie macht auch klar, dass diese Randständigkeit nicht selbstverschuldet, sondern Resultat einer zutiefst homophoben bzw. queerfeindlichen Gesellschaft ist.

Darüber hinaus lässt der Film anhand des von Al Pacino verkörperten Protagonisten außerdem zu, ihn unter „moderneren“ Gesichtspunkten zu lesen – nämlich mit einem Verständnis von sexueller Orientierung als Konzept, das auf einem Spektrum und nicht nur zwei Polen existiert

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„Slow Horses“ Staffel 4 in den Startlöchern – erster Trailer

„Slow Horses“ Staffel 4 in den Startlöchern – erster Trailer
(c) Apple TV+

Auf den Tag genau vor einem Jahr habe ich die erste Staffel von Slow Horses gesehen. Zwischenzeitlich ist auch der Rest dazugekommen und nun gibt es einen ersten Trailer zur Anfang September startenden vierten Staffeln.

Was ich bereits vor einem Jahr geschrieben habe, kann ich eigentlich nur noch wiederholen:

Die Serie hat etwas von John le Carré, ohne sich dabei übermäßig ernst zu nehmen. Mir scheint, als ob das – Cast mit einbezogen – genau das ist, was dem Agenten-/Spionage-Thriller aktuell fehlt.
Slow Horses - Ein Fall für Jackson Lamb - Stream online
Wie man “Slow Horses - Ein Fall für
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Gesehen: Twisters (2024)

Gesehen: Twisters (2024)
(c) Warner Bros. Entertainment

Als Sommerblockbuster, bei dem gefühlt alles, aber letztlich doch gar nichts auf dem Spiel steht, kann man sich den schon anschauen. TWISTERS ist dynamisch inszeniert, hat gewaltige Motive und ist charismatisch besetzt – selbst Daisy Edgar-Jones’ fürchterlich bemühtes Spiel schlägt diesem Fass nicht den Boden aus.

Nur hat man sich eben auch ein Thema für diesen Film ausgesucht, das einfach keinen reinen Eskapismus mehr erlaubt. Deshalb konnte ich es kaum glauben, dass wirklich kein einziges Mal das Wort Klimawandel (oder -katastrophe oder irgendeine andere Variation) fällt. Irgendwann dröhnt dieses „Schweigen“ lauter als die Tornados selbst. Es wird zwar von den

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Gesehen: Sorcerer (1977)

Gesehen: Sorcerer (1977)
(c) Paramount Pictures, Universal Pictures

Vier Männer auf der Flucht vor ihrer Schuld, vor der Rechenschaft, die sie schuldig sein – und der einzige Weg, der sich ihnen offenbart, führt direkt in die Hölle. Dort wartet der metaphorische Scharfrichter auf sie, der sie nicht wieder entkommen lässt, sondern sie mit ihrer eigenen Schuld und einer viel größeren, allumfassenden (neo-)kolonialen Schuld konfrontiert.

Dabei geraten die vier in die erbarmungslose Mangel der Systeme, deren Teil sie zuvor waren: organisierte Kriminalität, Terrorismus und kapitalistische Großkonzerne, die ein Entwicklungsland nach dem anderen ausbeuten.

Die vier glauben, sich Stück für Stück aus diesem Moloch wieder herausgraben zu können.

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Gesehen: Poor Cow (1967)

Gesehen: Poor Cow (1967)
(c) Studiocanal

Ich habe hier oft an Chantal Akerman und Agnès Varda denken müssen, deren Frauenfiguren oft ähnlich der „Gefahr“ ins Gesicht lachen, mit einer fast schon spielerischen Leichtigkeit der harten Realität ihrer Leben entgegentreten und sich nicht brechen lassen. Ken Loachs erster Langfilm macht bereits klar, dass er sich seine generelle Philanthropie nicht von ein paar Querschlägern madig machen lässt, lässt sich von ihnen aber nicht die Weltsicht diktieren. Im Gegenteil, er übt klare Kritik an ihnen.

Seine klare Haltung gegenüber eines Staates, der die soziale Temperatur tatenlos ins bodenlose rauschen lässt, gegenüber leeren konservativen Versprechungen von Glück, Halt und

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Gesehen: Shot Caller (2017)

Gesehen: Shot Caller (2017)
(c) Constantin Film

Zwei Filme sind es, die hier in Nikolaj Coster-Waldaus Brust wohnen. Der eine biedert sich einer konservativen, fast schon faschistoiden Ideologie an, indem er den Mann als Beschützer und Richter in Personalunion zeichnet, als jemanden, der mit Zweck heiligenden Mitteln tut, was getan werden muss, was kein anderer tun will. Eine wirklich kritische Haltung dazu habe ich vermisst.

Was SHOT CALLER aber klar in den Vordergrund stellt und weshalb ich ihm auch ein okayers Zeugnis ausstellen möchte: die Analyse des Gefängnissystems der Vereinigten Staaten. Das System hat unterm Strich kein Interesse an Rehabilitierung und Resozialisierung. Ganz im Gegenteil, es

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