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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 119

Kinotagebuch: Bâtiment 5 (2023)

Kinotagebuch: Bâtiment 5 (2023)

Nach LES MISÉRABLES und ATHENA ist BÂTIMENT 5 ziemlich konventionell geraten. Aber wahrscheinlich ist es genau das, was aus dieser losen Trilogie heraus einen so überzeugenden Dreiklang ertönen lässt. Erst die Panik in Folge der entzündeten Lunte, dann das explodierende Pulverfass und nun das Ringen um die eigene Zukunft.

Hier ist die Form sehr nah am Gegenstand des Inhalts: der Politik (im Sinne von Verwaltung). Ladj Ly zeichnet ein umfassendes Bild von Intrigen, Kalkül der herrschenden Klasse und deren Dissoziation von der Welt der Menschen, über deren Leben sie entscheiden. Und von einer vermeintlich liberalen Klasse, die meint, Geflüchteten

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Gesehen: Zielona granica (2023)

Gesehen: Zielona granica (2023)
(c) Alive AG

Agnieszka Holland redet nicht um den heißen Brei herum, benennt kaputte Mechanismen, Fehler im System, rechtsextreme Arschlöcher und den menschenfeindlichen Diktator Alexander Lukaschenko, ohne dabei auch nur eine Sekunde in sperriger Didaktik zu versumpfen. Gleichzeitig schafft es Holland auch weitestgehend, die Geflüchteten und deren Geschichten nicht für eine Art geopolitischen Thriller auszubeuten.

Stattdessen fokussiert sie die Energie ihres Films darauf, wozu Menschen fähig sind – zu Empathie, Rechtschaffenheit, Reue und großes Leid für geliebte Mitmenschen auszuhalten, trotz aller Widrigkeiten zu überdauern, aber auch zu Gewissenlosigkeit, Sadismus, Neid und Hass.

Durch die multiperspektivische Erzählung von Geflüchteten, Zivilgesellschaft und Grenz-"Schutz"

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Anil Dash: Don't call it a Substack.

Anil Dash: Don't call it a Substack.
(c) Joanna Kosinska / Unsplash

Als ich Wordpress in die Tonne gehauen habe, habe ich für den Bruchteil einer Sekunde auch über Substack als Alternative nachgedacht. Auf dem Papier ist das immerhin ein sehr mächtiges und Feature-Set, das hier angeboten wird: Blog in magaziniger Aufmachung, Newsletterversand, Podcast- und Videohosting. Und das zum verführerischen Preis von 0 Euro.

Aber über diese Nazi-Sache ist einfach kein Hinwegkommen.

Anil Dash hat jetzt noch einmal zu einem scharfzüngigem Rundumschlag ausgeholt, bei dem jeder einzelne Absatz einfach sitzt.

Email's been here for years. But the reason Substack wants you to call your creative work by their brand name is because
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Gesehen: Bis zur Wahrheit (2024)

Gesehen: Bis zur Wahrheit (2024)
(c) NDR / Boris Laewen / Roland Stuprich

Ich glaube, dieser Film ist für eine ganz bestimmte Zielgruppe gemacht und von daher entsprechend inszeniert und erzählt. Ich bin nicht Teil dieser Zielgruppe, da Pi mal Daumen 30 Jahre zu jung. Also erkenne ich an, dass hier akribisch ein so drängendes Thema allumfassend bearbeitet wird, mit dem ich mich vielleicht schon länger auseinandersetzen mag, besagte Zielgruppe aber nicht den ganzen Tag kluge Stimmen in Podcasts und auf [Soziales Netzwerk] hört bzw. liest.

Wenn ich den Film jedoch losgelöst von jeglicher statistischer Erhebung bezüglich des Durchschnittsalters linearer Programme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk betrachte, bleibt für mich sehr schnell nicht mehr viel

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Goodbye Wordpress!

Goodbye Wordpress!
(c) Lavi Perchik / Unsplash

Lange Jahre lief diese Seite in ihren verschiedensten Iterationen auf einer selbst gehosteten Wordpress-Instanz. Ich wollte im Hintergrund nicht von einer Plattform abhängig sein, gleichzeitig die Kontrolle über meine Seite behalten und dafür den Weg des geringsten Widerstands gehen. Und Wordpress ist, wenn man einmal einen Webspace hat, vergleichsweise einfach einzurichten und bietet dann umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten. Da ich keine einzige Zeile Code beherrsche, war das für mich immer der größte Selling Point. Ja, Wordpress wurde über die Jahre hinweg wirklich immer weiter aufgeblasen. Gestört hat mich das nie großartig.

Was mich jedoch extrem stört, ist Matt Mullenwegs Verhalten und die

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Gesehen: Megalopolis (2024)

Gesehen: Megalopolis (2024)
(c) Constantin Film

Ich habe das Gefühl, vorab noch einmal extra betonen zu müssen, dass ich das wirklich ohne jeden Funken Sarkasmus meine: MEGALOPOLIS wirkt wie das Projekt einer Gruppe von Highschoolern, die einen Film von Baz Luhrmann zu viel gesehen haben und schließlich total inspiriert unbedingt eine Oper in seinem Stil als Abschlussstück des Schuljahres inszenieren wollten. Aus Budgetgründen mussten jedoch viele Hintergründe mit OpenAIs Sora hergestellt werden. Am Tag der Premiere, als alles zum ersten Mal zusammengerührt funktionieren muss, sind die Darsteller:innen ob des Clusterfucks, durch den sie sich bewegen sollen, vor allem damit beschäftigt, grenzdebile Lachanfälle zu unterdrücken. Ich

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