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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 113

Gesehen: Horizon: An American Saga – Chapter 1

Gesehen: Horizon: An American Saga – Chapter 1
(c) Tobis Film

So übersättigt diese Farben und so schwelgerisch diese Bilder sind, so leer fühlt sich dieser Film an. Viele Figuren scheinen nur zu existieren, weil man™ das in einem Western eben zu bespielen hat. Nur weiß das Drehbuch kaum etwas Interessantes mit ihnen anzufangen. Und dafür nimmt sich der Film einfach viel zu ernst. Kevin Costner überhöht sich und seine Perspektive auf die amerikanische Geschichte zumindest in diesem ersten Aufschlag der Reihe maßlos und versteigt sich in übermäßiger Schablonenhaftigkeit. Aber hey, immerhin hat er sich noch eine 32(!) Jahre jüngere Frau an die Seite geschrieben, die er erst „retten" darf und

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Gesehen: Désordre (1986)

Gesehen: Désordre (1986)
(c) mk2 Films

Ein Coming-of-Age, das ich so noch nicht oft gesehen habe: Diese jungen, stürmischen Menschen, die Künstlerinnen sein und in der Musik ihren Ausdruck finden wollen. Bei denen jede*r was mit jeder*m hat und der Zweck immer die Mittel heiligt. Deren gesamte Existenz gegen gesellschaftliche Konventionen zu bürsten scheint. Und deren Streben trotz allem so sehr auf bürgerliche Kategorien ausgerichtet ist: ein gesichertes Einkommen, eine monogame Beziehung, zusammen im gemeinsamen Heim alt werden, auf dem Weg vielleicht sogar eine Familie gründen und in Harmonie die Welt der Lebenden verlassen. Diese Figuren sind regelrecht durchzogen vom Anti-Punk, ob sie sich

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Videospiele sind keine Kunst...

Videospiele sind keine Kunst...
(c) Ben Neale / Unsplash

...sagt Christian Eichler of CUTS- und Geister-Fame. Und ich glaube, ich stimme ihm zu. Denn wer wie Christian ein bisschen Abstand nimmt von der etwas kulturkämpferischen Gemengelage rund um das Medium Videospiel, wird schnell merken: Games sind keine Kunst, aber sie können Kunst sein.

[...]Aber wenn „Neva", wenn „The Last of Us", wenn „Journey" für euch Kunst sind, weil die Musik laut aufgedreht ist, weil sie aussehen wie ein Film oder ein Gemälde. Und wenn das endlich zeigt, dass Videospiele Kunst sind... Sorry, dann sind Videospiele keine Kunst.

In meinen laienhaften Worten: Kunst definiert sich (für mich) über

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Gesehen: Liebe ist kälter als der Tod (1969)

Gesehen: Liebe ist kälter als der Tod (1969)
(c) Zweitausendeins Edition Deutscher Film

Erst die Widmung an die halbe Nouvelle Vague, dann diese unverfrorenen Zitate, was zusammengenommen fast schon satirische Ausmaße annimmt – das ist schon irgendwie cool. Es ist gewissermaßen eine große Ehrerbietung, ein Verneigen vor den Filmschaffenden der Nouvelle Vague und die Beweisführung, dass Nachahmer*innen diesen Gigant*innen des Kinos niemals gerecht werden können.

Niemand inszeniert derart ungezwungen coole Figuren, die gleichermaßen lässig wie getrieben von revolutionären Gedanken, vom Nonkonformismus sowie vom Aufbegehren gegen Autoritäten und den Status quo durch die Welt gehen. Niemand scheint ungeachtet gesellschaftlicher Konventionen eine derart klare Sicht auf Moral, Sexualität und das Verhältnis zwischen Frau und

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A funny thing about the future: Steven Soderberghs Miniserie „Command Z"

A funny thing about the future: Steven Soderberghs Miniserie „Command Z"
(c) Singani 63, Extension 765, Steven Soderbergh

Vergangenes Jahr hat Steven Soderbergh die Command Z umgesetzt. „A funny thing about the future", wie Soderbergh es selbst mit Understatement beschreibt. Lange gab es die acht kurzen und kurzweiligen Episoden nur bei Soderbergh selbst mit Kreditkarte zu kaufen. Mittlerweile jedoch – und das ging total an mir vorbei – steht die Serien komplett kostenlos bereit.

Command Z — COMMAND Z

Ich habe sie mir angeschaut, weil ich mir alles von Steven Soderbergh anschaue, weil Steven Soderbergh einfach ein unglaublich inspirierender Filmemacher ist. Länger als anderthalb Stunden braucht es dafür nicht, aber das macht das Projekt nicht weniger nachhaltig.

Command Z

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Gesehen: House by the River (1950)

Gesehen: House by the River (1950)
(c) UCM.ONE

Es geht um hegemoniale Männlichkeit und die hässliche Fratze, mit der Menschen genüsslich andere herabwürdigen, wenn sich ihnen auch nur der Hauch einer Chance dazu bietet.

Aber vor allem ist es spannend, den Film durch unsere aktuelle Gesellschaftsdiskurs-Brille zu schauen. Denn auch hier tobt unterm Strich ein uns doch mehr als gut bekannter Kulturkampf: Justiz vs. Gericht der öffentlichen Meinung. Es wird lauthals (vor allem am rechten Rand) darüber gestritten, ob nun „Im Zweifel für die/den Angeklagt*en" oder „Wir müssen Opfern glauben" gilt. Dabei schließt sich das doch gar nicht aus. Aber solange das Gebrüll nur laut genug

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