Skip to Content

André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

1391 posts

Posts by André Pitz

Gesehen: There Was a Father (1942) - Mammutaufgabe Mutterschaft

Es sind die Leerstellen, die so viel erzählen

Gesehen: There Was a Father (1942) - Mammutaufgabe Mutterschaft
Foto: Shochiku

Es ist die Abwesenheit von Frauen und ganz konkret einer Mutter, mit der Ozu hier Leerstellen erzeugt, aus denen sich wiederum klar gesellschaftskritische Fragen stellen lassen. Denn diese Leerstellen transportieren das vage Gefühl von der Mammutaufgabe Mutterschaft sowohl allgemein als auch speziell im Japan der 1940er. Wenn dort plötzlich ein Witwer mit kleinem Kind ist, der es verpasst, diese patriarchalen Verhältnisse zu reflektieren, dann ist er zum Scheitern verurteilt.

Scheitern bedeutet, diesen individuellen und gesamtgesellschaftlichen Kurs zu verstetigen. Wer so viel Wert auf das Wahren einer Fassade und auf deren Untermauerung durch ein falsches Verständnis von Lebensleistung legt, an dem zieht das Leben samt Liebe vorbei und liegt irgendwann gänzlich außer Reichweite. Die Vergänglichkeit des Lebens drängt immer wieder in den Film – etwa so schwer wie fast schon beiläufig in Form der Frage des Vaters nach der möglichen Einberufung des Sohnes zum Militär. Kontext: Der Film wurde während des Pazifikkriegs entwickelt und gedreht.

Dennoch bleibt Ozu hier grundoptimistische, indem er den zum Schluss bitterlich weinenden Sohn des Witwers zeigt – etwas, das ihm der Vater und dessen Umfeld nie zugestanden hat bzw. hätte. Aber der Sohn tut es trotzdem und tut es ehrlich – ein Zeugnis dessen, dass eben doch noch ein Losreißen von diesen eiskalten gesellschaftlichen Strukturen möglich ist.

★★★★☆

🇯🇵, R: Yasujirō Ozu, D: Ryū Chishū, Shūji Sano, Haruhiko Tsuda, Shin Saburi, Takeshi Sakamoto, Mitsuko Mito, Masayoshi Otsuka, Shinichi Himori, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Shochiku

Es war einmal ein Vater - Stream: Jetzt online anschauen
Wie und wo du “Es war einmal ein Vater” online auf Netflix & anderen Anbietern ansehen kannst – einschließlich kostenloser Streams.
A ★★★★ review of There Was a Father (1942)
Es ist die Abwesenheit von Frauen und ganz konkret einer Mutter, mit der Ozu hier Leerstellen erzeugt, aus denen sich wiederum klar gesellschaftskritische Fragen stellen lassen. Denn diese Leerstellen transportieren das vage Gefühl von der Mammutaufgabe Mutterschaft sowohl allgemein als auch speziell im Japan der 1940er. Wenn dort plötzlich ein Witwer mit kleinem Kind ist, der es verpasst, diese patriarchalen Verhältnisse zu reflektieren, dann ist er zum Scheitern verurteilt. Scheitern bedeutet, diesen individuellen und gesamtgesellschaftlichen Kurs zu verstetigen. Wer so viel Wert auf das Wahren einer Fassade und auf deren Untermauerung durch ein falsches Verständnis von Lebensleistung legt, an dem

Gesehen: Saturday Night (2024) - Walzer auf Koks

Fans schauen Probe

Gesehen: Saturday Night (2024) - Walzer auf Koks
Foto: Plaion Pictures

In diesem Film steckt nicht nur so viel Liebe für SNL, sondern überhaupt für diesen Moment in der Geschichte, diese Fernsehära. Die muss man nicht teilen, um sie anerkennen und sich vielleicht auch von ihr anstecken zu lassen.

Es gefällt mir, wie elegant Jason Reitman hier die Kamera mitten durchs Chaos schickt – wie als Teil eines Walzers auf einem Hauch von Koks durch die Studios und Backrooms von 30 Rock, immer wieder in skurrile Vignetten eintauchend und in den ausufernden Bewegungen auch immer das fiebrige Geschehen mit der noch ruhenden Außenwelt kontrastierend.

Ich bin selbst fasziniert von diesem kulturellen Fass ohne Boden namens SNL. Viel von diesem hier präsentierten Inside-Baseball habe ich auf die ein oder andere Art und Weise schon einmal durchdrungen oder zumindest gestreift. Aber bei Reitman bleibt es schließlich auch oft einfach nur dabei: Inside-Baseball.

Meinem Gefühl nach interessiert sich dieser Film nämlich viel zu sehr für Namen und für Puppentheater, was für mich im Gegensatz zum doch verführerischen Stil der Inszenierung wiederum so gar nicht mitreißend war.

★★½☆☆

🇺🇸, R: Jason Reitman, D: Gabriel LaBelle, Rachel Sennott, Cory Michael Smith, Ella Hunt, Dylan O’Brien, Emily Fairn, Matt Wood, Lamorne Morris, Kim Matula, Tommy Dewey, Cooper Hoffman, Nicholas Braun, Andrew Barth Feldman, Finn Wolfhard, Willem Dafoe, J.K. Simmons, Kaia Gerber, Catherine Curtin, Matthew Rhys, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Plaion Pictures

Saturday Night - Stream: Jetzt Film online anschauen
Finde heraus, wie und wo du “Saturday Night” heute auf Netflix, Prime Video & Co. sehen kannst – einschließlich kostenloser Streams.
A ★★½ review of Saturday Night (2024)
In diesem Film steckt nicht nur so viel Liebe für SNL, sondern überhaupt für diesen Moment in der Geschichte, diese Fernsehära. Die muss man nicht teilen, um sie anerkennen und sich vielleicht auch von ihr anstecken zu lassen. Es gefällt mir, wie elegant Jason Reitman hier die Kamera mitten durchs Chaos schickt – wie als Teil eines Walzers auf einem Hauch von Koks durch die Studios und Backrooms von 30 Rock, immer wieder in skurrile Vignetten eintauchend und in den ausufernden Bewegungen auch immer das fiebrige Geschehen mit der noch ruhenden Außenwelt kontrastierend. Ich bin selbst fasziniert von diesem kulturellen

Gesehen: I Was Born, But… (1932) - Stummes Klassenbewusstsein

Das Echo ist trotzdem bis in unseren Spätkapitalismus hinein zu hören.

Gesehen: I Was Born, But… (1932) - Stummes Klassenbewusstsein
Foto: trigon-film

Klassenbewusstsein und die kritische Auseinandersetzung mit autoritären Strukturen, die sich unter anderem aus ökonomischen (Abhängigkeits-)Verhältnissen ergeben und unhinterfragt verstetigen, das beschäftigt Ozu hier.

Die Figur des Vaters ist die Verkörperung von einer Unterwerfungssucht, die auch heute noch im Spätkapitalismus widerhallt. Dieser Mann geriert sich selbst außerhalb des Arbeitskontextes regelrecht als Diener seines Chefs. Er verspricht sich davon beruflichen und in der Folge gesellschaftlichen Aufstieg, ohne zu erkennen, dass er für seinen Chef nicht mehr als eine innerhalb eines Wimpernschlags austauschbare Gestalt ist und immer bleiben wird.

Inmitten dieses Elends erleben wir den Film und im übertragenen Sinne das Kino als egalisierendes Element in einem von größter Ungleichheit geprägten Gefüge. Klar, besonders die ökonomische Ungleichheit wird dadurch natürlich nicht aufgelöst. Der Film bringt dennoch Menschen unterschiedlichster Klassen immerhin in einem Raum zusammen.

Was jedoch auch parallel mitgedacht werden muss: Viele Lacher über die gezeigten Homevideos gehen auf Kosten des Vaters. Für seine beiden kleinen Söhne ist das ein Schlüsselmoment, denn sie erkennen, dass es kein Entkommen aus diesen ungleichen Strukturen gibt, solange das Spiel mitgespielt wird. Die Kinder haben einen wesentlich klareren und progressiveren Blick nach vorne als ihr Vater. Darin liegen viel Hoffnung und Optimismus.

★★★★☆

🇯🇵, R: Yasujirō Ozu, D: Tatsuo Saitō, Mitsuko Yoshikawa, Hideo Sugawara, Tomio Aoki, Seiichi Katō, Takeshi Sakamoto, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: trigon-film

A ★★★★ review of I Was Born, But... (1932)
Klassenbewusstsein und die kritische Auseinandersetzung mit autoritären Strukturen, die sich unter anderem aus ökonomischen (Abhängigkeits-)Verhältnissen ergeben und unhinterfragt verstetigen, das beschäftigt Ozu hier. Die Figur des Vaters ist die Verkörperung von einer Unterwerfungssucht, die auch heute noch im Spätkapitalismus widerhallt. Dieser Mann geriert sich selbst außerhalb des Arbeitskontextes regelrecht als Diener seines Chefs. Er verspricht sich davon beruflichen und in der Folge gesellschaftlichen Aufstieg, ohne zu erkennen, dass er für seinen Chef nicht mehr als eine innerhalb eines Wimpernschlags austauschbare Gestalt ist und immer bleiben wird. Inmitten dieses Elends erleben wir den Film und im übertragenen Sinne das Kino als

Der Dokumentarfilm stirbt und Streamer heben schon mal das Grab aus

PR-Slob sorgt eben für the most bang for the buck 🤷‍♂️

Der Dokumentarfilm stirbt und Streamer heben schon mal das Grab aus
Foto: Sudan Ouyang / Unsplash

Zach Schonfeld hat für den Guardian ein Stück geschrieben, das mir mit einem Megafon aus der Seele schreit. Es geht um eine äußerst bedenkliche Entwicklung auf dem Dokumentarfilmmarkt. Dort lodert nämlich seit geraumer Zeit ein Müllkippenbrand. Gelegt haben den die Streaming-Services und nun wenden sie liebend gern Zeit und substanzielle Teile ihres Budgets darauf, weiter Öl ins Feuer zu kippen.

Schonfeld umreißt gut die großen Probleme: Die Streamer wollen the most bang for the buck aka das größtmögliche (zahlende) Publikum bei möglichst wenig teueren Rechtsstreits mit den Subjekten ihrer „Dokumentarfilme". Da diese Taktik offenbar aufgeht, werden richtige Dokumentarfilme gar nicht erst finanziert.

The problem isn’t that such films exist; it’s that they suck up all the oxygen – and money – from documentary distribution.

Was bleibt, ist im besten Fall ein weichgespülter Imagefilm, im schlimmsten Fall reinste Propaganda.

Was mich als Zuschauer abseits dieser Budgetverschiebung hin zu PR-Slob so extrem ärgert: Die Macher:innen dieser Filme und Serien trauen sich entweder nicht mal, die Produktionsverhältnisse für das Publikum offenzulegen oder sie sind vertraglich dazu verpflichtet, das nicht weiter zu erwähnen. Beides ist schlecht.

Manchmal trägt man diesen blanken Hohn dann auch noch offen vor sich her – im Fall von Amazon selbstverständlich aus rein politischem Kalkül.

Meanwhile, Amazon Prime (whose parent company recently donated to Trump’s inauguration, which its CEO Jeff Bezos personally attended) is spending $40m to make a Melania Trump vanity documentary, from which the first lady will reportedly profit. Projects like that are closer to propaganda than journalism, and this one’s being bankrolled and legitimised by one of the largest and most powerful streaming companies in the entertainment industry.

Schonfelds Fazit, dem ich mich anschließe:

Documentaries ought to challenge and hold power to account more than they flatter. Instead, in a landscape where a few streaming companies owned or run by billionaires dominate the documentary market in the US, viewers are paying the price.
From Prince to Michael Jackson: why are the most controversial documentaries getting canned?
As Netflix scraps an epic series exploring the Purple Rain star’s complexities, and Max takes down Leaving Neverland, we ask: are celebrity-endorsed docs, such as the $40m Melania Trump hagiography, the future?

Um noch ein bisschen Meinung aus dem eigenen Nähkästchen hervorzukramen:

Bei Mubi gibt es etwa mit HIGH & LOW einen Film über den Modedesigner John Galliano zu sehen. Produziert wurde der von Vogue-Eigentümer Condé Nast. Der Konzern lässt sich dabei die Gelegenheit nicht entgehen, sich die eigenen Hände in Unschuld zu waschen und das eigene eklatante Versagen unter den Teppich zu kehren.

Gesehen: High & Low – John Galliano (2023) - Medienversagen
Ich bin wirklich stocksauer über diesen Film und auf mich selbst, es vorher nicht besser gewusst zu haben. Denn HIGH & LOW ist eine Produktion von Condé Nast Entertainment (CNE), dem Studioarm des Megaverlags, zu dem unter anderem die Vogue gehört, an deren Spitze wiederum Anna Wintour steht, die ebenfalls noch

Apple TV+ hat mit MY MIND & ME einen Film im Programm, der nicht nur inhaltlich, sondern auch ästhetisch in erster Linie ein anderthalbstündiger Werbeclip ist.

Gesehen: Selena Gomez: My Mind & Me (2022) - PR mit Seelenstriptease
Wie schon mit Apples BILLIE EILISH: THE WORLD’S A LITTLE BLURRY habe ich mich auch mit SELENA GOMEZ: MY MIND & ME sehr schwer getan. Einerseits halte ich es für extrem wichtig, über psychische Erkrankungen zu sprechen, sie sichtbar zu machen und so zur Entstigmatisierung beizutragen. Und wenn Gomez das

Ebenfalls bei Apple läuft THE WORLD’S A LITTLE BLURRY, bei dem Billie Eilish sich zweieinhalb Stunden lang auf den Zahn fühlen lässt. Warum das ein ziemlich ordentliches Geschmäckle hat, habe ich damals™ für den Musikexpress aufgeschrieben.

„Billie Eilish: The World’s a Little Blurry” bei Apple TV+: In dieser Doku ist nicht nur die Welt unscharf - Musikexpress
So nah und doch so fern: Die neue Doku „Billie Eilish: The World’s a Little Blurry” auf Apple TV+ begleitet den Megastar bis zur Explosion. Selten gab die Teenagerin derart intime Details aus ihrem Leben preis. Aber sollten wir wirklich danach gieren?

Nichts aufgeschrieben habe ich zum Taylor-Swift-Porträt MISS AMERICANA, der mir allerdings durch seine ermüdend unkritische Nähe in Erinnerung geblieben ist und die Milliardärin(!) ihre Underdog-Mär weiterspinnen lässt. Ich muss immer noch lachen, wenn ich an eine Szene denke, in der Taylor Swift inmitten eines guten Dutzends von Marketingheinis ihres Labels proklamiert, dass sie es ohne Hilfe anderer komplett alleine bis an diesen Punkt geschafft habe – und alle nicken.

Gesehen: Touched (2023) - Bitterböses Machtspiel

Wie das Gefälle verläuft, wechselt ständig

Gesehen: Touched (2023) - Bitterböses Machtspiel
Ísold Halldórudóttir // Foto: Cologne Cine Collective

Am meisten hat mich hier dieses mitunter bitterböse Machtspiel zwischen den beiden Figuren fasziniert und wie es dabei nie sonderlich lange ein klares, sondern ein permanent die Seiten wechselndes Gefälle gibt.

Der Film spielt mit unseren Vorurteilen, stellt unsere Annahmen permanent infrage und bricht mit unseren Erwartungen. Das vollzieht er immer wieder mittels sexueller und psychischer Transgression, mit dem klaren Übertreten moralischer Grenzen.

Es bleibt an uns, das nie aus den Augen zu verlieren angesichts der vielen eben auch sehr sinnlichen Momente, in denen sich zwei in diesen Momenten zutiefst verletzliche Menschen einander annähern und ihre physische Verfasstheit hinter sich zu lassen scheinen.

Die beiden geben sich Hoffnung und missbrauchen einander emotional. Sie gleichzeitig das Beste und das Schlimmste, was dem/der jeweils anderen passiert ist.

Das größte Manko dieser wirklich spannenden Reibungsfläche ist die starke Iterativität der Inszenierung, die ihre Figuren in vielen ähnlichen Situationen gegenüberstellt und dabei die Nuancierung aus den Augen verliert, zu wenig ausdifferenziert, um wirklich weitere Schichten freilegen zu können.

★★★½☆

🇩🇪, R: Claudia Rorarius, D: Ísold Halldórudóttir, Stavros Zafeiris, Hannah Schutsch, Hannah Schutsch, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Cologne Cine Collective

Der Film steht noch bis zum 12. Juni 2025 in der ARD-Mediathek:

ARD Debüt: Touched - hier anschauen
Weder im Berufs- noch im Liebesleben kann Maria (19) bisher Erfolge verbuchen. Verunsichert hofft sie, in ihrem neuen Job als Pflegekraft in einem Heim für Menschen mit Handicap ihre Erfüllung zu finden. Hier trifft sie den vom Hals abwärts gelähmten Bewohner Alex. Einerseits ist es sonnenklar, dass die beiden zueinander finden, andererseits ist diese Beziehunmg verboten und abwegig. Maria ist glücklich, endlich hat sie jemanden gefunden, mit dem sie sich ausprobieren kann. Aber Alex fordert immer mehr von ihr. Je weiter Maria sich zurückzieht, desto stärker wird sein Verlangen. Trotzdem gibt diese Affäre beiden auch die Zuneigung, die sie so dringend brauchen. Maria ist hin- und hergerissen. Liebt sie Alex? Kann sie weiterhin leisten, was er von ihr verlangt? Ihre Hoffnungen auf ein Happy End lösen sich mit jedem Tag weiter auf. Als Alex sie schließlich zutiefst demütigt, trifft sie eine drastische Entscheidung. Sie versucht, ihn mit einem Kissen zu ersticken. Doch der Tötungsversuch misslingt, und Maria muss sich endlich ihrem neuen Leben stellen. Eine Liebesgeschichte, die sich im Umfeld von Abhängigkeiten entwickelt und die Liebe damit beinahe unmöglich macht. Mit Ísold Halldórudóttir, Stavros Zafeiris,Yousef Sweid, Angeliki Papoulia, Maj-Britt Klenke Regie Claudia Rorarius
Touched - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
Gibt es Touched auf Netflix, Amazon, Sky Ticket, iTunes oder Disney+ und co legal? Jetzt online Stream finden!
A ★★★½ review of Touched (2023)
Am meisten hat mich hier dieses mitunter bitterböse Machtspiel zwischen den beiden Figuren fasziniert und wie es dabei nie sonderlich lange ein klares, sondern ein permanent die Seiten wechselndes Gefälle gibt. Der Film spielt mit unseren Vorurteilen, stellt unsere Annahmen permanent infrage und bricht mit unseren Erwartungen. Das vollzieht er immer wieder mittels sexueller und psychischer Transgression, mit dem klaren Übertreten moralischer Grenzen. Es bleibt an uns, das nie aus den Augen zu verlieren angesichts der vielen eben auch sehr sinnlichen Momente, in denen sich zwei in diesen Momenten zutiefst verletzliche Menschen einander annähern und ihre physische Verfasstheit hinter sich

Pörksen und Bleisch philosophieren in der Sternstunde über Kommunikation

Kommunikation über Kommunikation

Pörksen und Bleisch philosophieren in der Sternstunde über Kommunikation
Bernhard Pörksen auf der re:publica 22 in Berlin // Foto: Stefanie Loos / re:publica unter CC BY-SA 2.0

Bernhard Pörksen war bei der Sternstunde Philosophie im SRF zu Gast und hat dort mit Barbara Bleisch in sehr ausgeruhtem Rahmen mitunter auch sehr persönlich über Kommunikationsprozesse gesprochen – über das Reden, das Zuhören, das Schweigen, das Senden, das Empfangen und die Verantwortung der beteiligten Menschen.

Ich schaue mir Bernhard Pörksen immer gerne an – auch, wenn er in Formaten wie kondensierten Keynotes meiner Meinung nach nicht sonderlich gut funktioniert, weil es dann extrem schwer ist, den extrem dichten Inhalt zu verdauen und dabei auch noch den Anschluss nicht zu verlieren. Barbara Bleisch sorgt hier in sehr angenehmer Dosierung dafür, diesen wahrscheinlich eingeübten Reflex bei Pörksen zu brechen.