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André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

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Posts by André Pitz

Gesehen: Kung-Fu Master! (1988) - Bittersüßes Sehnen

Der Film macht keine halben Sachen und hat es trotzdem nicht nötig, auf übermäßig laute Töne zu setzen.

Gesehen: Kung-Fu Master! (1988) - Bittersüßes Sehnen
Foto: Ciné-Tamaris

Mit wunderschöner Fotografie erkundet Agnès Varda die Grenzen zwischen Liebe, Macht und Kontrolle, wie sich diese drei Begriffe gegenseitig bedingen und wie sie durch Erfahrung und Alter verschoben werden. Es ist das bittersüße Sehnen nach einer längst vergangenen, vermeintlich einfacheren Zeit, demgegenüber das fast schon verzweifelte Streben danach ein geformter Mensch zu werden steht. Und um es mal ganz salopp zu formulieren: Der Film macht keine halben Sachen und hat es trotzdem nicht nötig, auf übermäßig laute Töne zu setzen. Er ist behutsam, zart und weiß gleichzeitig, an welchen Stellen er wehzutun hat.

★★★★☆

🇫🇷, R: Agnès Varda, D: Jane Birkin, Mathieu Demy, Charlotte Gainsbourg, Lou Doillon, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Ciné-Tamaris

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Wo und wie heute “Die Zeit mit Julien” im Stream online auf Netflix, Prime Video, Disney+ uvm. schauen - inklusive 4K & Kostenlos Option!
A ★★★★ review of Kung-Fu Master! (1988)
Mit wunderschöner Fotografie erkundet Agnès Varda die Grenzen zwischen Liebe, Macht und Kontrolle, wie sich diese drei Begriffe gegenseitig bedingen und wie sie durch Erfahrung und Alter verschoben werden. Es ist das bittersüße Sehnen nach einer längst vergangenen, vermeintlich einfacheren Zeit, demgegenüber das fast schon verzweifelte Streben danach ein geformter Mensch zu werden steht. Und um es mal ganz salopp zu formulieren: Der Film macht keine halben Sachen und hat es trotzdem nicht nötig, auf übermäßig laute Töne zu setzen. Er ist behutsam, zart und weiß gleichzeitig, an welchen Stellen er wehzutun hat.

Gesehen: Eden Lake (2008) - Zynischer Quatsch

Genre und Sozialdrama kommen hier einfach nicht zusammen.

Gesehen: Eden Lake (2008) - Zynischer Quatsch
Foto: Leonine Studios Spielfilm

EDEN LAKE ist im Umgang mit seinen Figuren an Drastik kaum zu überbieten und zieht erschreckend viel Genuss daraus, seine Figuren mit so viel Scheiße wie nur irgend möglich zu bewerfen. In einem wirklichen Genrefilm mag das funktionieren, aber EDEN LAKE will gleichermaßen Sozialdrama sein. Unterm Strich bleibt so weitestgehend zynischer Quatsch übrig.

Der Film lässt ökonomische Perspektivlosigkeit, Eskapismus im Drogenrausch, eine weit geöffnete soziale Schere, fehlende soziale Auffangmechanismen, Gentrifizierung und Abdrängung an den Rand der Gesellschaft aufeinanderkrachen und bietet mit dem zentralen Konflikt einen horrormäßig überzeichneten Ausblick auf den bevorstehenden Bruch im gesellschaftlichen Gefüge. Diese Komplexität lässt sich jedoch wirklich nur finden, wenn man permanent in Metaphern denkt und damit aufhört, sich mit dem tatsächlich Gezeigten auseinanderzusetzen.

Wirklich gut kann EDEN LAKE nur eine Sache: Terror. Zwar habe ich wie oben angedeutet viel Kritik für die Wahl der Bilder übrig. Aber der Film erzeugt eben auch gekonnt atmosphärische Dichte aus der schieren Spannung, die durch die reine Möglichkeit der Gewalt und Brutalität aufgebaut wird. Das Eine bedingt also ohne Frage das andere. Aber die Balance will hier einfach nicht gelingen.

★★½☆☆

🇬🇧, R: James Watkins, D: Kelly Reilly, Michael Fassbender, Jack O’Connell, Finn Atkins, Thomas Turgoose, James Burrows, Lorraine Bruce, Jumayn Hunter, Shaun Dooley, Bronson Webb, Lorraine Stanley, Alex Palmer, Tara Ellis, Tom Gill, James Gandhi, Rachel Gleeves, Mark Devenport, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Leonine Studios Spielfilm

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A ★★½ review of Eden Lake (2008)
EDEN LAKE ist im Umgang mit seinen Figuren an Drastik kaum zu überbieten und zieht erschreckend viel Genuss daraus, seine Figuren mit so viel Scheiße wie nur irgend möglich zu bewerfen. In einem wirklichen Genrefilm mag das funktionieren, aber EDEN LAKE will gleichermaßen Sozialdrama sein. Unterm Strich bleibt so weitestgehend zynischer Quatsch übrig. Der Film lässt ökonomische Perspektivlosigkeit, Eskapismus im Drogenrausch, eine weit geöffnete soziale Schere, fehlende soziale Auffangmechanismen, Gentrifizierung und Abdrängung an den Rand der Gesellschaft aufeinanderkrachen und bietet mit dem zentralen Konflikt einen horrormäßig überzeichneten Ausblick auf den bevorstehenden Bruch im gesellschaftlichen Gefüge. Diese Komplexität lässt sich jedoch

Gesehen: Epidemic (1987) - Wut im Bauch

Von dieser mitunter etwas unausgegorenen Art und Weise geht eine nicht zu verleugnende Faszination aus.

Gesehen: Epidemic (1987) - Wut im Bauch
Foto: Det Danske Filminstitut, Elementfilm

Es hat sich für mich schon so angefühlt, als ob Lars von Trier hier mit ordentlich Wut im Bauch die Menschheit oder das, was wir Zivilisation nennen, anklagt. Die sieht und zeigt er sehenden Auges sowie wider besseren Wissens in die Katastrophe rennen, Erkenntnisse der Vergangenheit ignorant abtun, komplett lernunwillig und dann auch noch im letztmöglichen Moment jede noch so verrückte Idee in der Hoffnung, dass etwas kleben bleibt, an die Wand werfen. Er wirft den Menschen vor, sämtliche Chancen, sich neu zu erfinden, verstreichen zu lassen und so unweigerlich in den Abgrund zu rennen. Der durch und durch pessimistische Lars von Trier war bei EPIDEMIC noch in der Aufwärmphase, aber selbst von dieser mitunter etwas unausgegorenen Art und Weise geht eine nicht zu verleugnende Faszination aus.

★★★☆☆

🇩🇰, R: Lars von Trier, D: Lars von Trier, Niels Vørsel, Udo Kier, Gitte Lind, Susanne Ottesen, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Det Danske Filminstitut, Elementfilm

A ★★★ review of Epidemic (1987)
Es hat sich für mich schon so angefühlt, als ob Lars von Trier hier mit ordentlich Wut im Bauch die Menschheit oder das, was wir Zivilisation nennen, anklagt. Die sieht und zeigt er sehenden Auges sowie wider besseren Wissens in die Katastrophe rennen, Erkenntnisse der Vergangenheit ignorant abtun, komplett lernunwillig und dann auch noch im letztmöglichen Moment jede noch so verrückte Idee in der Hoffnung, dass etwas kleben bleibt, an die Wand werfen. Er wirft den Menschen vor, sämtliche Chancen, sich neu zu erfinden, verstreichen zu lassen und so unweigerlich in den Abgrund zu rennen. Der durch und durch pessimistische

Gesehen: The Whale (2022) - Dick aufgetragen

Das soll jetzt wirklich kein schlechter Witz sein...

Gesehen: The Whale (2022) - Dick aufgetragen
Foto: Plaion Pictures

Das soll wirklich kein schlechter Witz sein, aber alles an diesem Film ist so wahnsinnig dick aufgetragen und rührselig erzählt. Außerdem wundert es kaum, dass sich Darren Aronofsky offenbar so zu diesem Stoff hingezogen gefühlt hat. Denn wie in vielen seiner anderen Filme drängt (sein eigenes) Ringen mit Glaube und Religion auch hier mit aller Gewalt in die Inszenierung und legt sich wie eine schwere Decke über alles. Darunter ersticken dann leider Gedanken über (zwischen)menschliches Miteinander, Scham, Hilflosigkeit, Isolation, Einsamkeit, Nähe und die Macht der Berührung.

★★☆☆☆

🇺🇸/🇲🇳, R: Darren Aronofsky, D: Brendan Fraser, Sadie Sink, Ty Simpkins, Hong Chau, Samantha Morton, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Plaion Pictures

The Whale - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
Wo und wie heute “The Whale” im Stream online auf Netflix, Prime Video, Disney+ uvm. schauen - inklusive 4K & Kostenlos Option!
A ★★ review of The Whale (2022)
Das soll wirklich kein schlechter Witz sein, aber alles an diesem Film ist so wahnsinnig dick aufgetragen und rührselig erzählt. Außerdem wundert es kaum, dass sich Darren Aronofsky offenbar so zu diesem Stoff hingezogen gefühlt hat. Denn wie in vielen seiner anderen Filme drängt (sein eigenes) Ringen mit Glaube und Religion auch hier mit aller Gewalt in die Inszenierung und legt sich wie eine schwere Decke über alles. Darunter ersticken dann leider Gedanken über (zwischen)menschliches Miteinander, Scham, Hilflosigkeit, Isolation, Einsamkeit, Nähe und die Macht der Berührung.

Gesehen: It (1990) - Curry all the way

Ein durchaus progressives Werk für einen Film, der 1990 veröffentlicht wurde.

Gesehen: It (1990) - Curry all the way
Foto: Warner Bros. Home Entertainment

Besonders das erste Drittel mochte ich wirklich. Tim Curry funktioniert sowieso, aber auch die Verschränkung der beiden Zeitebenen, deren Gewichtung und zu sehen, wie sich die Figuren und deren Verhaltensweisen gegenseitig bedingen. Außerdem empfinde ich es als ein durchaus progressives Werk für einen Film, der 1990 veröffentlicht wurde. Mit welcher Deutlichkeit er Themen wie psychische Erkrankungen, häusliche Gewalt und (rassistisch bedingte) ökonomische Ungleichheit herausstellt, ist schon beachtlich, wenn man sich vor Augen führt, dass diese Verfilmung für ein breites Fernsehpublikum produziert wurde.

Und dann kippt der Film komplett in die Zeit der erwachsenen Gruppe und zerfasert vollends. Denn der Cast ist dem dramatischen Gewicht des Stoffes an nur wenigen Stellen tatsächlich gewachsen. Der Film übernimmt sich – leider auch in dem, was mit schmalem Effektbudget noch zu leisten ist.

★★★☆☆

🇺🇸, R: Tommy Lee Wallace, D: Tim Curry, Harry Anderson, Dennis Christopher, Richard Masur, Annette O’Toole, Tim Reid, John Ritter, Richard Thomas, Jonathan Brandis, Brandon Crane, Adam Faraizl, Seth Green, Ben Heller, Emily Perkins, Marlon Taylor, Olivia Hussey, Sheila Moore, Jarred Blancard, Chris Eastman, Gabe Khouth, Michael Ryan, Venus Terzo, Frank C. Turner, Caitlin Hicks, Tony Dakota, Steven Hilton, Sheelah Megill, Chelan Simmons, Merrilyn Gann, Susan Astley, Claire Vardiel, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto:

ES - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
Wo und wie heute “ES” im Stream online auf Netflix, Prime Video, Disney+ uvm. schauen - inklusive 4K & Kostenlos Option!
A ★★★ review of It (1990)
Besonders das erste Drittel mochte ich wirklich. Tim Curry funktioniert sowieso, aber auch die Verschränkung der beiden Zeitebenen, deren Gewichtung und zu sehen, wie sich die Figuren und deren Verhaltensweisen gegenseitig bedingen. Außerdem empfinde ich es als ein durchaus progressives Werk für einen Film, der 1990 veröffentlicht wurde. Mit welcher Deutlichkeit er Themen wie psychische Erkrankungen, häusliche Gewalt und (rassistisch bedingte) ökonomische Ungleichheit herausstellt, ist schon beachtlich, wenn man sich vor Augen führt, dass diese Verfilmung für ein breites Fernsehpublikum produziert wurde. Und dann kippt der Film komplett in die Zeit der erwachsenen Gruppe und zerfasert vollends. Denn der Cast

Gesehen: A Haunting in Venice (2023) - Zwecklose Ästhetik

Besser als der wirklich desaströs schlechte DEATH ON THE NILE, aber immer noch wahnsinnig hohl.

Gesehen: A Haunting in Venice (2023) - Zwecklose Ästhetik
Foto: 20th Century Studios

Besser als der wirklich desaströs schlechte DEATH ON THE NILE, aber immer noch wahnsinnig hohl (im Sinne von leer). Das liegt vor allem daran, dass Kenneth Branagh seinen Horror bzw. Grusel nahezu ausschließlich über die Bildästhetik versucht zu erzeugen. Das Ergebnis: ein etwas überstilisiertes Venedig, eingefangen mit viel zu vielen Dutch Angles, die keinem klaren Zweck dienen. Inhaltlich bietet der Film einfach zu wenig Substanz, an die man sich als Zuschauer:in immerhin klammern könnte. Die Idee mit den Kriegstraumata, die sich durch die Generationen fressen, ist nicht schlecht, nur eben leider auch nicht sonderlich gut in den Kontext des Films verwoben.

★★½☆☆

🇺🇸/🇬🇧, R: Kenneth Branagh, D: Kenneth Branagh, Michelle Yeoh, Tina Fey, Jamie Dornan, Kelly Reilly, Jude Hill, Riccardo Scamarcio, Camille Cottin, Kyle Allen, Ali Khan, Emma Laird, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: 20th Century Studios

A Haunting in Venice - Stream: Jetzt Film online anschauen
Wo und wie heute “A Haunting in Venice” im Stream online auf Netflix, Prime Video, Disney+ uvm. schauen - inklusive 4K & Kostenlos Option!
A ★★½ review of A Haunting in Venice (2023)
Besser als der wirklich desaströs schlechte DEATH ON THE NILE, aber immer noch wahnsinnig hohl (im Sinne von leer). Das liegt vor allem daran, dass Kenneth Branagh seinen Horror bzw. Grusel nahezu ausschließlich über die Bildästhetik versucht zu erzeugen. Das Ergebnis: ein etwas überstilisiertes Venedig, eingefangen mit viel zu vielen Dutch Angles, die keinem klaren Zweck dienen. Inhaltlich bietet der Film einfach zu wenig Substanz, an die man sich als Zuschauer*in immerhin klammern könnte. Die Idee mit den Kriegstraumata, die sich durch die Generationen fressen, ist nicht schlecht, nur eben leider auch nicht sonderlich gut in den Kontext des Films