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André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

1395 posts

Posts by André Pitz

Gesehen: Shadows in Paradise (1986) - Arbeiter:innenumarmung

Aki Kaurismäkis klarer Blick auf die Welt ist immer wieder heilsam.

Gesehen: Shadows in Paradise (1986) - Arbeiter:innenumarmung
Foto: Villealfa Filmproductions

Es ist immer wieder so toll Aki Kaurismäkis klaren Blick auf die Welt zu sehen. Er umarmt die Arbeiter:innenklasse wie nur wenige andere. Ihr begegnet er auf Augenhöhe, erzählt von deren Leben. Und obwohl auch dieser Film romantisch ist, ist ihm das Romantisieren fremd. Kaurismäkis Figuren buckeln, buckeln und buckeln – um irgendwann im Ruhestand mit der Frau die Welt sehen zu können, zu Grunde, zu Tode, immer nur für den Profit anderer.

Zum Dank werden sie beschämt, stigmatisiert, kleingehalten, gegeneinander ausgespielt – und zwar so sehr, dass es ihre Selbstwahrnehmung zerfrisst. Ob dieser finsteren Welt dann trotzdem mit derartigem Nachdruck das zarte Pflänzchen der Liebe gedeihen zu lassen, das beherrschen nur wenige so wie Aki Kaurismäki und deshalb sind seine Filme so zeitlos wichtiges Kino.

★★★★☆

🇫🇮, R: Aki Kaurismäki, D: Matti Pellonpää, Kati Outinen, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Villealfa Filmproductions

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A ★★★★ review of Shadows in Paradise (1986)
Es ist immer wieder so toll Aki Kaurismäkis klaren Blick auf die Welt zu sehen. Er umarmt die Arbeiter*innenklasse wie nur wenige andere. Ihr begegnet er auf Augenhöhe, erzählt von deren Leben. Und obwohl auch dieser Film romantisch ist, ist ihm das Romantisieren fremd. Kaurismäkis Figuren buckeln, buckeln und buckeln – um irgendwann im Ruhestand mit der Frau die Welt sehen zu können, zu Grunde, zu Tode, immer nur für den Profit anderer. Zum Dank werden sie beschämt, stigmatisiert, kleingehalten, gegeneinander ausgespielt – und zwar so sehr, dass es ihre Selbstwahrnehmung zerfrisst. Ob dieser finsteren Welt dann trotzdem mit derartigem

Are Film Critics a Dying Breed?

Are Film Critics a Dying Breed?
Foto: Broey Deschanel

Schönes Video über den Wert von Filmkritik. Wir müssen Kulturkritik wirklich um jeden Preis erhalten und nicht den Influencer:innen überlassen. Die haben zwar ihren Platz, denen ich ihnen auch gar nicht streitig machen will. Aber sich mit Film über den reinen Unterhaltungsfaktor hinaus zu beschäftigen, das Medium als Kunst zu begreifen, wahrzunehmen und zu besprechen, das muss auch seinen Platz haben.

Gesehen: Deep Water (2022) - Problemfilm

Viel behauptet, wenig geliefert...

Gesehen: Deep Water (2022) - Problemfilm
Foto: Amazon MGM Studios

Ein Film über Begehren, Eifersucht, Kontrolle und deren Verlust, dem es an jeglicher (erotischer) Spannung fehlt, diese aber behauptet, hat ein Problem.

★★☆☆☆

🇺🇸, R: Adrian Lyne, D: Ben Affleck, Ana de Armas, Tracy Letts, Lil Rel Howery, Dash Mihok, Finn Wittrock, Kristen Connolly, Jacob Elordi, Rachel Blanchard, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Amazon MGM Studios

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A ★★ review of Deep Water (2022)
Ein Film über Begehren, Eifersucht, Kontrolle und deren Verlust, dem es an jeglicher (erotischer) Spannung fehlt, diese aber behauptet, hat ein Problem.

Die Survival-Youtube-Saison 2023: Es bleibt banal.

Die Survival-Youtube-Saison 2023: Es bleibt banal.
Foto: Markus Spiske / Unsplash

Gerade ist ja wieder Survival-Youtube-Saison. Bei Fritz Meineckes 7 vs. Wild gammeln Zweierteams in Kanada rum und auch die grundsätzlich sympathischen Otto Karasch und Fabio Schäfer haben sich für ihren Survival Squad nach Kanada begeben, um sich dort zu zweit 30 Tage lang 300 Kilometer durch die Wildniss und mit Bären zu schlagen.

Punkt 1: 7 vs. Wild schaue ich mir nicht (mehr) an. Das hat mehrere Gründe. Zum einen weil Staffel 2 in Panama schon unerträglich langweilig war und es einfach wahnsinnig uninteressant ist, mit dem „Survival“-Thema gar nicht verbundene Influencer:innen beim Herumdilettieren zu beobachten. Zum anderen hat es Meinecke geschafft, für Staffel 3 eine ziemliche Rechtsdreherin einzuladen. Die hat die Einladung zwar ausgeschlagen, aber Meinecke hat sich soweit mir bekannt auch nicht klar von ihr distanziert oder anderweitig zur Causa geäußert. Den Verantwortlichen scheint es tatsächlich egal zu sein, wem sie mit ihrem Erfolgsformat eine Plattform bieten.

Punkt 2: Survival Squad ist im Kern natürlich auch nichts Neues, ist aber nette Unterhaltung für einen verregneten Sonntag.

Punkt 3 – des Pudels Kern: Alle Formate eint der Umstand, dass in jeder Folge jede:r zwei- bis dreimal zu der Erkenntnis kommen muss, in welchem Luxus wir alle leben und eigentlich stündlich in Richtung des nächsten Aldis beten müssten, weil wir einfach in den Supermarkt gehen oder zu Hause den Wasserhahn aufdrehen können. Und wie unglaublich dankbar wir eigentlich dafür sein müssten. Das. Ist. So. Unfassbar. Banal. Als ob es nicht zu den größten zivilisatorischen Errungenschaften gehören würde, dass wir uns (in unserer privilegierten westlichen Welt) nicht mehr jeden Tag um unsere Nahrungsquelle sorgen müssen. Wenn diese Erkenntnis wenigstens im Kontext des Globalen Südens gekommen wäre... Aber so? Ihr begebt euch mit Ansage in eine eher menschenfeindliche Umgebung, in der aus guten Gründen keine Supermärkte stehen, und kommt so zu den immer weider gleichen Erleuchtungsmomenten? Das dann auch noch in dieser Frequenz zu betonen und die Banalität der eigenen Aussagen nicht zu erkennen, ist schon bemerkenswert.

Gesehen: Brokeback Mountain (2005) - Kein Raum für Wärme

Ang Lee verpasst es, diese Geschichte auch nachfühlbar zu machen.

Gesehen: Brokeback Mountain (2005) - Kein Raum für Wärme
Foto: Universal Pictures Home Entertainment

Diese Art der Urteile mag ich eigentlich nicht und versuche deshalb auch selbst, sie tunlichst zu vermeiden. Aber diesen Film habe ich einfach nicht gefühlt. Ich bin über die etwas mehr als zweistündige Distanz einfach nicht darüber hinweggekommen, wie kalt und mechanisch sich alles anfühlt. Ang Lee lässt seine Schauspieler:innen so viel Energie dafür aufwenden zu posen, einer Art romantisiertem Bild des Mittleren Westens der USA zu entsprechen und sich dafür regelrecht in Pose(n) zu werfen, dass dazwischen wenig Raum für Wärme bleibt. Schade, denn die Figurenanordnung und die Optik haben für mich schon funktioniert.

★★★☆☆

🇺🇸/🇨🇦, R: Ang Lee, D: Heath Ledger, Jake Gyllenhaal, Michelle Williams, Anne Hathaway, Randy Quaid, Linda Cardellini, Anna Faris, David Harbour, Roberta Maxwell, Kate Mara, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Universal Pictures Home Entertainment

Brokeback Mountain - Stream: Jetzt Film online anschauen
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A ★★★ review of Brokeback Mountain (2005)
Diese Art der Urteile mag ich eigentlich nicht und versuche deshalb auch selbst, sie tunlichst zu vermeiden. Aber diesen Film habe ich einfach nicht gefühlt. Ich bin über die etwas mehr als zweistündige Distanz einfach nicht darüber hinweggekommen, wie kalt und mechanisch sich alles anfühlt. Ang Lee lässt seine Schauspieler*innen so viel Energie dafür aufwenden zu posen, einer Art romantisiertem Bild des Mittleren Westens der USA zu entsprechen und sich dafür regelrecht in Pose(n) zu werfen, dass dazwischen wenig Raum für Wärme bleibt. Schade, denn die Figurenanordnung und die Optik haben für mich schon funktioniert.

Gesehen: Operation Mincemeat (2021) - Dickes Understatement

Das können wirklich nur die Briten.

Gesehen: Operation Mincemeat (2021) - Dickes Understatement
Foto: Warner Bros.

Mir gefällt dieses (gefühlt mit The Crown wieder neu entfachte) Selbstbewusstsein im britischen Historiendrama. Niemand trägt so dick auf, versammelt so viele Charakterköpfe an einem Ort, macht sich zum Dreh- und Angelpunkt des Universums und kann dabei gleichzeitig doch so leichtfüßig und mit einem Hauch Understatement unterwegs sein.

★★★☆☆

🇬🇧/🇺🇸, R: John Madden, D: Colin Firth, Matthew Macfadyen, Kelly Macdonald, Penelope Wilton, Johnny Flynn, Jason Isaacs, Mark Gatiss, Hattie Morahan, Paul Ritter, Simon Russell Beale, Lorne MacFadyen, Markus von Lingen, Ruby Bentall, Alex Jennings, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Warner Bros.

Die Täuschung - Stream: Jetzt Film online anschauen
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A ★★★ review of Operation Mincemeat (2021)
Mir gefällt dieses (gefühlt mit The Crown wieder neu entfachte) Selbstbewusstsein im britischen Historiendrama. Niemand trägt so dick auf, versammelt so viele Charakterköpfe an einem Ort, macht sich zum Dreh- und Angelpunkt des Universums und kann dabei gleichzeitig doch so leichtfüßig und mit einem Hauch Understatement unterwegs sein.