Christian Lindner und Friedrich Merz sollten dazu gezwungen werden, täglich einmal THIS IS ENGLAND zu schauen.
Foto: Ascot Elite
Dieser Film ist so intensiv, weil er sich so unvermeidlich in dem anfühlt, worauf er zusteuert und neben all dem Getöse sehr klug darlegt, wie der sozial abgekühlte Nährboden von rechtsextremen Menschenfeinden ausgenutzt wird, um falsche Feindbilder, Hass und Angst zu schüren.
(Christian Lindner und Friedrich Merz sollten dazu gezwungen werden, täglich einmal THIS IS ENGLAND zu schauen.)
★★★★☆
🇬🇧, R: Shane Meadows, D: Thomas Turgoose, Stephen Graham, Jo Hartley, Andrew Shim, Vicky McClure, Joseph Gilgun, Rosamund Hanson, Andrew Ellis, Perry Benson, George Newton, Frank Harper, Jack O’Connell, Kriss Dosanjh, Kieran Hardcastle, Chanel Cresswell, Danielle Watson, Sophie Ellerby, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Ascot Elite
Auch massentauglicheres Genre-Kino kann pointiert politisch sein.
Foto: splendid film
Wenn man bedenkt, wie etwa in Frankreich zu dieser Zeit Filme (neu) gedacht wurden, ist das hier irgendwie umso cooler anzusehen. Auch massentauglicheres Genre-Kino kann pointiert politisch sein und trotz zweier Atombombenangriffe durch die USA sich selbst zur Rechenschaft ziehen. Kein leichtes Unterfangen, aber in seinem bescheidenen Rahmen geht es tatsächlich auf.
Eine charmante Selbstfindungsgeschichte, durchwoben von von zeitgeistigen Sujets
Foto: Port au Prince
THE ORDINARIES ist eine ganz charmante Selbstfindungsgeschichte, eine Sinnsuche mit netten Ideen, die sich ästhetisch an Wes Anderson orientiert und mich in der Art und Weise, wie die Welt konstruiert wird, an Yorgos Lanthimos erinnert. Durchwoben ist der Film von zeitgeistigen Sujets wie Abstiegsängsten, die dreist als Nährboden nutzender Menschenhass, dem Leben in permanenter „Öffentlichkeit“, dem unterm Strich bedeutungsleeren Streben nach Bekanntheit. Viel nimmt sich der Film also vor, bringt es letztlich jedoch leider nicht zu wirklich klugen Beobachtungen, sondern kratzt lediglich an sehr vielen Oberflächen. Dass das dann auch noch auf zwei Stunden Spieldauer aufgeblasen wird, lässt den prinzipiell so sympathischen Film mit jeder Minute anstrengender werden.
★★½☆☆
🇩🇪, R: Sophie Linnenbaum, D: Fine Sendel, Jule Böwe, Henning Peker, Sira-Anna Faal, Noah Tinwa, Denise M’Baye, Pasquale Aleardi, Martin Umbach, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Port au Prince
Krzysztof Kieslowski ringt mit der Natur des Menschen
Foto: Zespół Filmowy Tor, PRF “Zespoły Filmowe”
Ein kurzer Satz zu EIN KURZER FILM ÜBER DAS TÖTEN: Krzysztof Kieslowski ringt hier eindrücklich mit der Natur des Menschen, dessen Trieben, Recht und Gerechtigkeit. (Und ich mit der Vignettierung.)
★★★★☆
🇵🇱, R: Krzysztof Kieślowski, D: Mirosław Baka, Krzysztof Globisz, Jan Tesarz, Zbigniew Zapasiewicz, Barbara Dziekan, Aleksander Bednarz, Jerzy Zass, Zdzisław Tobiasz, Artur Barciś, Krystyna Janda, Olgierd Łukaszewicz, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Zespół Filmowy Tor, PRF “Zespoły Filmowe”
Sich mitten im Film diese gute halbe Stunde mit praktisch absoluter Stille zu gönnen, trotzdem die Spannung auf Anschlag zu halten und die Zuschauer:innen darin köcheln zu lassen, zeugt von (absolut gerechtfertigt) gigantischem Selbstbewusstsein. Dazu diese großartig vielschichtig angelegten Figuren, die wandelnde selbsterfüllende Prophezeiungen sind, nicht anders können, weil sie nicht anders wollen, weil sie nicht anders können.
Und doch steht auch die große Frage im Raum, ob diese Gangster wirklich einen anderen Weg hätten einschlagen können, als die Frau eines der Männer urteilt, dass diejenigen, die von der Gesellschaft als ehrlich angesehen, die wahren Ganoven sind. Wer profitiert hier wirklich von wem und was? Wer wird ausgebeutet und wer beutet aus?
Viel Grauzone, viel Bittersüße, großes Kino.
★★★★☆
🇫🇷, R: Jules Dassin, D: Jean Servais, Carl Möhner, Robert Manuel, Janine Darcey, Pierre Grasset, Robert Hossein, Marcel Lupovici, Dominique Maurin, Magali Noël, Marie Sabouret, Claude Sylvain, Jules Dassin, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Leonine Studios Spielfilm
Einfach alles an diesem Film ist aus der Zeit gefallen...
Foto: Walt Disney Leonine
Hohe Ansprüche hatte ich wirklich nicht. Eigentlich wollte ich nur Tilda Swinton sehen. Aber das hat letztlich auch nicht sonderlich viel geholfen. Klar wird hier eine Geschichte klar für Kinder inszeniert. Gerade deshalb halte ich meine Kritik jedoch für absolut notwendig. Denn welche aus der Zeit gefallenen Rollenbilder und fragwürdige Moral der Film auffährt, ist niederträchtig.
Während die Jungs schön martialisch Ritter spielen und in die blutige Schlacht ziehen, gehen die Mädchen in den Wald, um dem Löwen beim Sterben zuzuschauen. Dafür, dass die Jüngste die Tür zu Narnia überhaupt erst für ihre Geschwister aufgestoßen hat, scheint sie schnell keine sonderlich wichtige Rolle mehr zu spielen. Und mit was für einem Beispiel geht der Löwe überhaupt voran? Sich im Zweifelsfall für Familie und/oder Freund:innen abschlachten zu lassen ist doch archaischer und mit absolut falscher Ehre besetzter Quatsch.
Der absolut beschränkte Horizont des Films wird dann noch passend formal unterstrichen. Die Totalen im Film lassen sich an einer Hand abzählen, alles ist unglaublich nah dran – und zwar, weil sehr offensichtlich kaschiert werden muss, dass man eben nicht das Effektbudget eines THE LORD OF THE RINGS hat und sich lediglich im Studio mit einer Kulisse kaum größer als der Bildausschnitt befindet. Von einer vermeintlich großen weiten Welt mit uralter Geschichte ist praktisch nie etwas zu spüren.
Schade ist, dass der Schatten des Zweiten Weltkrieges und das anscheinend ungewisse Schicksal des Vaters schnell in Vergessenheit geraten. Das sind Schrecken, die praktisch keine Schatten nach Narnia hinein werfen, obwohl die Mittel des Films wie dafür gemacht sind, beide Welten miteinander zu verschränken und über einen Umgang mit der am Horizont lauernden Finsternis nachzudenken.
Eine Eigenheit des Stoffes möchte ich noch herausstellen: Narnia sieht aus, als ob jemand seine Spielzeugkiste ausgekippt hat und deshalb jetzt die Playmobil-Ritter gegen die Gummifiguren der Zootiere kämpfen müssen. Nur bin ich mir nicht sicher, wie ich das bewerten soll. Einerseits passt das super in die Metapher der von den Kindern zur Flucht aus dem kriegsbestimmten Leben erdachten Fantasiewelt, die eben mit den Spielzeugen bestückt ist, die gerade zur Hand sind. Andererseits nehme ich dem Film nicht ab, sich seiner selbst derart bewusst zu sein, dass dieses (von mir unterstellte) Stilmittel aufgehen kann.
★☆☆☆☆
🇬🇧/🇺🇸, R: Andrew Adamson, D: William Moseley, Anna Popplewell, Skandar Keynes, Georgie Henley, Tilda Swinton, Liam Neeson, James McAvoy, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Walt Disney Leonine
Nach der einfach nur niederschmetternden Recherche des Spiegel zur sexualisierten (digitalen) Gewalt, die Collien Fernandes erfahren hat, lese ich viele Texte, von denen ich erst mal zwei hier festhalten möchte.
Jasmin Schreiber:
Wer auf diese Zahlen hinweist, bekommt verlässlich zu hören: Aber die meisten Männer sind doch anständig. Stimmt. Mein
Börsenverein-Vorsitzender Sebastian Guggolz zu Weimer in der ersten Reihe: „Ich bin stolz auf die Buchbranche, weil wir Ihren fragwürdigen autokratischer Gestus nicht akzeptieren“.
— Alexander Moritz (@dermonologist.bsky.social) 2026-03-18T18:38:15.923Z
Um es auch noch mal hier festgehalten zu haben: BKM Wolfram Weimer (parteilos) hat beim Festakt zur Eröffnung
„Heute zum Feministischen Kampftag, aka Weltfrauentag, habe ich mir einfach mal überlegt, welche Möglichkeiten und Privilegien Männer haben, die ich für uns auch gern hätte“, schreibt Jasmin Schreiber. Man(n) liest und scrollt sehr lange.
Privilegien, die ich als Frau auch gern hätte — JASMIN SCHREIBERHeute zum Feministischen Kampftag, aka Weltfrauentag,
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