In den Kategorien Best International Feature Film und Best Animated Feature Film kann sich seit heute der lettische Filmemacher Gints Zilbalodis mit seinem Beitrag FLOW Hoffnung auf einen Oscar machen. Während der Bekanntgabe der Nominierungen genoß Zilbalodis in seiner Bettnische einen Apfel und kuschelte mit seinem bezaubernden Golden Retriever. Was will man eigentlich mehr?
Der Tod von David Lynch hallt nach. Ich habe noch sehr viele Texte – weitestgehend aus der filmanalytischen Ecke stammend – über ihn und seine Kunst im Browser offen, die ich bisher noch nicht lesen konnte. Aber zunächst möchte ich diese berührenden, ehrerbietigen Texte, geschrieben von Lynchs langjährigen Weggefährt:innen Laura Dern und Kyle MacLachlan.
As I sit here frozen, trying to put words to all that I feel about David Lynch on his birthday, I keep thinking that it’s too soon — too soon to express what I’m feeling, all while heartbreak surrounds us in our city right now.
Too soon to navigate through this grief or to sum up art’s greatest dreamer, as well as my dearest friend. As I think about how he lived, by truly diving into the unconscious, I reflect on his book “Catching the Big Fish” and how he wrote that catching ideas was like fishing. The extraordinary Isabella Rossellini (who I share in this life, thanks to David) recently reminded me that David always considered ideas like fragments that come to us and that by trusting them, we follow those ideas “like a seed.” So today, David, on your birthday, I will write you a love letter of fragments. Like meditation, I will remember our story by allowing all the delicious, awe-filled moments to float in, and I will try to reach toward them.
In our work together, he entrusted me with carrying these things in his mind out into the world. To bring them to life. So onscreen I might have been his avatar. But he was also mine. He was the floating presence on my shoulder that told me I could do it.
I was willing to follow him anywhere because joining him on the journey of discovery, searching and finding together, was the whole point. I stepped out into the unknown because I knew David was floating out there with me.
Den Youtube-Kanal des British Film Institutes habe ich abonniert, weil dort regelmäßig interessante Gespräche mit Filmschaffenden hochgeladen werden. Ab und zu gibt es auch eine Ausgabe von „Inside the Archive" – kompakte Videos, die dokumentieren, wie genau das BFI (britische) Filmkultur konserviert.
Für die Archivierung mancher Filme etwa braucht es spezielles Equipment – Equipment, das längst nicht mehr zu bekommen ist und für das es entsprechend auch keine Ersatzteile mehr gibt. Hier kommt ein 3D-Drucker ins Spiel, den sich das BFI angeschafft hat, um die Maschinen auch künftig am Laufen zu halten.
Natürlich geht keines der Videos aufgrund der Kürze sonderlich weit in die Tiefe. Aber ich finde, es ist eine gute Möglichkeit, ganz snackable einen Einblick in die wichtige Arbeit von Institutionen wie dem BFI zu erhaschen.
Amy Winehouse auf dem Eurockéennes-Festival 2007. // (c) Rama unter CC BY-SA 2.0 FR
Was dieser Film sehr gut vermittelt, sind die zutiefst menschlichen Probleme der Ausnahmekünstlerin Amy Winehouse, die nicht erst durch den Ruhm entstanden, jedoch maßgeblich befeuert worden sind. Winehouse konnte sich scheinbar nie richtig dessen vergewissern, was sie sich eigentlich für sich wünscht, was sie vom Leben erwartet. Dem stand letztlich der explodierende Ruhm im Weg, der sie in alle Richtungen riss und davon abhielt, eine „private" Amy Winehouse zu gestalten.
Auch Parallelen zu Britney Spears sind offensichtlich. Beide zerbrachen unter den Augen der Öffentlichkeit, erlebten ihren Zusammenbruch wortwörtlich vor laufender Kamera. Beiden ging es offensichtlich nicht gut. Trotzdem wurden beide genüsslich am Ring durch die Medienmanege gezogen.
Als einer der klügsten und aufrichtigsten Kommentare zu diesem Thema wird mir für immer dieser Monolog von Craig Ferguson, als er noch Host der Late Late Show war, in Erinnerung bleiben. Den möchte ich auch hier (mit CN Suizidalität, Alkoholismus) empfehlen. „You can embarrass somebody to death. [...]If you could beat it with money, rich people wouldn't die."
Genau deshalb hadere ich mit AMY. Denn so eindrücklich diese Collage ist, so nah wir ihr als Publikum durch diese persönlichen Videoaufnahmen kommen, so gut all das als Warnung und Empathiemaschine zugleich funktioniert, so voyeuristisch und exploitativ erscheinen mir diese Bilder – völlig unabhängig davon, wer diesen Zugang gewährt und wer ihn lieber verwehrt hätte. Ich halte das ethisch und moralisch für extrem dünnes Eis.
Die Ruhe und Präzision, das Selbstbewusstsein und die Abgebrühtheit, mit der Sydney Pollack hier inszeniert, hat mich direkt gefesselt. Keine Effekthascherei, Worte werden mit Bedacht gesetzt und die tatsächliche Spannung entsteht nicht unmittelbar durch das Geschehen, sondern durch die Implikationen kleiner Momente.
Robert Redford scheint diese Rolle auf den Leib geschrieben, denn nur weniger können Charme, Naivität und Abgeklärtheit glaubwürdig in einer Figur zusammenbringen.
Bei aller filmischer Zuspitzung steckt hier außerdem ein Appell drin, die freie Presse zu schützen – auch vor dem Staat und seinen Organen wie den Geheimdiensten, denen es an ausreichender demokratischer Kontrolle fehlt.
★★★★☆
US, R: Sydney Pollack, D: Robert Redford, Faye Dunaway, Cliff Robertson, Max von Sydow, John Houseman, Addison Powell, Walter McGinn, Tina Chen, Trailer, Wikipedia
Nüchtern betrachtet ist ONE FROM THE HEART der Versuch von Verklärung und Reinwaschung. Hier wird unmissverständlich übergriffiges, manipulatives und generell toxisches Verhalten als Leidenschaft und eine selbstverständliche Facette von Liebe geframt.
Insofern scheint der Film tatsächlich der Versuch sein, eine „klassische" Hollywood-Liebesgeschichte im alten Stil zu erzählen – genau genommen im überalterten, völlig aus der Zeit gefallenen Stil.
Dazu die überstilisierte Ästhetik, jedoch nicht den Geist eines untergegangenen Musical-Hollywoods einfängt, sondern nie viel mehr als eine Aneinanderreihung von Musical-Klischees mit einem nicht minder klischierten Soundtrack.
Sollte Coppola diesen Filmtitel persönlich meinen, dann sagt das viel – nur eben wenig Gutes.
★★☆☆☆
US, R: Francis Ford Coppola, D: Teri Garr, Frederic Forrest, Raúl Juliá, Nastassja Kinski, Lainie Kazan, Harry Dean Stanton, Trailer, Wikipedia
„Heute zum Feministischen Kampftag, aka Weltfrauentag, habe ich mir einfach mal überlegt, welche Möglichkeiten und Privilegien Männer haben, die ich für uns auch gern hätte“, schreibt Jasmin Schreiber. Man(n) liest und scrollt sehr lange.
Privilegien, die ich als Frau auch gern hätte — JASMIN SCHREIBERHeute zum Feministischen Kampftag, aka Weltfrauentag,
Die heutigen Dailies unter anderem mit: Robyn, Hank Green und Alice Rohrwacher
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