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André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

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Posts by André Pitz

Trailer der Woche

Trailer der Woche
(c) Jake Hills / Unsplash

Passiert gefühlt auf jedem zweiten Filmblog, aber auch ich möchte hier nun regelmäßig auf die spannendsten Trailer hinweisen. Bisher hatte ich eine Handvoll einzelner Posts für einzelne Trailer. Aber irgendwie fühlte sich das nie befriedigend an. Denn von übermäßigen Traileranalysen halte ich wenig, deshalb gab es für mich auch immer wenig zu sagen bzw. schreiben. Schließlich bin ich nicht im Newsgame und entscheide außerdem nur extrem selten nach Trailern, was ich interessant finde. Entsprechend gesiebt soll auch diese Reihe bestückt werden, der ich fortan immer Sonntags einen Eintrag hinzufügen möchte – also natürlich nur, sofern es überhaupt interessante Trailer gibt. Here we go!

MICKEY 17 von Bong Joon-ho

Mit diesem Film im Special der Berlinale 2025 ist der neuen Intendantin Tricia Tuttle ein beachtlicher Antrittserfolg gelungen. (Vielleicht hat es terminlich für die anderen A-Festivals auch einfach nicht gepasst, aber das will ich mal außer Acht lassen.) Themen, Vibe und Optik erinnern mich an zwei andere Filme von Bong Joon-ho: SNOWPIERCER (2013) und OKJA (2017). Beide mochte ich sehr und Robert Pattinson trifft post TWILIGHT sowieso immer interessante Entscheidungen. Deshalb bin ich gespannt. Der Kinostart für Deutschland ist aktuell der 06. März 2025.

HELDIN von Petra Volpe

Dass sich Leonie Benesch im Schmelztiegel bewegen kann wie ein Fisch im Wasser, hat sie zuletzt in İlker Çataks DAS LEHRERZIMMER (2023) bewiesen. Deshalb bin ich auch sehr gespannt auf HELDIN – aber auch, weil hier offenbar die katastrophalen Arbeitsumstände in Krankenhauspflege endlich auch mal filmisch interessant verarbeitet werden. Eigentlich ein Wunder, dass mir kein ähnlicher Film bekannt ist, obwohl es ja kaum mehr Orte mit derartig großer Reibungsfläche gibt. Am 27. Februar 2025 soll der Film in die deutschen Kinos kommen, vorher läuft er noch im Berlinale Special.

Yellowjackets Staffel 3

Dass mich Yellowjackets auch durch den alle meine Millennial-Knöpfe drückenden Soundtrack verführt hat, habe ich hier ja schon mal festgehalten. Der Trailer zur neuen dritten Staffel knüpft mit Drowning Pools „Bodies" genau daran an. In den USA gibt's die neuen Episoden ab 14. Februar 2025. Ich gehe davon aus, dass diese Staffel, genau wie die beiden vorangegangenen auch, bei Paramount+ zu sehen sein wird.

OPUS von Mark Anthony Green

Vorsichtig optimistisch blicke ich auf diesen Film. Denn Mark Anthony Green hat hier zum ersten Mal bei einem Langfilm Regie und Drehbuch verantwortet. Aber ich bin dankbar für jede Hauptrolle, die die fantastische Ayo Edebiri übernimmt. Gezeigt wird OPUS zum ersten Mal auf dem Sundance am 27. Januar 2025, der US-Kinostart ist der 14. März 2025. Einen Verleih für Deutschland gibt es meines Wissens leider noch nicht.


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Gesehen: Inside Out 2 (2024)

Gesehen: Inside Out 2 (2024)
(c) The Walt Disney Company

Was mich schon beeindruckt, ist die unglaublich hohe Dichte, die auch dieser Film erreicht. Hier greifen einfach alle Elemente smooth ineinander. Keine Szene ist verschwendet, sondern dient konsequent dem Auseinanderdröseln einer komplexen emotionalen Problemstellung.

Es ist die Sammlung vieler kleiner Momente, die ohne zusätzliche ausbuchstabierte Erklärung einfach passieren und auch aus diesem Gefühlschaos eine ziemlich runde und mehrschichtige Nummer machen – zum Beispiel, als Sadness und Embarrassment ganz selbstverständlich gemeinsame Sache machen.

Nur unterm Strich tut der Film wenig dafür, sich von seinem Vorgänger abzuheben. Unangenehme Gefühle gehören zum Leben dazu, unsicher zu sein, ist nicht schlimm und wer das alles verdrängt, wird keine gute Zeit haben. Das kennen wir schon – und zwar fast genau so.

Etwas mehr Mut hätte alldem wirklich gutgetan. Warum nicht mal die Panikattacke durchziehen? Warum Riley nicht mit einer depressiven Episode konfrontieren? Warum so prüde? Das braucht es doch letztlich, um wirklich auf Augenhöhe mit dem Zielpublikum zu kommunizieren.

★★★☆☆

US, R: Kelsey Mann, D: Amy Poehler, Maya Hawke, Kensington Tallman, Liza Lapira, Tony Hale, Lewis Black, Phyllis Smith, Ayo Edebiri, Lilimar, Grace Lu, Sumayyah Nuriddin-Green, Adèle Exarchopoulos, Diane Lane, Kyle MacLachlan, Paul Walter Hauser, Yvette Nicole Brown, Trailer, Wikipedia

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Gesehen: The Girl with the Needle (2024)

Gesehen: The Girl with the Needle (2024)
Vic Carmen Sonne // (c) Mubi

Ein Film über das Schweigen.

Ein Mädchen, das ihren Unmut gegenüber ihrer Mutter kundtut und von ihr daraufhin so hart ins Gesicht geschlagen wird, dass sie blutet. Aber sie gibt keinen Laut von sich. Vielleicht weil sie weiß, dass ihr dann eine noch viel brutalere Strafe droht. Das ist jedoch keine Erziehung, sondern gleicht einem möglichst frühen Herausschneiden der Zunge, damit dieses Mädchen niemals für sich einstehen wird.

Der Mann, der seiner autoritären Mutter gegenüber keine Widerworte wagt und die Frau, die er erst geschwängert und der er dann eine Hochzeit versprochen hat, von einer Sekunde auf die andere aus seinem Leben verbannt.

Die Frauen, die in der Gemeinschaft schweigen, weil es bereits ein gegenseitiges Verständnis dafür gibt, was es bedeutet, als Mensch niederer Klasse behandelt zu werden. Die schweigen, weil es keine gesamtgesellschaftliche Solidarität gibt und sowieso niemand zuhört. Die schweigen, weil sie glauben, nur durch unsagbare Opfer überleben zu können. Die schweigen, obwohl sie wissen. Die ihre Emotionen mit benebelndem Äther zum Schweigen bringen.

Ein Film, der schließlich den Familienbegriff des frühen 20. Jahrhunderts hinterfragt und Solidarität einfordert.

★★★★☆

DK/PL/SE, R: Magnus von Horn, D: Vic Carmen Sonne, Trine Dyrholm, Besir Zeciri, Joachim Fjelstrup, Tessa Hoder, Ava Knox Martin, Ari Alexander, Trailer, Wikipedia

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Gesehen: Star Trek: Section 31 (2025)

Gesehen: Star Trek: Section 31 (2025)
(c) Paramount+

Ich bin mir nicht sicher, wer überhaupt danach gefragt hat, aber jetzt wissen wir immerhin, wie Star Trek von Guy Ritchie sich anfühlen würde: mit snappy Dialogen versuchend, seine eigene Belanglosigkeit zu übertünchen.

Vielleicht bin ich übermäßiger Star Trek-Purist, aber ich kann diese Art der rückwärtsgewandten Geschichten, dieses Suhlen in der Vergangenheit und die unbeholfenen Versuche, die dreckige Star Wars-Ecke zu finden, einfach nicht ertragen.

Dazu diese krampfhafte Eitelkeit... Mich strengt das nur an. Dass großartige Darsteller:innen wie Michelle Yeoh und :aus Spoilergründen geschwärzt: für derartigen Stillstand verheizt werden und sie kaum vorwärtsgewandt gestaltet können, ist bitter.

★★☆☆☆

US, R: Olatunde Osunsanmi, D: Michelle Yeoh, Omari Hardwick, Kacey Rohl, Sam Richardson, Sven Ruygrok, Robert Kazinsky, Humberly González, Trailer, Wikipedia

Star Trek: Sektion 31 - Stream: Jetzt Film online anschauen
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Gesehen: Drei Wege zum See (1976)

Gesehen: Drei Wege zum See (1976)
Foto: ORF, SWR (SWF)

Kann man jemals den Ort, an dem man aufgewachsen ist und damit seine formativen Jahre verbracht hat, samt den dort gemachten Erfahrungen hinter sich lassen? Vielleicht ist man aber auch dazu verdammt, auf ewig an diesem Ort gefangen zu sein. Immer und immer wieder die gleichen Erfahrungen zu machen, dieselben Gefühle zu fühlen – egal, wo man sich auf der Welt befindet. Die Gegenwart entpuppt sich als Echo der Vergangenheit, das zwischen den Mauern der menschlichen Existenz bis zum Tod widerhallt.

Gibt es Hoffnung, ausbrechen zu können? Haneke verneint das – kurz vor Ende des Films ganz konkret durch den Erzähler, aber bereits deutlich früher durch ein unglaublich starkes Motiv. Darin greift er Caspar David Friedrichs „Der Wanderer über dem Nebelmeer" auf, positioniert seine Protagonistin dafür jedoch nicht über den Bergen zukunftsgerichtet in die Ferne blickend, sondern über Felsklippen im Gebirge, den Blick in den Abgrund gerichtet, der bereits seine leisen Lockrufe säuselt.

★★★½☆

🇩🇪/🇦🇹, R: Michael Haneke, D: Ursula Schult, Guido Wieland, Walter Schmidinger, Bernhard Wicki, Yves Beneyton, Udo Vioff, Dieter Wernecke, Letterboxd, Foto: ORF, SWR (SWF)

Der Film steht noch bis zum 31. Januar 2025 in der Arte-Mediathek:

Drei Wege Zum See - Film in voller Länge | ARTE
Eine Starfotografin in der Existenzkrise kehrt an den Ort ihrer Kindheit zurück. In seinem zweiten Fernsehfilm fasst Michael Haneke eine Erzählung von Ingeborg Bachmann in Bilder und entwirft das Porträt einer Frau am Scheideweg.
A ★★★½ review of Three Paths to the Lake (1976)
Kann man jemals den Ort, an dem man aufgewachsen ist und damit seine formativen Jahre verbracht hat, samt den dort gemachten Erfahrungen hinter sich lassen? Vielleicht ist man aber auch dazu verdammt, auf ewig an diesem Ort gefangen zu sein. Immer und immer wieder die gleichen Erfahrungen zu machen, dieselben Gefühle zu fühlen – egal, wo man sich auf der Welt befindet. Die Gegenwart entpuppt sich als Echo der Vergangenheit, das zwischen den Mauern der menschlichen Existenz bis zum Tod widerhallt. Gibt es Hoffnung, ausbrechen zu können? Haneke verneint das – kurz vor Ende des Films ganz konkret durch den

Gesehen: Golden Eighties (1986)

Gesehen: Golden Eighties (1986)
(c) Fondation Chantal Akerman

Dass gerade französische Musicals schon früh und offensiv das Verhältnis zwischen Mann und Frau verhandelten, ist nicht neu. Was mir so jedoch noch nicht in diesem Umfang begegnet ist, ist der Blick durch die sozioökonomische Brille, die sich Chantal Akerman hier in ihrem zumindest zu einem Drittel französischen Film aufgesetzt hat.

Wir erlebenden den Friseurinnensalon als Ort der Gemeinschaft für Frauen, an dem sie frei und ohne Angst vor Repressalien sprechen können. Doch letztlich ist auch das Augenwischerei, denn der Salon gehört einem Mann und der Ladenerbe von gegenüber träumt bereits davon, sich auch diesen Ort einzuverleiben, irgendwann das gesamte Einkaufszentrum und damit auch den Schutzraum der Frauen zu kontrollieren.

Dass dann auch noch dieser Rückzugsort für Frauen ein Ort der Transaktion ist, sagt wiederum viel über die Bedeutung und die Signifikanz öffentlicher Räume, an denen sich Menschen auf Augenhöhe und angstfrei begegnen können, aus.

★★★★☆

BE/FR/CH, R: Chantal Akerman, D: Myriam Boyer, Delphine Seyrig, Fanny Cottençon, Lio, Pascale Salkin, Charles Denner, Jean-François Balmer, John Berry, Nicolas Tronc, Trailer, Wikipedia

Golden Eighties - Stream: Jetzt Film online anschauen
Finde heraus, wie und wo du “Golden Eighties” heute auf Netflix, Prime Video & Co. sehen kannst – einschließlich kostenloser Streams.

Der Film steht noch bis zum 23. April 2025 in der Arte-Mediathek:

Golden Eighties - Film in voller Länge | ARTE
“Golden Eighties“ spielt in einem lebhaften Einkaufszentrum und verbindet Chantal Akermans feministisches Verständnis mit einer musikalischen Komödie. Ladenbesitzer und Kunden sind umtriebig, darunter drei Frauen, die mit Gesang und Tanz um das Herz eines Mannes buhlen. Während das Konsumverhalten den Rahmen für ihre Romanze bildet, erforscht der Film tiefere Themen der Identität und des Überlebens in der modernen Gesellschaft.

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