JP · R: Kiyoshi Kurosawa · D: Masaki Suda, Kotone Furukawa, Daiken Okudaira, Amane Okayama, Yoshiyoshi Arakawa, Masataka Kubota · Trailer · Letterboxd · IMDb · JustWatch · Wikipedia

Schon der Titel verrät das Offensichtliche, dass wir hier die physische Manifestation der verbalen und psychischen Gewalt, die sich in digitalen, algorithmisch befeuerten Räumen hochschaukelt und ergießt, erleben. Es ist die filmische Entsprechung von Elon Musks Twitter.

Kiyoshi Kurosawa zeigt eine Welt, in der geschäftliches und zwischenmenschliches Miteinander ersetzt wurde durch Grifting. Es geht nur noch darum, abseits jeglicher Moral und Skrupel, Gewinn zu machen. Number go up wird zum Fundament eines neuen kategorischen Imperativs, zum High nach der Nadel mit dem griftgewordenen Heroin.

CLOUD zeigt, wie die völlig enthemmte Kommunikation im digitalen Raum überspringt in durch und durch sinnlose Gewalt, bei der es längst nicht mehr um irgendein vages Gerechtigkeitsempfinden geht, sondern nur noch darum, Dominanz zu demonstrieren.

Ich würde behaupten: Im Rahmen seiner Anordnung übersieht Kurosawa nicht etwa die Nutznießer*innen und Konstrukteur*innen, die Mächtigen dieses Systems, er blendet sie bewusst aus. Die sich dadurch auftuende Leerstelle wird dann im Optimalfall vom Publikum ganz automatisch mit der Hinterfragung der Verhältnisse gefüllt.

★★★★☆