Gesehen: The Smashing Machine (2025) - Stoa oder Prostetik?
FilmkritikBenny Safdie wagt Understatement, aber ohne emotionales Gewicht
Mir gefällt das Understatement, mit dem Benny Safdie all das inszeniert hat. So physisch riesig und brachial die Figur Mark Kerr ist, so zurückhaltend wird sie in Szene gesetzt und so überraschend kontrastarm wirkt sie vor dem Geschehen.
THE SMASHING MACHINE wirkt wie ein Arbeiter*innenfilm. Hier steht nicht gleich die ganze Welt auf dem Spiel. Klar, viel läuft bei diesem einen großen Turnier zusammen. Aber das ist eben nicht dieser eine überlebensgroße Rocky-Kampf. Es fügt sich stattdessen ein in die immer gleichen Arbeitsabläufe an der Stanze, in die routiniert ertragene Selbstausbeutung, ins fließbandartige Auf-die-Fresse-bekommen, in den Zirkus der immer selben Gesichter.
Was Safdie nicht schafft, ist, den zentralen Beziehungen in seiner Geschichte ein wirkliches emotionales Gewicht zu verleihen. Die große Liebe, die enge Freundschaft, das wird hier als Label auf eine Anordnung gepappt. Den Rest muss dann jedoch unser Gehirn ausfüllen, da wird uns auf der filmischen Ebene nicht viel an die Hand gegeben.
Überhaupt lässt sich nur sehr schwer sagen, ob Dwayne Johnson diesen gleichzeitig in sich ruhenden und brodelnden Stoiker tatsächlich gut spielt, oder ob die Gesichtsprosthetiks nicht viel mehr Regung zulassen und auch deshalb extrem viel abgeht, was sonst auf den emotionalen Kern mit einzahlen würde.
★★½☆☆
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