Für mich hat sich der Film wie eine Partie Dame entfaltet. Mal wird vorsichtig nach vorne gezogen, dabei der ein oder andere Stein geschlagen, und plötzlich wird eine ganze Reihe von Ereignissen in Gang gesetzt, bei der innerhalb eines Zuges die Hälfte der gegnerischen Steine abgeräumt wird, nur um kurz danach dennoch eine herannahende Niederlage abwehren zu müssen. Denn gezogen werden darf nur nach vorne.

Der Film versucht die Gratwanderung zwischen fast schon klinisch-kalter politikwissenschaftlicher Analyse und spannungsgeladenem Unabhängigkeitsthriller. Es ist ein ständiges Ringen damit, welcher Zweck welche Mittel heiligt, heiligen muss und heiligen darf; um die Notwendigkeit und die vielschichtigen Kosten des Widerstands.

Eine bemerkenswerte Entscheidung: Der gesamte Film kippt mit dem Generalstreik der unterdrückten algerischen Bevölkerung. Es sind nicht die Attentate und der Guerillakrieg auf den Straßen, die die örtliche Verwaltung der Kolonialmacht Frankreich ins Wanken bringen. Es ist der Sand im wirtschaftlichen/kapitalistischen Getriebe der ausbeutenden Maschinerie, der das Pulverfass sprengt. Das spricht Bände.

★★★★☆

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