So harmlos, wie der Film tut, ist das alles dann irgendwie doch nicht. Dass in einem derartigen Film eher nicht die Nazirhetorik ausgepackt wird, um für „Zeitkolorit“ zu sorgen, lässt sich ja noch irgendwo nachvollziehen. Hier ist diese Zeit jedoch eine große Leerstelle.

Wenn sie anspielenderweise zum Thema gemacht wird, dann vor allem durch einen strammen Sportfunktionär, der sinngemäß und nationaltrunken davon schwadroniert, dass es jetzt darauf ankäme, Deutschland wieder an der Weltspitze zu positionieren. Der Film lädt gewissermaßen zum Wegschmunzeln dieses offensichtlichen, unverhohlenen Altnazitums ein, das er an allen anderen Stellen so bequem ausblendet.

Außerdem: Dass 1952 homosexuelle Männer ein „Skandal“ gewesen wären, ist nicht cool, aber historisch verbrieft. Auf dieser Basis dann 2006 jedoch billige Gags zu konstruieren, ist vernagelte Ignoranz.

Ein „So war es eben damals doch auch irgendwie“ darf man sich nur erlauben, wenn zu genau diesem Umstand eine Position entwickelt wird, wenn dem inszenatorisch oder erzählerisch etwas entgegengesetzt oder zumindest eine Einordnung versucht wird. Hier versagt SCHWERE JUNGS.

★½☆☆☆

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