Gesehen: The Apprentice (2024)

CN Vergewaltigung
Ich sehe zwei Möglichkeiten, was in und mit diesem Film passiert ist.
- Der Film scheitert komplett dabei, sich Figur und Charakter Donald Trump irgendwie zu nähern und etwas Greifbares herauszuschälen.
- Der Film ist durch seine Konsequenz gut darin, uns eine willenlose Marionette zu präsentieren, die von den immer gleichen Worten getrieben wird, die in deren leeren Kopf einem ewigen Echo gleich immer und immer widerhallen.
Einer der wenigen gefühlt authentischen Momente des Films ist der, in dem Donald Trump seine erste Frau Ivana vergewaltigt. Natürlich geht diese Szene aufgrund dessen, was hier Ivana Trump widerfährt, an die Nieren. Aber eben auch aufgrund der Tatsache, dass wir in dieser Szene einen der wenigen Momente erfahren, in denen Trump aus eigener Überzeugung handelt. Auch deshalb kommt diese Szene so unerwartet und mit derart ungemeiner Wucht.
Erstaunlich wenig affektiert fand ich diese über dem gesamten Film liegende DV-Tape-Optik, der so etwas Hemdsärmelig-billiges innewohnt und damit extrem nah an der Ästhetik von Donald Trumps Lebenswelt mit den lächerlichen Gemälden, der absurden Menge an Marmor und dem völlig blödsinnigen Drang, alles mit Gold zu überziehen, ist.
Extrem ermüdend empfand ich dann wieder die unzähligen Trumpismen, die im Film verbaut sind. Allerspätestens seit Trumps erstem Präsidentschaftswahlkampf weiß die ganze Welt, dass er nicht nur nicht sonderlich eloquent ist, sondern auch einen extrem begrenzten Wortschatz zu haben scheint. Und aus dieser (sehr kleinen) Schatzkiste bedient sich der Film immer und immer wieder, sodass es sich für mich oft nur noch nach einem „Kennste, kennste, kennste?!" im Mario Bartschen Sinne angefühlt hat. Das ist billige Effekthascherei und trägt praktisch nie dazu bei, sich dieser Figur wirklich zu nähern.
★★½☆☆

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