Gesehen: Abschied von gestern (1966)
Diese deutsche Gegenwart lässt sich nicht ohne den Blick in die deutsche Vergangenheit erzählen. Wo alte Naziseilschaften sich auch nach der sogenannten Entnazifizierung über Jahrzehnte hinweg weiter halten, dadurch teilweise weiterhin auf einflussreichen Positionen sitzenbleiben und folglich auf die gesellschaftliche Entwicklung haben konnten. Wo statt wirklicher Aufarbeitung viel eher ein Totschweigen der Vergangenheit die Regel ist, weil man ja sonst mit sich selbst, der eigenen Familie, den Freund:innen und Nachbar:innen ins Gericht gehen müsste. Dort kann es weiterhin keinen trittfesten Boden für Jüd:innen egal welches Alters geben. Und das steckt in jeder Pore dieses Films.
★★★★☆