Gesehen: The Zero Theorem (2013)
Terry Gilliams Spieltrieb und Stilwille ist natürlich wie immer ursympathisch und mitreißend. Als ob er 15 Jahre lang davon geträumt hat, die Szene im „Circus Circus"-Casino aus FEAR AND LOATHING IN LAS VEGAS auf Spielfilmlänge zu strecken und nun endlich die Gelegenheit bekam.
Dass jedoch für ein Projekt von Terry Gilliam nicht ganz untypisch auch dieser Film ein Ticken zu lange in der Development Hell schmorte, ist leider nicht zu übersehen. Denn was hier hinsichtlich Plattformkapitalismus, Überwachung durch staatliche und privatwirtschaftliche Akteur*innen, der Kommerzialisierung des öffentlichen Raums und des zunehmend transaktionalen Charakters zwischenmenschlicher Beziehungen, scheint angesichts des Erscheinungsjahres nicht sonderlich weit aus dem Fenster gelehnt.
Trotz aller visueller Opulenz wird hier eine Welt beschrieben, deren Überspitzung in weiten Teilen eine Behauptung bleibt. Alles mag überhöht wirken, aber bei genauerem Hinsehen wird klar, dass der Film durch schickes Bleiglas relativ nüchterne Aussagen trifft. Das macht sie nicht weniger klug oder falsch. Zu einer wirklichen Vision reicht es jedoch leider nicht.
★★★☆☆