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Kunst & Kultur

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Posts tagged with Kunst & Kultur

Isabelle Caldarts treffende „Girls"-Bilanz und lebende Kunst

Isabelle Caldarts treffende „Girls"-Bilanz und lebende Kunst
© Oleksandra Bardash / Unsplash

Isabelle Caldart arbeitet in einem Text für 54books umfassend die zahlreichen Ambivalenzen hinsichtlich Lena Dunhams HBO-Serie Girls (2012-2017) heraus. Mir gefällt dieser unaufgeregte Blick, der weit entfernt von jeglicher Glorifizierung und prinzipieller Verteufelung geworfen wird.

Für mich bringt Caldart mit diesem Text auf den Punkt, was Kunst für mich so faszinierend macht. Denn Girls war während der 2010er nicht nur ein beeindruckend authentisches Zeitdokument. Wer aus unserer Gegenwart heraus mit den sechs Staffeln in Dialog tritt, wird merken, dass die Serie nicht nur für ihre Zeit spricht, sondern uns auch viel über unsere Zeit, mehr als zehn Jahre nach Serienstart, erzählt.

Dann gibt es wiederum Situationen innerhalb der Serie und im echten Leben der Autor:innen und Darsteller:innen, auf die sich unser Blick als Gesellschaft mindestens verändert, in Teilen auch geschärft hat.

Die Kunst lebt, kann und muss sogar ständig neu bewertet werden. Das fasziniert mich immer und immer wieder.

Zudem war Dunham auf gewisse Weise ihrer Zeit voraus: „Girls“ ist eine der ersten Serien, die Frauen, die als eher unsympathisch dargestellt werden, in den Fokus nimmt. Das war auch immer eine gängige Beschwerde über die Serie: Man würde die Charaktere nicht mögen. Aber die Sehgewohnheiten haben sich verändert, inzwischen stehen unliebsame Frauen öfter im Zentrum von Filmen und Serien. Hinzu kommt, dass sich Dunham in „Girls“ als nicht normschöne Frau häufig nackt zeigte. Was in den frühen 2010er Jahren teilweise für Empörung sorgte, lässt sich heute als Female Empowerment interpretieren.
Grauzonen - Die Problematische Brillanz der Serie „Girls“ - 54books
von Isabella Caldart CN: Dieser Artikel enthält Schilderungen sexualisierter Gewalt. Seit einigen Jahren lässt sich eine richtiggehende „Girls“-Renaissance ausmachen. In sozialen Netzwerken werden…

Das „Alice im Wunderland"-Manuskript ist voller schöner Illustrationen von Lewis Carroll selbst

Das „Alice im Wunderland"-Manuskript ist voller schöner Illustrationen von Lewis Carroll selbst

Die British Library birgt einen ganz besonderen Schatz: das von Lewis Carroll handgeschriebene Manuskript, aus dem später Alice im Wunderland werden sollte.

Carroll presented the fictional Alice’s namesake with the manuscript, according to the British Library, as an early Christmas present in 1864. When his friends encouraged him to publish it, he performed a few revisions, “removing some of the family references included for the amusement of the Liddell children,” adding a couple of chapters (the beloved Cheshire Cat and the Mad Hatter’s tea party being among their new material), and enlisting John Tenniel, a Punch magazine cartoonist known for his illustrations of Aesop’s Fables, to create professional art to accompany it. The result, retitled Alice’s Adventures in Wonderland, came out in 1865 and has never gone out of print. (Openculture)

John Tenniel hat die Geschichte also zum ersten Mal „professionell" illustriert. Doch das Manuskript kam bereits mit einigen Zeichnungen – und zwar von Lewis Carroll höchstselbst. Selbst die Kapitelköpfe sind träumerisch kalligraphiert und es gibt auch ein paar textästhetische Spielereien.

Das Manuskript ist gemeinfrei und kann bei der British Library oder noch bequemer bei Archive.org eingesehen werden.

Alice’s Adventures Under Ground : Carroll, Lewis, 1832-1898 : Free Download, Borrow, and Streaming : Internet Archive
Low def facsimile of the original manuscript, maid from British Library’s Virtual books Add. MS 46700 (see at…
Behold Lewis Carroll’s Original Handwritten & Illustrated Manuscript for Alice’s Adventures in Wonderland (1864)
Almost exactly 155 years ago, Lewis Carroll told three young sisters a story. He’d come up with it to enliven a long boat trip up the River Thames, and one of the children aboard, a certain Alice Liddell, enjoyed it so much that she insisted that Carroll commit it to paper.

Meine Lieblingsstellen habe ich gescreenshottet.

Kultur muss man sich leisten können – und das gilt nicht nur für das Publikum!

Kultur muss man sich leisten können – und das gilt nicht nur für das Publikum!
(c) Kane Reinholdtsen / Unsplash

Bianca Jankovska aka die Groschenphilosophin schreibt darüber, was es eigentlich kostet, Autorin nicht nur zu sein, sondern auch vor einem wie auch immer gearteten Publikum stattzufinden:

Viel, sehr viel sogar.

Geld. Den Verlust der eigenen Würde. Ständigen Konkurrenzkampf. Massenweise Absagen. Die eigene Glückseligkeit.

Wenn man nicht aufpasst, den Rest der psychischen Gesundheit. Falls überhaupt noch welche da ist.

Es ist wirklich wahnsinnig bitter. Leipzig liest als Begleitprogramm zur Buchmesse ist hier vor meiner Haustür ein ziemlich publikumsträchtiges Event. Klar, nicht alle teilnehmenden Locations platzen aus allen Nähten. Aber es ist schon ordentlich Publikum unterwegs im gesamten Stadtgebiet.

Dieses Publikum trinkt zur Lesung dann sicherlich auch gerne mal ein Bier oder viel wahrscheinlicher einen guten Wein™. Gerade bei kleineren Locations ist das für die Deckung der abseits von Leipzig liest natürlich weiterlaufenden Kosten sicherlich nicht unerheblich.

Aber irgendwas läuft doch gehörig falsch, wenn dafür die Ausbeutung von Autor:innen mit eingepreist ist – erst recht, wenn sich daran auch noch größere Häuser beteiligen, wie die Groschenphilosophin es in ihrem Text beschreibt.

In der „normalen“ Wirtschaft wäre das ungefähr so, als ob VW seine Mitarbeiter nicht bezahlen würde, weil sie froh sein sollten, bei so einem bekannten Autohersteller arbeiten zu dürfen.

Leipzig, get your shit together... Kultur muss man sich leisten können – und das gilt nicht nur für das Publikum!

Warum ich nicht auf die Leipzig Buch fahre - groschen | philosophin
Was es kostet, eine Autorin zu sein? Viel, sehr viel sogar. Geld. Den Verlust der eigenen Würde. Ständigen Konkurrenzkampf. Massenweise Absagen. Die eigene Glückseligkeit.

Windows 95 trifft auf surrealistische Malerei – und bewegt

Windows 95 trifft auf surrealistische Malerei – und bewegt
Ein Bild von Tomás Sánchez im Museo Nacional de Bellas Artes auf Kuba // (c) Dkoukoul unter CC BY-SA 3.0

Gefühlt alle Jubeljahre einmal schlägt mir ein Algorithmus wirklich etwas unerwartet Bewegendes vor. Aktuell: der Youtube-Kanal Sapphire mit zwei Videos, für die der von Brian Eno komponierte und sowieso ikonische Startsound von Windows 95 über surrealistische Bilder gelegt wurde.

Für mich hat das wirklich unheimliche, bedrohliche und voyeuristische, aber auch träumerische, nostalgische und hoffnungsvolle Qualitäten, die ich am ehesten mit den Werken von Simon Stålenhag verbinden würde – für mich auch eine Reflexion über unaufhaltbaren Fortschritt und das beständige Fortschreiten des Alters.

Abgebildet sind Werke von Markus Matthias Krüger, Brent Wong und Tomás Sánchez.


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Dein nächster Albtraum wird präsentiert von: Henrique Alvim Corrêas Illustrationen für „The War of the Worlds"

Dein nächster Albtraum wird präsentiert von: Henrique Alvim Corrêas Illustrationen für „The War of the Worlds"

Beim Public Domain Review gibt es eine umfangreiche Sammlung von Henrique Alvim Corrêas fantastischen Illustrationen für die 1906er Ausgabe von H. G. Wells' Roman The War of the Worlds. Hat auch ein bisschen was von Lovecraft meets Steampunk und sich sofort in mein Hirn gebrannt.

One can see the reason for Wells’ enthusiasm. Every one of Corrêa’s illustrations bursts with imagination, eliciting fascination and terror. The post-apocalyptic landscape introducing Book One, “The Arrival of the Martians” — with its extraterrestrial tripods (looking like a cross between octopuses and water towers) and its impressive depth of field — presages not only the surrealist style of painting then brewing in Paris but the Hollywood sci-fi movies of the 1950s, with their campy mix of silliness and horror.
Henrique Alvim Corrêa’s Illustrations for The War of the Worlds (1906)
Illustrations by a little-known Brazilian artist for the first French translation of H. G. Wells’ science-fiction classic.

(via Open Culture)


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Neon Deutschland sammelt die sexysten Leuchtreklamen

Neon Deutschland sammelt die sexysten Leuchtreklamen
Die Löffelfamilie auf der Feinkost in Leipzig

Als Leipziger habe ich einen Softspot für opulente Leuchtreklame. Ich meine, wie kann man ikonische Motive wie die legendäre Löffelfamilie nicht ins Herz schließen? Deshalb bin ich auch direkt Neon Deutschland reingefolgt, als das Projekt am vergangenen Wochenende auf den Sender (Bluesky und Instagram) ging. Auf den Accounts werden Bilder von Deutschlands schönsten Leuchtreklamen gesammelt.

Leipzig war auch schon direkt am Start – jedoch nicht mit der offensichtlichen Löffelfamilie, sondern dem sogenannten Lesemännchen des Leipziger Kommissions- und Großbuchhandels.

The LKG Leipziger Kommissions- und Grossbuchhandel wants you to read more books…

Neon Deutschland (@neondeutschland.bsky.social) 2025-02-17T10:49:29.912Z

Unter anderem nach Mainz, Karlsruhe und Frankfurt hat Neon Deutschland auch schon geblickt:

Today we visit the fine city of Mainz, where this wonderful neon sign for Agfa film can still be spotted.

Neon Deutschland (@neondeutschland.bsky.social) 2025-02-16T11:49:38.395Z

Elektro-Boy spotted in Karlsruhe.

Neon Deutschland (@neondeutschland.bsky.social) 2025-02-18T11:00:14.798Z

Flowers from Frankfurt.

Neon Deutschland (@neondeutschland.bsky.social) 2025-02-19T11:12:30.104Z

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