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Kunst & Kultur

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Posts tagged with Kunst & Kultur

Förderung fraglich: DOK Leipzig muss sich Barrierefreiheit crowdfunden lassen

Die CDU-geführte Landesregierung setzt die Kettensäge an die Kultur.

Förderung fraglich: DOK Leipzig muss sich Barrierefreiheit crowdfunden lassen
Foto: DOK Leipzig, Lukas Diller

Heute und morgen will der Landtag in Sachsen ein letztes Mal den nächsten Doppelhaushalt besprechen. Geht der durch, wird es unter anderem für die Kultur ziemlich finster. Das DOK Leipzig setzt jetzt sogar auf Crowdfunding, um fünf Filme mit Audiodeskriptionen oder erweiterten deutschen Untertiteln ausstatten zu können. 10.000 Euro sollen dafür zusammenkommen.

Schon seit vielen Jahren zeigt das Festival Filme mit barrierefreien Fassungen. Bislang wurde die Umsetzung dieses Angebots vom Freistaat Sachsen gefördert. 2025 entfallen diese Mittel voraussichtlich vollständig[...].

Ein absolutes Armutszeugnis für das (Bundes-)Land. Das DOK Leipzig ist nicht nur eines der wichtigsten Dokumentarfilmfestivals weltweit, sondern auch das älteste überhaupt. Doch das Festival ist mehr als nur ein internationales Aushängeschild, sondern auch ganz konkret ein Ort der Begegnung – nicht nur für Sächs*innen, sondern für Menschen aus der ganzen Welt mit den unterschiedlichsten Lebensrealitäten.

Das baut ganz konkret (Denk-)Barrieren ab, schafft Zusammenhalt und Gemeinschaftsgefühl. Aber dass das nicht die Gemeinschaft ist, die einer CDU-geführten Landesregierung vorschwebt, überrascht dann wiederum auch nicht sonderlich 🤷‍♂️

Wie prekär die Lage des Festivals tatsächlich ist, scheint deutlich dabei durch, wie sich Festivalleiter Christoph Terhechte in der Pressemitteilung zitieren lässt.

Wir möchten dennoch versuchen, dieses Jahr zumindest ein kleines Angebot an barrierefreien Filmen auf die Beine zu stellen. Daher wenden wir uns jetzt an alle, die dem Festival verbunden sind. Wir sind dankbar für jede Form von Unterstützung.
DOK Leipzig startet Crowdfunding für barrierefreie Filmfassungen · DOK Leipzig

„Ye, The Fool." – Kanye West als Produkt unserer Zeit

Ein vielschichtiges Essay von Luiza Liz Bond

„Ye, The Fool." – Kanye West als Produkt unserer Zeit
Foto: Rachel / Unsplash

Absolut dicht geschriebenes Essay von Luiza Liz Bond bei House of Tabula über Kanye West, der einst Künstler war und heute nur noch Event ist.

He is the perfect artist for this moment – not because he uplifts it, because he reveals it, he embodies it; a world in love with madness, divorced from memory, terrified of silence; a world, that can no longer distinguish between transgression and tantraum, between prophecy und pathology.

Das Essay versucht sich also nicht nur an einer Erklärung von Kanye, sondern auch an einer Beschreibung unserer Zeit durch die Linse unserer Kultur.

„Träume fürs Kino": Durch die Lange Nacht mit Federico Fellini

Featuring Marcus Stiglegger, Christoph Hochhäusler und Petra Seeger

„Träume fürs Kino": Durch die Lange Nacht mit Federico Fellini

Sonderlich tief bin ich bisher noch nicht in die Filmwelt Federico Fellinis eingetaucht. Nichtmal LA DOLCE VITA habe ich gesehen; nur , NIGHTS OF CABIRIA und AMARCORD konnte ich bislang ins Tagebuch schreiben.

Natürlich habe ich trotzdem die jüngste Lange Nacht über den legendären italienischen Filmemachers gehört. Mich hat gefreut, immer wieder Einsichten und Analysen von Marcus Stiglegger, Christoph Hochhäusler und Petra Seeger kredenzt zu bekommen.

Federico Fellini schuf Kinoträume. Viermal gewann der Italiener den Oscar – und einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk. Er war einer der einflussreichsten Regisseure des europäischen Kinos.
Federico Fellini: Träume fürs Kino
„La strada, „La dolce vita“, „Satyricon“: Fellini schuf Kinoträume. Viermal gewann der Italiener den Oscar – und einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk.

Die Lange Nacht zum Mann hinter der Held:innenreise, Joseph Campbell

Von Mythologie über Kino bis zur Therapie

Die Lange Nacht zum Mann hinter der Held:innenreise, Joseph Campbell
Joseph Campbell in den späten 1970ern auf der Feathered Pipe Ranch in Montana // Foto: Joan Halifax (Upaya) unter CC BY 2.0; Zuschnitt von mir

Wer schon mal ein Videoessay jedweder Qualität zu Star Wars ertragen musste und/oder genießen konnte, kam um diesen Namen wahrscheinlich nicht herum: Joseph Campbell.

Der US-amerikanische Literaturwissenschaftler beschrieb 1949 in seinem Buch The Hero with a Thousand Faces genau die Erzählstruktur, die heute gemeinhin als Held:innenreise bekannt ist – und die unter anderem George Lucas der Erzählung nach dabei half, aus einem Müllkippenbrand von Drehbuch, Adventures of the Starkiller, schließlich Star Wars zu machen.

Die Lange Nacht des Deutschlandfunks spürte Campbell nun noch mal in aller Ausführlichkeit nach. Für mich neu und spannend war, inwiefern sich auch therapeutische Ansätze bei etwa Burnout-Syndrom auf die Held:innenreise stützen.

Joseph Campbell entdeckt die “Heldenreise”
US-Publizist Joseph Campbell legte die Erzählstruktur der “Heldenreise”″ offen. Hollywood ließ sich inspirieren und nutzte sie für Kinofilme.

Philosophy Tube über Nietzsche im Kontext heutiger Kulturkämpfe

Good Stuff!

Philosophy Tube über Nietzsche im Kontext heutiger Kulturkämpfe

Die fantastische Abigail Thorn widmet sich auf ihrem Youtube-Kanal Philosophy Tube in zwei Videos Friedrich Nietzsche und analysiert unter anderem, wie heute von rechts geführte Kulturkämpfe in Bezug zum Schaffen des 1900 gestorbenen Philosophen stehen. Good Stuff!

„Her Last Portrait" gibt bei Femiziden getöteten Frauen ein Gesicht

Raum und Zeit kommen zusammen

„Her Last Portrait" gibt bei Femiziden getöteten Frauen ein Gesicht
Symbolfoto: Miguel Bruna / Unsplash

Die österreichische Künstlerin Daniela Luschin hat mit „Her Last Portrait" ein Projekt ins Leben gerufen, das an all die Frauen erinnern soll, die einzig und allein aufgrund ihres Frauseins getötet wurden. Sie schreibt:

Jedes Jahr werden unzählige Frauen Opfer von Femizid – ermordet, weil sie Frauen sind. Ihre Gesichter verschwinden aus dem öffentlichen Gedächtnis, ihre Geschichten werden zu bloßen Zahlen. Her Last Portrait ist eine weltweite künstlerische Initiative, die das ändern möchte. Durch Portraitkunst ehren wir diese Frauen, bewahren ihre Geschichten und fordern Bewusstsein.

Dass Luschin von „Wir" schreibt, ist kein Zufall, sondern eine Einladung:

Wir laden Künstlerinnen aus aller Welt ein, sich anzuschließen. Erstelle ein Portrait eines Femizid-Opfers und veröffentliche es als Collab-Post mit @HerLastPortrait auf Instagram. Gemeinsam schaffen wir ein visuelles Denkmal, das diesen Frauen Würde und Sichtbarkeit verleiht.

Angedacht ist außerdem eine Ausstellung mit den eindrucksvollsten Porträts, die im Optimalfall 2026 stattfinden soll.

Was mir besonders gefällt, ist, wie hier nicht nur Frauen aus verschiedensten Ländern, sondern auch Zeiten zusammenkommen.

(via Nora Hespers)