Ist schon mehr als ein Jahr alt, aber ich habe es erst jetzt entdeckt und halte Werner Herzogs Blick auf die Welt sowieso für zeitlos interessant. Ich stimme auch oft nicht mit ihm überein, aber finde seine Gedanken dennoch immer für gewinnbringend.
Durch einen Freund mit Manga-begeisterter Schwester bin ich damals™ an Dragon Ball herangeführt worden. Heimlich viel mehr begeistert haben mich aber Toriyamas Anfänge mit Dr. Slump, die ich auch heute noch jedem*r ans Herz legen würde. Ich muss meine alten Ausgaben nochmal hervorkramen... 🖤
Gerade habe ich mal wieder das Teal Album von Weezer auf den Ohren, das aus zehn gecoverten Tracks besteht und in kaum mehr als einer halben Stunde durchgehört ist.
Mich fasziniert dieses Experiment – nicht, weil das Ergebnis in irgend einer Form herausragend gut wäre, sondern weil es eben so viel über die Zwischentöne im künstlerischen Schaffensprozess erzählt.
Natürlich ist Musik nicht unbedingt mein Metier, aber wäre doch gelacht, wenn ich keinen Bezug zur Filmwelt herstellen könnte! Mir kam direkt Gus Van Sants geflopptes PSYCHO-Remake in den Sinn. Via Wikipedia:
Gus Van Sant ging in seiner Neuverfilmung neue Wege. Anders als sonst wurde das Drehbuch der filmischen Vorlage (fast) originalgetreu übernommen. Dies betrifft sowohl die Einstellungen als auch das Originaldrehbuch von Joseph Stefano sowie die OriginalMusik von Bernard Herrmann.
Aber was dem Remake letztlich fehlt, ist eine Seele. Die lässt sich nunmal nicht durch möglichst nahes Heranrücken an die Vorlage erzeugen.
Und genau das ist auch das Problem des Teal Albums. Viele Tracks kriegen mich erst, verlieren mich aber auch sehr zuverlässig wieder. Die große Nähe zu den Originalen evoziert zuvörderst eins: die Erinnerung an die großartigen Originale, die zunächst leicht mit Begeisterung für die Weezer-Version zu verwechseln ist.
Long story short: Für mich ist das Teal Album ein toller Startpunkt, um über Kunst und Kultur nachzudenken. Wenn es „einfach nur" Musik sein soll, kann das jedoch nicht die erste Wahl sein.
Als Leipziger habe ich mich vergleichsweise wenig mit Neo Rauch beschäftigt. Im von mir geschätzten Museum der bildenden Künste sind zwar Werke von ihm prominent ausgestellt, aber bisher habe ich keinen Zugang zu ihnen gefunden. Es ist mir jedoch jetzt glasklar, unter welchem Licht das künftig zu tun ist.
Zum Licht geführt hat mich FAZ-Redakteur Patrick Bahners, der jüngst bei den 54. Römerberggesprächen in Frankfurt am Main anhand eines Interviews, das Rauch diesen Sommer der NZZ gegeben hat, die Kontinuitätslinien des deutschen Rechtsnationalismus nachzuzeichnen versucht.
Bahners ist in seiner Analyse sehr bedacht auf eine ausgewogene Sprache und darauf, Rauch nie als Person anzugreifen. Er lässt seine messerscharfe Analyse von Rauchs Worten für sich sprechen.
Oder wie ich es hiermit formulieren möchte: Innerhalb einer guten halben Stunde zerlegt Bahners das politische Denken Neo Rauchs nach allen Regeln der Kunst und stößt ihn – zumindest meinem Dafürhalten nach – von seinem wahrgenommenen Podest.
Und wie es aussieht, hätte ich diese Erkenntnis schon vor langer Zeit haben können. Umso irritierender, in welcher Breite er meiner Wahrnehmung nach eher unkritisch rezipiert und als handwerkliches Genie sowie intellektuelle Seele verkultet wird. Und auch ich war davon angetan, als ich vor zwei Jahren Nicola GraefsLangzeitporträt von Neo Rauch gesehen habe. Habe ich damals vielleicht nicht genau genug hingehört...?
Ein fast schon hypnotisches Werk des niederländischen Künstlers Theo Jansen, das irgendetwas tief in mir drin extrem beunruhigt, etwas verstört, regelrecht irritiert und trotzdem in seinen Bann zieht.
Manchmal liebe ich es, einfach in den Marianengraben des Nerdtums hinabzutauchen und mein Hirn dort mit Wissen vollzupumpen, das mich ich nie wieder brauchen werde.
Youtube hat mir einen Channel vorgesetzt, auf dem jemand unter anderem über Filme spricht und Formel-1-Rennen recappt – im ASMR-Stil. Und ich weiß ja auch nicht 🤷♂️
Calm Skateboard ASMRThis channel is for ASMR purposes, featuring videos that contain whsipering, and soft speaking, designed to help people relax, and sleep. ASMR (Autonomous
Aktuell (noch) vor der Paywall: Ronen Steinke von der Süddeutschen Zeitung spricht im Podcast mit Christina Clemm. Clemm berät aktuell Collien Fernandes, aber der ist nur mittelbar Thema der Folge, die sich in allererster Linie um das System dreht, in dem Fälle wie eben jener (immer wieder) passieren.
Christina Clemm
Nach der einfach nur niederschmetternden Recherche des Spiegel zur sexualisierten (digitalen) Gewalt, die Collien Fernandes erfahren hat, lese ich viele Texte, von denen ich erst mal zwei hier festhalten möchte.
Jasmin Schreiber:
Wer auf diese Zahlen hinweist, bekommt verlässlich zu hören: Aber die meisten Männer sind doch anständig. Stimmt. Mein
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