Deutschlandfunk Kultur hat anlässlich des 100. Todestages von Franz Kafka eine Lange Nacht von vor zwei Jahren wiederholt. Ich liebe dieses ausgeruhte Format einfach.
Sein Name ist zum Synonym für alles Groteske geworden, sein Leben selbst trug mitunter groteske Züge. Kafkas wichtigste Romane blieben unvollendet. Dennoch gilt er als einer der bedeutendsten modernen Autoren überhaupt.
Spannende Unterhaltung mit Kyle Chayka, der sich damit beschäftigt, wie eine algorithmische Öffentlichkeit Kunst und kulturelle Trends formt und sich in diesen de facto ja schon sehr determinierten Bahnen noch ein eigener Geschmack herausbilden lässt.
Johannes Franzen hat in der FAZ anhand des nun wieder aktuell gewordenen Beispiels des Choreografen Marco Goecke, der im vergangenen Jahr einer Kritikerin Hundekot ins Gesicht schmierte, einen wirklich großartigen Text über den Statusverlust professioneller Kritik geschrieben.
Ein paar meiner Deutschlehrer*innen würden ob dieses Videos bestimmt ein paar Synapsen durchbrennen, so streng haben sie sich an den horizontbeschränkten Vorgabenkatalog bei Interpretationen gehalten.
Meine Philosophie heute: Natürlich kann das Wissen um die Lebensumstände Kunstschaffender eine neue Verständnisebene bei der Rezeption des Kunstwerks öffnen. Aber genauso gut gibt es eine Ebene, auf der die Intentionen der Schöpfer*innen völlig egal und es viel interessanter ist, was uns die Kunst etwa über unsere Gegenwart sagen kann.
Wir müssen uns nicht darüber unterhalten, dass riesigen Tech-Konzernen natürlich Kunst und Künstler*innen nicht am Herzen liegen, sondern einzig und allein Profit. Apple hat jüngst erst wieder mit einem ziemlich ignoranten Werbspot bewiesen, dass dem so ist.
Jetzt der nächste Beweis: Apple spielt offenbar ganz konkret mit dem Gedanken, Filme- und Serienmacher*innen, die für die hauseigene Streaming-Plattform produzieren, abhängig von Faktoren wie den wegen des Films/der Serie abgeschlossenen Abos oder Watchtime zu bezahlen.
Apple positioniert Apple TV+ seit jeher als ein Premium-Angebot, bei dem Klasse statt Masse zählt. Diese Pläne zeugen jedoch vom genauen Gegenteil. Wer Bezahlung in diese Faktoren knüpft, wird keine Kunst bekommen, sondern generische Massenware, die um jeden Preis gefallen will und stumpf auf Audience Retention geschnitten bzw. geschrieben ist.
Konkreteres von Bloomberg zitiert Brian Welk bei Indiewire:
Bloomberg obtained a memo that suggests creators would get bonuses based on three criteria: (1) how many people sign up for Apple TV+ to watch your program, (2) the amount of time people spend watching it, and (3) how much your program costs relative to how many people watch it. The creatives behind three best-performing shows could make as much as $10.5 million for a single season of television.
Youtube hat mir einen Channel vorgesetzt, auf dem jemand unter anderem über Filme spricht und Formel-1-Rennen recappt – im ASMR-Stil. Und ich weiß ja auch nicht 🤷♂️
Calm Skateboard ASMRThis channel is for ASMR purposes, featuring videos that contain whsipering, and soft speaking, designed to help people relax, and sleep. ASMR (Autonomous
Aktuell (noch) vor der Paywall: Ronen Steinke von der Süddeutschen Zeitung spricht im Podcast mit Christina Clemm. Clemm berät aktuell Collien Fernandes, aber der ist nur mittelbar Thema der Folge, die sich in allererster Linie um das System dreht, in dem Fälle wie eben jener (immer wieder) passieren.
Christina Clemm
Nach der einfach nur niederschmetternden Recherche des Spiegel zur sexualisierten (digitalen) Gewalt, die Collien Fernandes erfahren hat, lese ich viele Texte, von denen ich erst mal zwei hier festhalten möchte.
Jasmin Schreiber:
Wer auf diese Zahlen hinweist, bekommt verlässlich zu hören: Aber die meisten Männer sind doch anständig. Stimmt. Mein
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