Bis vor knapp acht Jahren gehörten Taylor Ramos' und Tony Zhous Video-Essays unter dem Banner ihres Youtube-Kanals Every Frame a Painting zu dem Besten, was das Genre zu bieten hatte. Dann war Schluss.
Every Frame a Painting was a series of video essays about film form, made from April 2014 to September 2016, by Taylor Ramos and Tony Zhou. We officially announced the end of the channel in December 2017. Nothing sinister, we just felt it was time.
Zum Glück habe ich mein Abo aber nie beendet. Denn jetzt ist aus dem Nichts heraus eine Ankündigung gedroppt: Ramos und Zhou haben einen neuen Kurzfilm namens THE SECOND gedreht, der am 20. Juli beim Fantasia International Film Festival in Toronto Premiere feiern wird. Den Weg dahin soll eine Reihe neuer Essays ebnen. Hype!
Ich habe ihn jetzt fünf Tage liegen lassen und nun doch mal angeschaut. Nach THE WITCH (2015) und THE LIGHTHOUSE (2019), die mich beide wirklich begeistert haben, bin ich ziemlich gespannt darauf, was Robert Eggers aus Dracula macht. Nach seinem durch und durch mittelmäßigen THE NORTHMAN (2022) kamen mir dann jedoch Zweifel, ob Eggers Murnaus gewaltigem Erbe gerecht werden kann. Und dieser erste Teaser hat mir diese Angst nicht unbedingt genommen.
Szenen wie der riesige Schatten einer Hand, der über die Stadt fliegt, sehen super interessant aus. Dann gibt es aber auch das Schloss des Vampirs oder die Stadt, was beides aussieht, als ob es aus Marvels völlig überarbeiteter und dadurch mittelmäßige Arbeit produzierender FX-Mühle gefallen wären. Im Zweifel ist weniger eben doch mehr und wenn bestimmte visuelle Ideen entweder nicht praktisch oder angemessen virtuell umgesetzt werden können, sollte man es ganz lassen.
Dass dieser Teaser so viele generische Bilder enthält, macht mir große Sorgen. Das liegt mir gerade auf meinem Filmherz.
Martin Seng hat in der taz einen lesenswerten Abriss über Drop-Out Cinema, einen der sympathischsten Filmverleihe hierzlande, geschrieben.
Während im populären Kino noch immer die Superheld:innen über die Leinwand fliegen, sucht man diese „Marvelisierung“, wie Tarantino sie einst nannte, bei Drop-Out Cinema vergebens. Seit zehn Jahren zeigt der Filmverleih, was anderswo kaum eine Bühne bekommt.
Kein Filmgenre aus Hollywood hat in den vergangenen 20 Jahren so geboomt wie die Sagen der Comic-Superhelden. Urteile wie „hirnlose Action-Materialschlacht“ greifen zu kurz. Es geht vielfach um existenzielle Fragen.
Ein Film ist nie „bloße Unterhaltung“, die ausschließlich diesem Selbstzweck dient. Denn wie der Film seine Welt beschreibt, was auf der einen Seite ausgelassen und nicht kritisiert, auf der anderen Seite hervorgehoben wird, birgt immer politisches Potenzial.
Ich habe gerade die letzte Episode Star Trek: Discovery geschaut und das Gefühl, ein paar Gedanken zur Serie niederschreiben zu müssen.
„The crew to Discovery is family“, sagt Doug Jones in seiner Rolle als Saru. Es gibt dabei nur ein Problem: Es trifft einfach nicht zu. Für viele Fans – auch für mich – gehört das sogenannte Crew-Gefühl zur Essenz von Star Trek. Nur dieses Gefühl wollte sich bei Discovery für mich einfach nicht einstellen. Die Crew wird regelmäßig auseinandergerissen und/oder mit neuen Charakterköpfen aufzupeppen versucht, die ebenso schnell wieder ausgetauscht werden. Nicht alle Entscheidungen waren schlecht. Callum Keith Rennie etwa hat mir in der letzten Staffel sehr gut gefallen. David Cronenberg hat immer dafür gesorgt, dass mir das Herz aufging. Aber es ist eben too little, too late.
Discovery war fünf Staffeln lang durch und durch messy. Jahr für Jahr wurde versucht, das Rad neu zu erfinden und das Ruder herumzureißen. Mich hat das irgendwann nur noch genervt.
Was ich oft gelesen habe: Discovery hat dafür gesorgt, dass Star Trek wieder zurück ist, wir (drei unerträgliche Staffeln) Picard, bisher zwei ganz großartige Staffeln Strange New Worlds, vier Staffeln und eine angekündigte fünfte Lower Decks sowie zwei Staffeln Prodigy bekommen haben. Und alleine für Strange New Worlds hat sich das schon gelohnt! 😅 (Aber eigentlich ist liegt der Ursprung in 2009, würde ich sagen.)
Was mir letztlich in Erinnerung bleiben wird: das coole und für jede Staffel angepasste Intro samt Untermalung durch einen sehr trekkigen Score.
The Atlantic hat – schon vor einer Weile, aber ich hab's jetzt erst gehört – mit Johnnie Burn (Design) und Tarn Willers (Mix) über den Sound von Jonathan Glazers herausragenden und formal herausfordernden THE ZONE OF INTEREST (2023) gesprochen. "You can shut your eyes, but you can't shut your ears."
Youtube hat mir einen Channel vorgesetzt, auf dem jemand unter anderem über Filme spricht und Formel-1-Rennen recappt – im ASMR-Stil. Und ich weiß ja auch nicht 🤷♂️
Calm Skateboard ASMRThis channel is for ASMR purposes, featuring videos that contain whsipering, and soft speaking, designed to help people relax, and sleep. ASMR (Autonomous
Aktuell (noch) vor der Paywall: Ronen Steinke von der Süddeutschen Zeitung spricht im Podcast mit Christina Clemm. Clemm berät aktuell Collien Fernandes, aber der ist nur mittelbar Thema der Folge, die sich in allererster Linie um das System dreht, in dem Fälle wie eben jener (immer wieder) passieren.
Christina Clemm
Nach der einfach nur niederschmetternden Recherche des Spiegel zur sexualisierten (digitalen) Gewalt, die Collien Fernandes erfahren hat, lese ich viele Texte, von denen ich erst mal zwei hier festhalten möchte.
Jasmin Schreiber:
Wer auf diese Zahlen hinweist, bekommt verlässlich zu hören: Aber die meisten Männer sind doch anständig. Stimmt. Mein
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