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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 96

Gesehen: Dahomey (2024)

Gesehen: Dahomey (2024)
(c) Mubi

Was für ein klug und uneitel inszenierter Film, der konsequent im Dienst seiner Themen in den richtigen Momenten unstrittig im Vorfeld gefasste bildästhetische Vorstellungen über Bord wirft, dabei die Diskrepanzen zwischen Denken und Selbstverständnis des sogenannten Westens und den Beniner*innen freilegt – und zwar völlig richtig ohne auch nur eine*n einzige*n französische*n Stichwortgeber*in oder Archivmaterial getroffener Aussagen mit einzuflechten.

Mati Diop hebt die verschiedenen, teilweise auch gegensätzlichen, Perspektiven der Beniner*innen hervor und klärt dadurch sozusagen im Vorbeigehen Fragen, die westlich geprägte Menschen eventuell haben und/oder bereits in rassistische Vorurteile verpackt formulierten. Mati Diop lässt

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So viele Filme landen noch vor der Oscarverleihung im Netz

So viele Filme landen noch vor der Oscarverleihung im Netz
(c) Vitaly K. / Unsplash

Das kannte ich bisher noch nicht: Andy Baio führt seit 2003 Statistik darüber, wie früh und in welcher Qualität Screener der nominierten Filme bis zur Verleihung der Oscars im Netz auftauchen.

Oscar Screener Piracy 2003-2025

Die Datensammlung und die sich daraus ergebenden Statistiken sind wirklich beeindruckend. Wenig überraschend: Die Zahl der geleakten Oscar-Screener steuert zielsicher auf die Null-Prozent-Marke zu. Die digitalen Absicherungsmaßnahmen werden sicherlich immer raffinierter und aufwendiger zu umgehen.

Screenshot: Waxy.org/Pirating the Oscars

Mein persönlicher Aufreger bleibt fast jedes Jahr: Es ist oft einfacher, an einen Film in guter Qualität auf halblegalen oder komplett illegalen

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Gesehen: The Order (2024)

Gesehen: The Order (2024)
Jude Law und Jurnee Smollett // (c) Amazon Studios

Natürlich fällt der Film gerade auf sehr, sehr fruchtbaren Boden. Aber das bedeutet nicht, dass er sich in irgendeiner Art und Weise anbiedert. Justin Kurzel inszeniert sich mit einem bestechenden Selbstbewusstsein und erstaunlicher Präzision an diesen Stolperfallen vorbei und zaubert nebenbei noch eine vereinnahmend dichte Atmosphäre.

Der Film zeichnet gekonnt nach, was nicht erst 1983 aus dem Ruder gelaufen ist, sondern schon längst seit Jahrzehnten unter den Augen von Teilen der Gesellschaft und Staat immer breiter Fuß fasste.

Neonazis sind weder Pfadfinder:innenverein noch Faschingsclub und schon gar keine gesellschaftliche Randerscheinung. Sie sitzen in den Kirchen, in den Amtsstuben und

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Posten, obwohl das Haus in Flammen steht

Posten, obwohl das Haus in Flammen steht
(c) Stephen Radford / Unsplash

Was in den USA gerade unter Trump und mehr oder weniger Elon Musk passiert, macht fassungslos. Ich spare mir die vielen einleitenden und erklärenden Worte, möchte aber auf die Kolleg*innen von Wired hinweisen, die einen fantastischen Job abliefern und in dieser Sache gerade so ziemlich jedes andere US-Medium vorführen.

Ich komme mir komisch dabei vor, diese Katastrophe mit weitreichenden Folgen für das (Über-)Leben von unzähligen Menschen einfach zu ignorieren. Andererseits: Was kann ich auf diesem Blog mit vergleichsweise keiner Reichweite schon zur Gemengelage beitragen?

Jason Kottke, den ich seit Jahren täglich lese, treibt das auch um. Diese Woche

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Gesehen: The Beast (2023)

Gesehen: The Beast (2023)
Léa Seydoux und George MacKay // (c) Grandfilm

Der Mensch scheint nur eine Sache wirklich gut zu können: die ewige Wiederholung immer gleicher Muster. Wir waren, sind und werden bis in alle Ewigkeit zu Stillstand verdammt. Der Film legt eine Möbiusschleife um unsere Hälse und schnürt uns damit gnadenlos die Luft ab.

Wie eine solche Schleife funktioniert der ganze Film. Erst ist der Schleifenbogen weit, die Menschen sind trotz eindeutiger Anzeichen für den praktisch unmittelbar bevorstehenden Kollaps unbesorgt und flüchten sich in den Hedonismus.

Doch die Schleife läuft unaufhaltbar immer enger zusammen, alles wird immer schlimmer. Dort, wo der Bogen sich selbst kreuzt, in unserer Gegenwart, da ist

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Gesehen: Babes (2024)

Gesehen: Babes (2024)
Michelle Buteau und Ilana Glazer // (c) Universal Pictures

Für mich hat der einfach funktioniert, weil der Humor nicht total, sondern sehr maßvoll überzogen ist und immer über einen sehr ehrlichen Kern geerdet wird.

Der zentrale Aspekt lag für mich letztlich in der Dualität des urbanen Lebens in progressiven Ballungsräumen. Natürlich ist dein Manhattan-Townhouse im Wert von mehreren Millionen US-Dollar eine ziemlich dufte Sache – bis die 200 Jahre alten Abflussrohre platzen. Natürlich gehört eine Geburt für viele Menschen zu den euphorischsten Momenten ihres Lebens – aber Dammrisse und Stuhlgang sind auch Teil dieser Erzählung. All das durch moderne Medizin relativ okay durchstehen zu können, ist großartig – nur um sich danach

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