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Feuilleton & Firlefanz

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Gesehen: Magpie (2024) - Auf fragwürdigem Pflaster

Gesehen: Magpie (2024) - Auf fragwürdigem Pflaster
Daisy Ridley // (c) Type 55 Films, Align, Werewolf Pictures

Zeichnet patriarchale Ausbeutung im Gewand eines ziemlich passabel gespielten Psychothrillers nach. Ich finde jedoch, dass hier nicht immer die Balance gelingt. Viele mit der Brechstange angelegte Momente überschatten zu oft nuanciertere Augenblicke, die dadurch einfach zu schnell in den Hintergrund gedrängt werden.

Immerhin: Ab einem gewissen Punkt ist allen, die in ihrem Leben schon mal den ein oder anderen Psychothriller gesehen haben, klar, wie die Reise wohin geht. Aber es ist konsequent inszeniert und serviert ein befriedigendes Ende.

Aber: Trotzdem begibt sich der Film auf moralisch fragwürdiges Pflaster. Denn seine Rachefantasie verwässert der Film mit dem Setup von Daisy Ridleys

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Gesehen: Le Pupille (2022)

Gesehen: Le Pupille (2022)
(c) Disney+

Filmisch erzählt wurde schon viel und ausführlich über die Nähe und strukturellen wie ideologischen Übereinstimmungen von katholischer Kirche und (italienischem) Faschismus. Doch hier gibt es eine Szene, die damit einen frischen Umgang findet.

Die Internatsmädchen müssen sich geordnet Aufstellen, um die neuste italienische Weltkriegspropaganda im Radio mit anzuhören. Als die offenbar linientreue Nonne den Raum verlässt, tritt eines der Mädchen aus der Reihe. Sie hat ein Auge auf ein neben dem Gerät liegendes besticktes Herzornament geworfen. Beim Aufheben hält sie sich am Radio fest. Dabei wird plötzlich der Empfang verrückt und wechselt von Propaganda zu Musik – und alle Mädchen beginnen,

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Gesehen: Omelia Contadina (2020)

Gesehen: Omelia Contadina (2020)
(c) Social Animals

Sicherlich eine ganz nette und wohlwollende Idee, bei der ich jedoch nicht den Eindruck hatte, dass JRs Stencil-Kunst hier wirklich etwas Interessantes hinzufügen kann.

Eine tatsächliche Auseinandersetzung mit dem Wandel der Landwirtschaft ist in zehn Minuten Kurzfilm natürlich nicht möglich und das erwarte ich auch nicht.

Nur eine metaphorische Annäherung an diese komplexen Umwälzungsprozesse ergibt Sinn. Das gelingt hier jedoch mehr schlecht als recht.

Nach meinem Dafürhalten hat die Sequenz mehr etwas von nostalgisch verklärtem Suhlen in der Vergangenheit als von einem Versuch, dem (vergangenen) Leben der Landwirt*innen zu huldigen.

🇮🇹, R: Alice Rohrwacher, JR, D: Iris Pulvano, Luciano Vergaro,
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Gesehen: The Apprentice (2024)

Gesehen: The Apprentice (2024)
Jeremy Strong und Sebastian Stan // (c) DCM Film Distribution

CN Vergewaltigung

Ich sehe zwei Möglichkeiten, was in und mit diesem Film passiert ist.

  1. Der Film scheitert komplett dabei, sich Figur und Charakter Donald Trump irgendwie zu nähern und etwas Greifbares herauszuschälen.
  2. Der Film ist durch seine Konsequenz gut darin, uns eine willenlose Marionette zu präsentieren, die von den immer gleichen Worten getrieben wird, die in deren leeren Kopf einem ewigen Echo gleich immer und immer widerhallen.

Einer der wenigen gefühlt authentischen Momente des Films ist der, in dem Donald Trump seine erste Frau Ivana vergewaltigt. Natürlich geht diese Szene aufgrund dessen, was hier Ivana Trump widerfährt, an die Nieren.

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Windows 95 trifft auf surrealistische Malerei – und bewegt

Windows 95 trifft auf surrealistische Malerei – und bewegt
Ein Bild von Tomás Sánchez im Museo Nacional de Bellas Artes auf Kuba // (c) Dkoukoul unter CC BY-SA 3.0

Gefühlt alle Jubeljahre einmal schlägt mir ein Algorithmus wirklich etwas unerwartet Bewegendes vor. Aktuell: der Youtube-Kanal Sapphire mit zwei Videos, für die der von Brian Eno komponierte und sowieso ikonische Startsound von Windows 95 über surrealistische Bilder gelegt wurde.

Für mich hat das wirklich unheimliche, bedrohliche und voyeuristische, aber auch träumerische, nostalgische und hoffnungsvolle Qualitäten, die ich am ehesten mit den Werken von Simon Stålenhag verbinden würde – für mich auch eine Reflexion über unaufhaltbaren Fortschritt und das beständige Fortschreiten des Alters.

Abgebildet sind Werke von Markus Matthias Krüger, Brent Wong und Tomás Sánchez.


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Gesehen: Dìdi (弟弟) (2024)

Gesehen: Dìdi (弟弟) (2024)
Joan Chen und und Izaac Wang // (c) Universal Pictures International Germany

Skatepunk und der stoisch in sich gekehrte und oft auch gefangene Izaac Wang haben mich gepackt. Das hat mich letztlich auch über die sehr konventionell durcherzählte Geschichte, bei der wirklich selten mehr als Dienst nach den Vorschriften eines vermeintlich an seine strukturellen und ästhetischen Grenzen stoßenden Genres verrichtet wird. Sean Wang macht das tatsächlich sehr gut, aber eben nicht sonderlich mutig, ohne jegliches Wagnis.

Die einzige Chance, von den bereits ausgetretenen Pfaden abzuweichen, scheint die Rolle des Internets im Leben des Protagonisten. „One of the best, most seamless films I've seen on the experience of growing up online", schreibt Adrian

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