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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 77

Gesehen: Marianengraben (2024) - Abgegriffener Roadtrip

Gesehen: Marianengraben (2024) - Abgegriffener Roadtrip
Luna Wedler als Paula // © Oliver Oppitz, Alamode Film

Worauf es hier wirklich ankommt, nämlich die innere und nicht die äußere Reise, wird leider sträflich vernachlässigt. Zu viel wird über Dialog verhandelt. Zu selten verharrt der Film in Momenten und den daraus wachsenden Gefühlen. Zu oft scheint er von Station zu Station zu hetzen.

Die filmische Übersetzung der literarischen Metaphern wird mit Minimalaufwand erledigt, als ob es eine Aufgabe wäre, die man notgedrungen und gezwungenermaßen irgendwie noch abhaken musste. Hier werden kaum filmische Mittel ausgeschöpft. Deshalb wirkt dieser Roadtrip auch total abgegriffen – was bitter ist, weil mir Jasmin Schreibers Romanvorlage wirklich gefallen (€) hat.

★★☆☆☆

🇦🇹/🇮🇹/🇱🇺, R: Eileen Byrne, D: Luna Wedler,
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№ 16 - Mit Deutschlandticket auf der Blogrolle

№ 16 - Mit Deutschlandticket auf der Blogrolle
© Young-Kyung Kim / Unsplash

Während eines kleinen Motivationslochs ist hier, bis auf die praktisch täglichen Kurzkritiken, zu lange nichts mehr passiert. Also wieder frisch ans Werk inklusive der ein oder anderen nachgeholten Nachricht der vergangenen Tage.


Felix Schwenzel ist einer meiner liebsten Ins-Internet-Schreiber. Deshalb war ich auch sehr traurig darüber, dass sein Blog wirres.net bereits so lange brach lag. Dass Felix zwischenzeitlich ersatzweise auf Tumblr ausgewichen war, hatte ich leider gar nicht mitbekommen. Aber jetzt ist wirrest.net zurück \o/ (Auch auf meiner Blogroll 😉)

hallo kirby
vor 22 jahren hab ich auf wirres.net den ersten „artikel“ veröffentlicht. auf einem CMS namens ezpublish,
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Gesehen: Des Teufels Bad (2024) - Vom Pech geboren zu sein

Gesehen: Des Teufels Bad (2024) - Vom Pech geboren zu sein
Anja Plaschg als Agnes // © Plaion Pictures

Ohne zunächst wirklich etwas über den historischen Hintergrund zu wissen, habe ich hier ständig ein Abkippen in den Folk-Horror erwartet. Doch das Folk lässt auf sich warten und einen irgendwann sitzen, weil dieser Horror gänzlich real ist. Das macht den Film zu einem der unangenehmsten, die ich in jüngster Zeit gesehen habe.

Ein paar Mal bemühen Veronika Franz und Severin Fiala das Bild der Berge, von denen herab kein Tal, sondern nur eine undurchdringliche Nebeldecke zu sehen ist. Es scheint, als ob dieser Nebel den Horror der Filmwelt von unserer Welt abgrenzt. Doch denken wir das einmal ein paar Zentimeter

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Gesehen: Nosferatu (2024) - Warum nicht Frank Miller?

Gesehen: Nosferatu (2024) - Warum nicht Frank Miller?
Lily-Rose Depp als Ellen // © Universal Pictures International Germany

Mir hat es gefallen, wie Robert Eggers hier im Vergleich zu Murnaus Original seine Fassung viel offener in psychosexuelle Sphären abdriften lassen kann und so letztlich auch eine moderne Geschichte über die Dimensionen des Begehrens erzählt.

Eggers schafft mit seinem Natural-Light-Fetisch auch viele visuell vereinnahmende Momente. Das sind nicht bloß billige Schattenspiele, sondern ein Dekonstruieren von Raum und Zeit, was dadurch stattfindet. Es ist die Abwesenheit von digitaler Tricktechnik, die diese Momente so einprägsam und albtraumhaft werden lässt.

Das Ganze außerdem als Allegorie auf die zersetzende Kraft psychischer Erkrankungen wie Depressionen oder bipolare Störungen zu lesen, mag auf der Hand

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Gesehen: Mothering Sunday (2021) - Die Regeln der Monotonie

Gesehen: Mothering Sunday (2021) - Die Regeln der Monotonie
Josh O’Connor und Odessa Young // © Tobis Film

Das ist einer dieser Historienfilme, bei denen mir besonders auffällt, wie sehr er sich mit der Monotonie dieses Alltags auseinandersetzt – ein Alltag mit den immer gleichen Abläufen nach den immer gleichen strikten Regeln innerhalb starrer gesellschaftlicher Konventionen, durch den die Figuren mit ihrer krampfhaft-konformistischen Art und dazu passender versteinerter Miene wie in Trance wandeln.

Wer in dieser Welt Frau ist, entwickelt zwangsläufig eine außerordentliche Beobachtungsgabe – nicht, um Mäuschen zu spielen und hinterher ein tolles Buch schreiben, sondern um unter dem Radar fliegen zu können.

Boys will be boys, wenn Männer vom erwarteten Verhalten abweichen. Frauen drohen aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung

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Gesehen: September 5 (2024) – Die Regeln des Spiels

Gesehen: September 5 (2024) – Die Regeln des Spiels
© Constantin Film Verleih, Jürgen Olczyk

Die Versuchung muss verdammt hoch gewesen sein, diesen Film mit Journalist:innen-Pathos unter sich zu begraben. Aber nein, hier wird nicht hochtrabend über die Bedeutsamkeit der vierten Gewalt schwadroniert. Hier erklären die Taten das Selbstverständnis dieser Journalist:innen.

Jeder vermeintlichen Pathos-Rampe wird im letzten Moment ausgewichen, weil immer und immer wieder die Realität in diese Momente hereinbricht und innerhalb kürzester Zeit folgenschwere Entscheidungen erzwingt. Es bleibt schlicht keine Zeit, schwülstig über die Rolle des Journalismus daherzulabern, es muss funktioniert werden.

Dieses Funktionieren, diesen Tunnel, der sich in Nachrichtenlagen auftut und in den man sich als Journalist:in begibt, das inszeniert

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