...kann man sich auch schon mal Hotel Matze geben.
Feuilleton & Firlefanz
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Kinotagebuch: Heldin (2025) - Michael Mann im Spital
Filmkritik
Aus vielerlei Gründen hat Petra Volpe hier ganz großes und großartiges Kino vollbracht. Was alles zusammenbindet, ist die Form. Fast alle Shots sind nicht nur auf die von Leonie Benesch gespielte Protagonistin Floria gerichtet, sie sind dazu noch auf Augenhöhe. Die Kamera geht mit Floria in die Hocke und kommt auch wieder mit ihr nach oben. Sie wird weder überlebensgroß noch bemitleidend von oben herab inszeniert. Wir als Zuschauer:innen verlassen dadurch anderthalb Stunden lang nie Florias Erfahrungswelt, was diesen Film zu einem unglaublich intensiven Erlebnis macht.
Darauf zahlen auch die zahlreichen extrem langen Einstellungen ein, die eine ungewöhnliche Ruhe
Ich wäre jetzt bereit...
Tagebuch
Same... (Fotografiert in Leipzig.)
Gesehen: Companion (2025) - 15 Jahre zu spät
Filmkritik
Der Name der Hauptfigur, Iris, ist ein Anagramm von Siri. Das sagt eigentlich schon alles darüber, was von diesem Film zu erwarten ist.
In der Ausgestaltung seiner Figuren, Themen und Motive ist dieser Film irgendwo zwischen zehn und 15 Jahren zu spät dran. Damals hätte die Frage nach einem selbstbestimmten Leben für fühlende Maschinen vielleicht noch ein laues Kaminfeuer entfacht. Aber selbst das ist in dieser Form allerspätestens seit BLADE RUNNER (1982) durchexerziert und verlangt heute unbedingt nach einer mindestens zeitgemäßeren, wünschenswerter Weise jedoch visionäreren Auseinandersetzung.
Immerhin wird hier nicht das alte Bild der durchknallenden Android:innen bedient, sondern gewissermaßen
„Tron: Ares" wird sicher schlecht, hat dafür aber Nine Inch Nails
Filme & Serien
Hätte nicht gedacht, dass daraus wirklich noch mal was wird, aber TRON: ARES ist tatsächlich real 😅 Das suggeriert zumindest der erste Trailer, der nun erschienen ist. Ehrlich gesagt: Ich hege keine großen Hoffnungen in den für einen Oktober-Release vorgesehenen Film. Zwar war ich gefühlt einer von vier Menschen, die mit TRON LEGACY (2010) was anfangen konnten, aber damals™ war mein Blick noch nicht so geschärft wie heute und mit einem Soundtrack aus der Feder von Daft Punk klinkt bei mir sowieso jegliches kritisches Denken aus.
Für ARES ist hingegen Halbgott Trent Reznor am Start. Dieses Mal jedoch nicht mit seiner
Gesehen: Juror #2 (2024) - Jenseits des Stuhls
Filmkritik
Seit Clint Eastwood 2012 bei der National Rifle Association mit einem Stuhl als Ersatz für Barack Obama gesprochen hat, habe ich ihn irgendwie als komplett abgedrifteten Republikaner abgeheftet. Dass das nicht ganz fair war, zeigt dieser Film.
JUROR #2 hält mir den Spiegel vor. Klar, Eastwood ist weiterhin ein erzkonservativer Republikaner. Das zeigt sich hier alleine durch diesen krassen heteronormativen Kernfamilien-Fetisch. Das kann man gut finden oder nicht, denn für das, was der Film in meinen Augen versucht, spielt das gar keine große Rolle. Eastwood ist eben mehr als die skurrile Stuhl-Episode, und ich habe ihn trotzdem in eine Schublade