Skip to Content

Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 56

Gesehen: Revenge (2017) - Gewaltspiegel

Das mit dem Körper kann Coralie Fargeat.

Gesehen: Revenge (2017) - Gewaltspiegel
Foto: Plaion Pictures

Coralie Fargeat transportiert die psychische Gewalt auf die Ebene der physischen Gewalt und erzählt über Körper, welche Kräfte hier überhaupt am Werk sind. Nicht nur die reine Gewalteinwirkung erzeugt unendliche Qualen, auch der Bewältigungs- und Heilungsprozess ist mit immensen Schmerzen verbunden, der Rachewunsch zumindest nachvollziehbar.

Die so drastische Gewalt, die stellenweise explizite Überzeichnung findet hier nie zum reinen Selbstzweck statt. Sie ist stattdessen Spiegel dessen, was dieser Frauenfigur angetan wird. Fargeat drängt uns als Publikum durch diese Bilder den Schmerz ihrer Protagonistin auf und verunmöglicht es, sich nicht damit auseinanderzusetzen.

Nur die bildlichen Motive, mit denen das letztlich passiert, sind

Gesehen: Revenge (2017) - Gewaltspiegel Read more

Primefreie Lagune am 22. Juni 2025

Die heutigen Dailies unter anderem mit: Handys am Morgen, Kummer und Sorgen sowie ausnahmsweise Werbung

Primefreie Lagune am 22. Juni 2025
Foto: Dan Novac / Unsplash

Ich bin ein reflektierter Mensch mit Basic Psychologie Wissen und nehme trotzdem jeden Morgen als erstes mein Handy in die Hand "weil ich informiert bleiben will" als könnte ich Opfer was dran ändern, wenn mir dieser Planet innerhalb 24 Stunden unterm Arsch wegbrennt

Pixie Apfelbaum (@pixieapfelbaum.bsky.social) 2025-06-22T06:05:29.961Z

Die Zukunft, die der Chef der Browser Company für Dia sieht, ist absolut dystopisch.


Venezianer:innen einfach stabil

‘We don’t need Bezos’: Venetians plan to protest billionaire’s wedding
The “No Space for Bezos” campaign plans to occupy the city’s streets and canals to send the
Primefreie Lagune am 22. Juni 2025 Read more

Gesehen: A Short Story (2022) - Bi Gans Zauberer von Oz

Dieser Spieltrieb! 🤩

Gesehen: A Short Story (2022) - Bi Gans Zauberer von Oz
Foto: Les Films du Losange International

Dieser klare Stilwille und dieser unbändige Spieltrieb, mit dem dieses – auch im wahrsten Wortsinne – fantastische Werk zusammengestrickt wird, wie Stile, Stimmungen und Genres vermischt, in Schichten übereinander und ineinander gelegt werden, das ist einfach toll.

Sowohl die bildlichen als auch die thematischen Motive haben mich total an THE WIZARD OF OZ erinnert – mit der andauernden Suche nach einem Weg zu sich, in die eigene Zukunft. Mit der Sehnsucht und auch einer Nostalgie für eine Zeit, die man selbst noch nie erfahren hat, die jedoch schon immer in der eigenen Vorstellung existiert hat. Mit der Herausforderung, all das mit dem eigenen

Gesehen: A Short Story (2022) - Bi Gans Zauberer von Oz Read more

Gesehen: All We Imagine as Light (2024) - Die Kraft der Ruhe

Das Leben ist einfach zu anstrengend, um es auch noch nach den Vorstellungen anderer zu leben.

Gesehen: All We Imagine as Light (2024) - Die Kraft der Ruhe
Foto: Rapid Eye Movies

Das Leben ist einfach zu anstrengend, um es auch noch nach den Vorstellungen anderer zu leben. Diese Botschaft transportiert der Film mit einer wunderschön ausgeglichenen und melancholischen Ruhe, die jedoch nicht mit Resignation verwechselt werden sollte.

Der Alltag dieser Frauen vibriert ausdauernd vor sich hin, bis wir nicht mehr anders können, als zu resonieren – zu verstehen, dass ob all der Zwänge, Vorschriften und Erwartungen nur wenig bis gar kein Raum dafür bleibt, auf sich, seine Wünsche und Bedürfnisse zu hören. Und auch zu verstehen, dass all das so erschöpfend ist, dass viele nicht nur praktisch kein Raum, sondern auch keine

Gesehen: All We Imagine as Light (2024) - Die Kraft der Ruhe Read more

Gesehen: The Guitar Mongoloid (2004) - Hauptsache dagegen

Kein sonderlich reichhaltiges Angebot, das Ruben Östlund hier unterbreitet.

Gesehen: The Guitar Mongoloid (2004) - Hauptsache dagegen
Foto: Hinden/Länna-Ateljéerna, Plattform Produktion

Es fällt mir wirklich schwer, hier mehr darin zu sehen oder herauszuziehen als die Perspektive eines Menschen (Östlund), der mit Welt und Gesellschaft einfach nicht mehr klarkommt, den alles ankotzt, dem eine gewisse Monotonie zum Hals heraushängt, der deshalb einfach erst mal dagegen sein will.

Das größte Potenzial, das in diesem Film verborgen ist, ist das Aufbegehren gegen versteinerte gesellschaftliche Strukturen, die keinem Menschen mehr Raum zur Entfaltung bieten, die keine Koexistenz unterschiedlicher Weltbilder zulassen.

Dagegen kann man gerne sein. Aber ich finde es einfach nicht interessant, wenn über diese Ablehnung hinweg nicht viel angeboten wird. Es fehlt der strukturelle

Gesehen: The Guitar Mongoloid (2004) - Hauptsache dagegen Read more

Gesehen: Plan 75 (2022) - Neoliberaler Fiebertraum

Für die einen eine Dystopie, für Carsten Linnemann sowas wie eine Anleitung

Gesehen: Plan 75 (2022) - Neoliberaler Fiebertraum
Foto: Hideho Urata, Film Partners, Urban Factory, Fusee

Chie Hayakawa hat hier wirklich ein großartiges Worldbuilding durch zahlreiche kleine Details betrieben – kluge Details, die fast schon beiläufig davon erzählen, wie tief dieser Abgrund tatsächlich ist, in den diese Gesellschaft immer noch hineinfällt.

Es ist die verriegelte Tür des Seniorenheims, durch die Besucher:innen erst hereingebeten werden, nachdem sie mit einem Metalldetektor abgesucht wurden. Das wird nicht weiter kommentiert, aber: Zusammen mit der Aufnahme einer Nachrichtensendung ganz zu Beginn des Films, in der von vermehrten Übergriffen auf alte Menschen die Rede ist, ergibt sich ein erschreckendes Bild.

So setzt Hayakawa Stück für Stück ein komplexes Puzzle zusammen, das kaum

Gesehen: Plan 75 (2022) - Neoliberaler Fiebertraum Read more